Rückblick von Januar - Dezember 2011

Januar 2011

TuS-Rumpfteam gewinnt Koblenzer Stadtmeistertitel
Drittligareserve bezwingt im City-Cup-Finale FC Metternich mit 2:0
Sieger des diesjährigen City-Cups um die Koblenzer Stadtmeisterschaft im Hallenfußball wurde die TuS Koblenz II. Die Schützlinge von Trainer Colin Bell setzten sich im Finale gegen den FC Metternich verdient mit 2:0 durch. Bis dahin hatte die Germania alle Spiele gewonnen und schien auf dem besten Weg zu sein, ihren Vorjahrestitel zu verteidigen. Aber im Endspiel musste die Germania die Leistung der TuS-Reserve anerkennen, die schon nach 90 Sekunden mit 2:0 führte und den Vorsprung sicher über die Zeit brachte. Der Sieg der TuS II war umso bemerkenswerter, weil die Mannschaft das gesamte Turnier nur mit einem Auswechselspieler bestritt. „Die anderen Spieler sind noch in Urlaub. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, sie bewies eine tolle Moral und spielte dabei auch noch attraktiven Hallenfußball“, lobte Colin Bell seine stark kämpfenden Spieler. Bei der Truppe des Engländers fehlte auch ein Torhüter, sodass Feldspieler Paul Lauer diesen Part übernahm. Die vermeintliche Schwächung entpuppte sich als Glücksgriff: Lauer hielt nicht nur seinen Kasten sauber, sondern setzte auch als fünfter Feldspieler Akzente und schaffte oft auf dem Parkett Überzahl.

TuS Koblenz verliert Testspiel 0:2
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Die Vorstellung der TuS Koblenz war ansprechender, als es das Ergebnis vermuten lässt: Mit 0:2 verlor der Drittligist gestern ein kurzfristig angesetztes Testspiel gegen Zweitliga-Vertreter SC Paderborn. Die Elf von Trainer Petrik Sander wusste insbesondere in Halbzeit eins in „Bestbesetzung“ zu gefallen, zeigte einige flüssige Kombinationen und erspielte sich gute Chancen wie in dieser Szene durch Thomas Klasen (links). Nach der Pause wechselten beide Teams durch, die Paderborner nutzten Unaufmerksamkeiten in der TuS-Abwehr zu Toren durch David Jansen (59.) und Gateano Manno (63.).

 

 

TuS: Pospischil und Steegmann treffen
Drittligist aus Koblenz gewinnt das Testspiel gegen Wuppertaler SV mit 2:0 – Lob für Ausrichter Nörtershausen
Fußball-Drittligist TuS Koblenz hat gestern ein Testspiel auf dem gut bespielbaren Rasenplatz in Nörtershausen vor 140 Zuschauern mit 2:0 (2:0) gewonnen: Gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV trafen die Schützlinge von Trainer Petrik Sander bereits in der ersten Hälfte zweimal, bevor sie nach dem Wechsel einige taktische Varianten übten.
Was vor wenigen Tagen auf Grund des Winterwetters noch illusorisch erschien, wurde der TuS mit Hilfe des FC Nörtershausen/Udenhausen ermöglicht. Das Testspiel gegen Wuppertal konnte gestern stattfinden, weil die Vorderhunsrücker ihren Rasenplatz dafür zur Verfügung stellten, worüber Sander überaus glücklich war: „Ein riesengroßes Dankeschön an die Gastgeber dafür, dass wir hier spielen durften.“  Die TuS war in der ersten Spielphase hellwach und hatte in der dritten Minute bereits eine Torgelegenheit, allerdings vergab Johannes Rahn knapp nach einer schönen Vorbereitung von Michael Stahl. Vier Minuten danach machte es Marcus Steegmann besser, jedoch profitierte er dabei auch von einer Unsicherheit des Gäste-Torwarts Kevin Rauhut: Dieser ließ eine hohe Hereingabe abklatschen, sodass Steegmann zur 1:0-Führung treffen konnte (7.).  Wuppertal zog sich aber keineswegs zurück, sondern spielte ordentlich mit. So kam der Regionalligist auch zu einigen Distanzschüssen, die aber am Tor vorbeiflogen oder von TuS-Torwart Andre Weis entschärft wurden. Weis zeigte als Paucken-Vertreter eine gute Leistung, was ihm Torwart-Trainer Peter Auer bestätigte: „Der Junge hat heute eine ordentliche Leistung gebracht.“ In der zweiten Halbzeit zog sich die TuS zunächst in die eigene Hälfte zurück. „Wir haben das bewusst so gemacht, um einige taktische Alternativen und Varianten einzuüben“, erklärte Sander. Dass die TuS sich bereits auf ein mögliches Konterspiel für das DFB-Pokalduell gegen den 1. FC Kaiserslautern einstellen würde, wollte der TuS-Trainer aber nicht bestätigen.

TuS spielt 1:1 gegen den 1. FC II
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Koblenz zeigt im letzten Test vor dem Pokalspiel eine gute Leistung gegen Köln
Im letzten Testspiel vor dem Rückrundenstart und dem DFB-Pokalachtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern hat sich Fußball-Drittligist TuS Koblenz vor 250 Zuschauern auf dem Rasenplatz in Nörtershausen mit 1:1 (1:1) vom 1. FC Köln II getrennt. Ole Kittner sorgte in der 27. Minute mit seinem Kopfballtor für die Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff besorgte FC-Profi Adil Chihi den Ausgleich. Mit Adil Chihi (36 Bundesligaspiele) und Carsten Cullmann (65 Bundesligaspiele) standen gleich zwei erfahrene Bundesligaprofis in den Reihen der Kölner Reserve. Die tonangebende Mannschaft über die gesamte Spielzeit war hingegen die TuS. Von Beginn an drängten die Koblenzer den FC in die Defensive. Einen Freistoß-Schlenzer von Christian Pospischil aus 20 Metern lenkte FC-Keeper Timo Horn mit den Fingerspitzen über die Latte (5.). Zwei Minuten später erneut die TuS: Nach feiner Vorarbeit von Marcus Steegmann verfehlte Thomas Klasen das Tor der Domstädter mit seinem Distanzschuss nur um Zentimeter (7.). Bei einem Kopfball von FC-Verteidiger Stefan Schwellenbach war TuS-Keeper Dieter Paucken zur Stelle (12.). Glück hatten die Kölner in der 22. Minute: Nach einer Gentner-Ecke konnte der Kopfball von Ole Kittner im letzten Moment auf der Linie geklärt werden. Drei Minuten später versuchte es erneut Thomas Klasen aus der Distanz (25.). Die verdiente 1:0-Führung dann durch die Standardspezialisten Thomas Gentner als Vorlagengeber und Ole Kittner als Vollstrecker. In der 27. Minute war der TuS-Verteidiger nach einer Ecke von Gentner per Kopf zu Stelle zum 1:0 für die TuS. Noch vor der Halbzeitpause hätten der agile Thomas Klasen (40.) sowie Marcus Steegmann (41.) für das 2:0 sorgen können. Ihre Distanzschüsse verfehlten das FC-Gehäuse nur knapp. Kurz darauf der überraschende 1:1-Ausgleich durch Chihi. Nach einem schnellen Konter über Mark Uth war der 22-jährige Stürmer etwas schneller am Ball als die TuS-Verteidigung und drückte das Leder über die Torlinie der Koblenzer (43.). Auch in der zweiten Halbzeit blieb die TuS das bessere Team. Mit schnellen Kombinationen – vor allem über die Außenbahnen – brachten die Schängel die Kölner Reserve immer wieder in Verlegenheit. In der 46. Minute konnte eine Flanke des starken TuS-Rechtsverteidigers Dennis Riemer im letzten Moment abgeblockt werden. In der 50. Minute spielte erneut Dennis Riemer seinen Gegenspieler schwindelig. Drei Meter vor dem Tor konnte der schnelle Rechtsfuß noch abgedrängt werden.

Stiftung ist Teil der „blau-schwarzen Familie“
Ehrenamt Engagement der Fans im Jugend- und Amateurbereich kommt den jungen Fußballern und der TuS zugute
Rund 5000 Euro hat die TuS-Koblenz-Stiftung in den vergangenen drei Monaten investieren können. Das Geld ging in Ausrüstung für den Jugendspielbetrieb, in Kameras für eine effektive Spielanalyse der A- und B-Jugend, in die finanzielle Unterstützung eines talentierten A-Jugendspielers, der nach Koblenz gezogen ist, um bei der TuS zu spielen und kaum Unterstützung von den Eltern und praktisch keine vom Verein bekommt. Noch vor gut einem Jahr hat sich niemand träumen lassen, dass die TuS-Fans bundesweit die ersten sein würden, die eine Stiftung für einen Profiverein gründen würden. „Man kann es nicht genau belegen, aber wir glauben sogar, dass wir europa- oder gar weltweit die ersten waren“, sagt Stiftungs-Vorstandsvorsitzender Rolf Berger ein bisschen stolz.

Lakic wirft wackere TuS aus dem Pokal
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Eine Halbzeit lang hält Koblenz die Lauterer in Schach, dann bricht der FCK-Stürmer den Bann – Am Ende heißt es 1:4
Nichts war's mit der Pokalüberraschung am Oberwerth. Eine Stunde lang hielt Drittligist TuS Koblenz den Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern in einer unterhaltsamen Achtelfinalpartie prima in Schach, führte bis dahin verdient mit 1:0. Dann aber konnte die TuS dem zunehmenden Druck des FCK nicht mehr standhalten. Binnen zehn Minuten drehten die Pfälzer die Partie und gewannen am Ende verdient mit 4:1. Im Viertelfinale am kommenden Mittwoch müssen die Lauterer nun beim MSV Duisburg und ihren ehemaligen Trainer Milan Sasic ran.
Die Koblenzer legten los, als sei Überrennen im Fußball ein probates Mittel, den Gegner in die Knie zu zwingen. In der Anfangsviertelstunde war vom hohen Favoriten außer vornehmer Zurückhaltung nicht viel zu sehen. Die TuS machte mächtig Tempo und verzeichnete die erste Chance der Partie. Nach einer Flanke von Johannes Rahn in den Rücken der Abwehr rutschte Christian Pospichil in aussichtsreicher Position am Ball vorbei. Die Gastgeber waren vom Start weg gut im Spiel, spielten weiter munter und druckvoll drauf los. Und während die Lauterer Findungsphase noch andauerte, stand es auch schon 1:0 für die TuS.  Endlich war es der erhoffte Pokalkampf, in dem die TuS weiterhin auf Augenhöhe agierte. Bis zur 37. Minute, als sich das Blatt zu wenden schien. Der Ex-Lauterer Manuel Hornig hatte FCK-Stürmer Adam Nemec im Strafraum zu Fall gebracht, Schiedsrichter Babak Rafati lag richtig, als er auf Strafstoß für die Gäste entschied. Doch Lakic nutzte die große Chance zum Ausgleich nicht, Dieter Paucken parierte den scharf, aber unplatziert getretenen Ball. Diese Szene gab der TuS noch einmal Auftrieb. Ole Kittner hatte sogar das 2:0 auf dem Fuß, verfehlte das Tor nach erneut schöner Vorarbeit von Steegmann aber um einen halben Meter (42.). In Halbzeit zwei übernahmen die Lauterer dann endgültig das Kommando auf dem Rasen, machten mächtig Druck – und in Minute 54 den Ausgleich. Einen Nemec-Kopfball konnte Paucken noch halten, den Abpraller aber stocherte Lakic zum 1:1 ins Tor. Das war aber erst der Anfang der Wiedergutmachungstour des Srdjan Lakic. Die TuS verlor kurzzeitig die Ordnung in der Defensive, was Lakic bestens zu nutzen verstand. Nach einem Tiffert-Freistoß war der Angreifer erneut zur Stelle und köpfte zur FCK-Führung ein (59.). Die Moral der TuS-Spieler war damit gebrochen. Nemec (64.) und abermals Lakic (65.) schossen den standesgemäßen Sieg für den Favoriten heraus. „Das war wichtig für mich, dass ich nach dem verschossenen Elfmeter noch die Erfolgserlebnisse hatte“, gestand der Dreifach-Torschütze Lakic. „Unsere erste Halbzeit war nicht gut, aber nach 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft.“

Stahls Traum ist Wirklichkeit geworden
Wie der Koblenzer Profi die Auszeichnung zum Torschützen des Jahres erlebt – Schlaflose Nacht vor der Ehrung
Auch der Tag danach lief für Michael Stahl noch wie ein Film ab. Eigentlich stand für den Mittelfeldspieler der TuS Koblenz eine ganz normale Autogrammstunde im Rahmen eines Fußball-Turniers der Fan-Klubs auf dem Programm. Aber spätestens seit dem 26. Oktober 2010 verläuft das Leben von „Stahli“ alles andere als normal. Seine brachiale Rettungsaktion im DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC ist für den 23-Jährigen zum Schuss ins Glück geworden, ein ebenso kurioses wie unglaubliches Tor hat ihn im digitalen Zeitalter zur Berühmtheit werden lassen. Mehr als eine Million Mal ist das Video von seinem 61-Meter-Hammer im Internet angeklickt worden, selbst Stahl gesteht, dass er sich das Ganze als Motivationshilfe vor Spielen von Zeit zu Zeit ansieht. Und doch sagt der junge Mann mit der Nummer 22 auf dem Rücken: „Es wird sicher noch seine Zeit dauern, bis ich das alles realisiert habe.“ Am Samstag ist nämlich das passiert, was sich so ziemlich jeder Fußballer erträumt. Nachdem der Treffer bereits zum Tor des Monats gewählt worden war, steigt der Profi aus Diez an der Lahn mit der Kür zum Torschützen des Jahres in die Ruhmeshalle der ARD-Sportschau auf. Viel mehr geht nicht für jemanden, der das Spiel liebt und von Kindesbeinen an mit der samstäglichen Bundesliga-Berichterstattung aufwächst. Und ach ja: Stahl hat keinen Geringeren als Bayern-Star Arjen Robben auf die Plätze zwei und drei verwiesen und zusammen mehr Stimmen (29,1 Prozent) als der Niederländer mit seinen beiden Treffern gegen Manchester (13,6) und Schalke (9,3) zusammen.

TuS-Sieg in Ahlen rundet das „Tor des Jahres“ ab
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Koblenzer Drittligist überzeugt beim 3:2 – Tore durch Rahn, Pospischil und Kittner
Als Ole Kittner knapp eine Viertelstunde nach Spielende als Letzter in die Koblenzer Kabine kam, war dort schon längst die Hölle los. Die Kicker vom Oberwerth sangen, jubelten und feierten, dass es im kompletten Stadioninnenraum zu hören war. Kein Wunder, sie hatten ja auch gleich doppelten Grund dazu. Nicht nur, dass das erste Drittligaspiel 2011 einen 3:2 (0:0)-Sieg über Rot-Weiss Ahlen einbrachte – nach dem Schlusspfiff erfuhren sie auch, dass Michael Stahl mit seinem 61-Meter-Hammer gegen Hertha BSC Berlin das Rennen gemacht hatte bei der Wahl zum Torschützen des Jahres. So fiel auch Sanders Spielanalyse differenziert aus. „In der ersten Hälfte sind wir insgesamt sehr überzeugend aufgetreten, haben es aber verpasst, uns zwingende Chancen herauszuspielen.“ Zum zweiten Abschnitt erklärte Sander: „Nach dem 3:1 auch noch das vierte oder fünfte Tor zu machen, ist eine Sache, die die Mannschaft noch lernen muss.“ Dass sich ein derart torreiches Spiel entwickeln würde, darauf hatte zur Halbzeit noch nichts hingedeutet. Für die TuS hatte Johannes Rahn die einzige hochkarätige Chance im ersten Durchgang, als er nach einer halben Stunde alleine aufs Tor zulief, es aber nicht schaffte, RW-Keeper André Maczkowiak zu überwinden. Auf der Gegenseite war TuS-Keeper Dieter Paucken auch nur einmal ernsthaft gefordert, als er gegen Kevin Wölk stark parierte (43.). Doch nach dem Wechsel gewann die Partie rasant an Torraumszenen und Unterhaltungsfaktor. Das gilt zumindest für die TuS-Anhänger, denn mancher Ahlener Fan wandte sich angesichts der Defensivpatzer mit Grauen ab. Fassungslosigkeit herrschte etwa in der 50. Minute. Neuzugang Robert Fleßers – immerhin einst U 21-Nationalspieler – verlor die Übersicht, der Innenverteidiger passte den Ball in die Füße von Marcus Steegmann. Der TuS-Stürmer ging allein aufs Tor zu, der hinterhergeeilte David Flottmann trat ihm in die Hacken, der souveräne Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) entschied sofort auf Elfmeter – und Christian Pospischil ließ sich die Gelegenheit zum 1:0 nicht entgehen. Nur zwei Minuten darauf war RWA bei einem Eckball komplett unsortiert. Pospischil hatte den Ball kurz getreten, Thomas Klasen per Kopf verlängert und Rahn schließlich verwandelt (52.). Während RWA-Trainer Arie van Lent fuchsteufelswild am Spielfeldrand tobte, skandierten die TuS-Fans „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Ein bisschen zu früh, denn ausgerechnet ein Ex-Koblenzer brachte die Rot-Weißen wieder heran. Matthew Taylor traf per Strafstoß, nachdem der Ex-Ahlener Ole Kittner Marcus Piossek gefoult hatte (59.). „Ich wollte blocken, aber dann kam er mit der Fußspitze noch dazwischen. Den Elfer kann man geben“, sagte Kittner, „aber ich bin froh, dass ich es wiedergutmachen konnte.“ Er selbst stellte mit dem 3:1 den alten Abstand wieder her (66.). Nach einem Eckball herrschte Getümmel im Strafraum, Steegmann war selbst in guter Schussposition, hatte aber das Auge für Kittner, der mitten im Strafraum völlig frei stand. Das 2:3 erzielte Wölk per Freistoß aus 20 Metern (87.). „Wenn wir noch das 3:3 gemacht hätten, wäre das sehr glücklich gewesen“, räumte auch van Lent ein.

Schwarzer Tag für die TuS-Profis
Koblenzer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage reißt beim 0:3 in Erfurt – Kittner kassiert Rote Karte
Die aufkeimende Euphorie beim Fußball-Drittligisten TuS Koblenz ist schon wieder dahin. Das 0:3 (0:1) beim FC Rot-Weiß Erfurt hat die Schängel im zweiten Auswärtsspiel des Jahres jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Heute waren alle, die von der Nummer eins bis zur Nummer 18 nominiert waren, ein Ausfall“, sagte TuS-Trainer Petrik Sander bei der Pressekonferenz nach der Partie im Steigerwaldstadion. Dabei hatte der verdiente 3:2-Auswärtserfolg vor Wochenfrist bei Rot-Weiss Ahlen am Deutschen Eck doch die (berechtigte) Hoffnung genährt, der Zweitligaabsteiger könne den Blick in den kommenden Wochen von der unteren Tabellenhälfte schon abwenden. Sven Reichwein war der sichtbarste Beleg für die Einschätzung des Gästetrainers. Der 24-Jährige, der aus der Jugend der Eisbachtaler Sportfreunde hervorgegangen ist, war ein ständiger Unruheherd auf dem Platz und besonders in der Spielhälfte der Gäste. Positiv gesehen, weil der laufstarke Stürmer die TuS-Abwehr ständig attackierte und schon im Spielaufbau in Zweikämpfe verstrickte. Negativ für den neutralen Beobachter aber auch, weil er häufig durch Reklamieren, Fallsucht und Provozieren von Freistoßentscheidungen des Schiedsrichters in Erscheinung trat. So war es kaum verwunderlich, dass Reichwein vehement einen Elfmeter forderte, nachdem er mit dem Ball am Fuß auf Stefan Haben im TuS-Strafraum auflief und zu Boden ging. Mit Erfolg, denn Referee Glasmacher zeigte auf den Punkt, und Nils Pfingsten-Reddig verwandelte eiskalt zum 1:0 (22.). Dass Reichwein wenig später, als Thomas Gentner ihn (schon eher) an gleicher Stelle foulte, keinen Strafstoß bekam, war ausgleichende Gerechtigkeit. Nach dem Wechsel war die Partie nach weiteren vier Minuten Spielzeit bereits entschieden. Reichwein schoss einen Freistoß aus 22 Metern durch die TuS-Mauer und unter Torwart Dieter Pauckens rechter Hand hindurch zum 2:0 ins Netz (49.). Olivier Caillas (52.), Tino Semmer (53.) und Pfingsten-Reddig (62., Handelfmeter) scheiterten danach am Gästeschlussmann. Ole Kittners akrobatische Rettungsaktion auf der eigenen Torlinie wurde zu Unrecht mit der Roten Karte bestraft, wie Fernsehbilder später belegten. Der Abwehrchef hatte das Leder mit Brust und Schulter eingeklemmt, der Unparteiische wertete das Ganze als Handspiel.

 

Februar 2011

Kein Neuzugang für TuS Koblenz
Pourie-Ausleihe geplatzt - Spiel in Regensburg findet statt
Beim Fußball-Drittligisten TuS Koblenz ist es in der Winter-Transferperiode ruhig geblieben. Andre Hahn vom FC Oberneuland bleibt der einzige Winter-Zugang, weitere Verstärkungen konnten (und wollten) sich die Koblenzer aus finanziellen Gründen nicht leisten. „Wir vertrauen unserem Kader und werden mit ihm den Rest der Saison bestreiten“, sagt TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos. Weil sich der von Trainer Petrik Sander favorisierte Mittelfeld-Allrounder offensichtlich nicht auf dem Markt befand, war zuletzt eine erneute Ausleihe von Marvin Pourie diskutiert worden. Das Nachwuchs-Talent von Bundesligist Schalke 04 hatte bereits in der vergangenen Rückrunde in Koblenz ausgeholfen, dieses Mal sind sich die Vereine aber nicht einig geworden. „Der Trainer und ich waren uns einig, dass wir nur dann tätig werden, wenn alle Konstellationen passen“, bleibt der TuS-Manager gelassen.

TuS jubelt im kalten Regensburg
Koblenzer Drittligist gewinnt Nachholspiel mit 2:0 – Tore durch Bender und Hornig
Das war die richtige Antwort auf die Schlappe von Erfurt: Mit einem 2:0 im Nachholspiel bei Jahn Regensburg hat Fußball-Drittligist TuS Koblenz den vierten Auswärtssieg der Saison eingefahren und sich auf den siebten Tabellenplatz verbessert. Die Tore vor 1496 Zuschauern erzielten Lars Bender und Manuel Hornig vor der Pause, die Koblenzer hatten anschließend keine Mühe, den Erfolg über die Zeit zu bringen. Ärgerlich aus Sicht der TuS: Kapitän Dennis Brinkmann kassierte seine fünfte Gelbe Karte und ist damit im Heimspiel am Sonntag gegen Hansa Rostock gesperrt. Die Schängel ließen von der ersten Minute an erkennen, dass sie etwas gut machen wollten. Überraschend kamen die Gäste mit dem hart gefrorenen Untergrund viel besser klar als der Jahn, der am Dienstag im Stadion hatte trainieren können. Die TuS agierte konzentrierter, spritziger und williger als die Gastgeber. So sahen sich auch die beiden Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez im Publikum mit an, wie Bender nach Thomas Gentners Flanke von rechts per Kopfball das 0:1 markierte (20.). Als Christian Pospischil kurz vor der Pause zum vierten Koblenzer Eckball antrat, köpfte Bender erneut gefährlich. Auf der Torlinie geklärt, landete der Ball vor den Füßen von Manuel Hornig, der entschlossen zum 0:2 einschoss (43.). Der Rest war Formsache. Von Regensburg kam nach der Pause nicht mehr viel, die Koblenzer hielten die Gastgeber geschickt vom eigenen Tor fern. Der Erfolg wurde souveräner erspielt, als es die TuS wohl selbst erwartet hätte

TuS ist einfach nicht effektiv genug
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Drittligist Koblenz hält gegen Rostock gut dagegen, verliert aber mit 0:2
Nein, gut mitgespielt hat Drittligist TuS Koblenz beim 0:2 (0:0) gegen Aufstiegsanwärter Hansa Rostock nicht. Das wäre die falsche Formulierung, denn spielerisch boten beide Teams in einer zähen Partie herzlich wenig. Was in erster Linie den in dieser Hinsicht enttäuschenden Rostockern anzukreiden war. Läuferisch und kämpferisch dagegen war eine engagiert zu Werke gehende TuS-Mannschaft dem Kontrahenten mindestens ebenbürtig. Was den Ausschlag für den Hansa-Sieg gab, brachte TuS-Trainer Petrik Sander auf den Punkt: „Uns hat es bei den wenigen Chancen an Effizienz gefehlt.“ Während Marcus Steegmann, vor allem aber Lars Bender ihre Chancen vor der Pause nicht nutzten, machten es die Gäste nach der Pause besser.  In einem ebenso umkämpften wie zerfahrenen Spiel mit unzähligen Freistößen aus dem Halbfeld brachte eine Standardsituation den ersten Treffer. Kevin Pannewitz köpfte eine Freistoßflanke von Mohammed Lartey ungehindert ein (66.). Elf Minuten später schloss Tobias Jänicke einen Konter der Rostocker sehenswert mit dem 0:2 ab. Hätte Referee Dominik Nowak, so wie nahezu jeder im Stadion, das Handspiel eines Rostocker Abwehrspielers im Strafraum gesehen und geahndet (83.), hätte es noch einmal interessant werden können

Stadt plant Umbau des Stadions Oberwerth
Podiumsdiskussion Koblenzer TuS-Fans stellen Fragen, Verantwortliche aus Verein und Politik geben Antworten
5000 Zuschauer pro Heimspiel, Fernsehberichte, Tor des Jahres – die TuS Koblenz ist auch in der dritten Liga ein großer Werbeträger für die Stadt. Bei einer Podiumsdiskussion, zu der der Dachverband Koblenzer Fanclubs geladen hatte, konnten die Anhänger der Blau-Schwarzen Verantwortliche aus Politik, Sport und Verwaltung befragen.
Wie kann das Stadion Oberwerth umgebaut werden?
Nachdem die Diskussion um einen Stadionneubau beendet ist, führt die Stadt laut Jürgen Sonntag, Leiter des Sport- und Bäderamts, zurzeit Gespräche mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord über einen Umbau. „Wir müssen dabei überlegen, was mit der Haupttribüne wird, ob die Laufbahnen bleiben und welche Anforderungen der Gewässerschutz stellt“, sagt Sonntag. Entwürfe für einen Umbau liegen der Stadt bereits vor. „Vielleicht lässt sich so was scheibchenweise wie in St. Pauli am Millerntor bewältigen“, meint SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann. Allerdings werden sich nicht alle Probleme lösen lassen. „Allein wegen der Verkehrsanbindung werden wir am Oberwerth wohl nie glücklich“, warnt Monika Sauer, sportpolitische Sprecherin der CDU.
Wie notwendig ist die gemietete Südtribüne in der dritten Liga?
Für TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos kommt ein Rückbau nicht infrage: „Ohne die Tribünen hätte dieses Stadion keinen Charakter mehr.“ Zudem würde der Rückbau der Tribüne 500 000 Euro kosten.
Werden die Verträge mit Trainer und Geschäftsführer verlängert?
Darüber wird laut TuS-Präsident Prof. Dr. Werner Hecker erst nach der Aufsichtsratssitzung am 21. Februar entschieden. Dann wisse man, was man sich in der neuen Saison leisten könne und was nicht.
Wie können Trainingsbedingungen für die Jugend verbessert werden?
Dass die Trainingsbedingungen für die Jugend katastrophal sind, zeigt schon die Tatsache, dass die A-Jugend der TuS ihre Spiele in Bad Ems und die B-Jugend in Lahnstein austrägt. TuS-Präsident Werner Hecker hofft jedoch, dass eine Kooperation mit dem VfL Kesselheim die Notlage lindert: „Vielleicht wird dann in Kesselheim ein Kunstrasenplatz gebaut.“
Wer nutzt das Stadion außer der TuS, und wie hoch ist die Miete?
Außer der TuS, die für das Stadion pro Saison 300 000 Euro Miete zahlt, gibt es praktisch keinen Mieter. Die Stadt hat die Auflage, dass auf dem Oberwerth nur Sportveranstaltungen stattfinden können.

Riemers Freistoßtreffer löst die Blockade
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TuS Koblenz schafft gegen den VfB Stuttgart II den ersten Drittliga-Heimsieg 2011
Für Statistiker war das 2:0 (0:0) der TuS Koblenz im Drittliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II 60 Minuten lang sehr eintönig. Keine Tore, keine Karten, keine Einwechslungen. Allenfalls die komplett leeren Stehränge in der Südkurve, wohin sich kein einziger Schwabe verirrt hatte, waren eine Notiz wert und könnten die in der Regionalliga angestoßene Diskussion um die (finanzielle) Attraktivität von zweiten Mannschaften befeuern. Hätte sich nicht Manuel Hornig nach einer Ecke von Thomas Gentner in den Strafraum geschlichen und einen Kopfball knapp neben den Pfosten gesetzt, dann wäre – angesichts gleichwertiger Stuttgarter Harmlosigkeit – die Spalte „Torchance“ ebenfalls leer geblieben. „Wenn wir nicht früh in Führung gehen, dann müssen wir halt kompakt stehen und aufpassen, dass wir nicht in einen Konter laufen“, erklärte TuS-Trainer Petrik Sander im Nachhinein, warum seine Mannschaft von Beginn an Vorsicht walten ließ. Dennoch wäre das risikoarme Spiel fast schiefgegangen, als Michael Gardawski plötzlich allein loszog, aber am Fuß von TuS-Schlussmann Dieter Paucken scheiterte. „Das war unsere Chance zum 1:0“, hielt VfB-Coach Jürgen Seeberger fest. Seinen Koblenzer Kollegen ärgerte vor allem, dass die Chance der Gäste unmittelbar aus einem eigenen Angriff entstanden war. „Da musst du den Ball auch mal auf die Tribüne schießen, anstatt ihn in den eigenen Reihen halten zu wollen“, mahnte er das einfache Spiel an und betonte, „dass wir hier das Quäntchen Glück hatten“.  Immerhin: Nach der Stuttgarter Führungschance kamen endlich auch Statistiker auf ihre Kosten. Je drei Einwechslungen auf beiden Seiten, zwei Gelbe Karten (Christian Pospischil, Dennis Riemer) gegen die TuS, drei gegen den VfB und zwei Tore binnen vier Minuten – der Live-Ticker nahm nach einer Stunde richtig Fahrt auf. „Wenn du gegen Koblenz in Rückstand gerätst, wird es sehr schwer“, wunderte sich Seeberger kaum, dass Riemers Freistoß aus zentraler Position zum 1:0 (77.) und Manuel Hornigs Treffer zum 2:0 (81.) – nach einer Ecke von Pospischil – die Entscheidung herbeiführten.

TuS: Platz drei ist (noch) tabu
Koblenzer sind nach 2:0 in Bremen die Gewinner des Spieltags
Für Fußball-Drittligist TuS Koblenz könnte die bisher überragende Saison zu einem sensationellen Ende führen. Weil der der Tabellen-Dritte Kickers Offenbach in diesem Jahr eine veritable Krise durchlebt, ist für die Koblenzer Elf von Trainer Petrik Sander nach dem 2:0 bei Werder Bremen II sogar Platz drei und damit die Relegation für die Zweite Liga in Reichweite gerückt. Gerade einmal vier Punkte beträgt mittlerweile nur noch der Rückstand, wobei die Hessen allerdings auch noch ein Spiel im Rückstand sind. „Für uns steht die Ausbildung der Spieler im Mittelpunkt“, sagt Sander, der die Rückrunde nun in aller Ruhe dazu nutzen will, um die zahlreichen Talente im Team weiterzuentwickeln. Bestes Beispiel gegen Bremen war Andre Hahn (20), dem in der alten Heimat sein erster Treffer für Koblenz gelang, ehe Manuel Hornig eine Viertelstunde vor Schluss den 2:0-Endstand besorgte.

Zwei frühe Freistoßtore machen es der TuS leicht
Fußball-Rheinlandpokal Koblenzer Drittligist gewinnt in Dörbach 2:0
Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff des Achtelfinalspiels im Fußball-Rheinlandpokal zwischen dem SV Dörbach und der TuS Koblenz war das Polizeiaufgebot größer als der Fanandrang und die Situation rund ums Stadion in Dörbach noch angespannt. Spätestens als 16 Minuten gespielt waren, stellten sich dann aber alle auf einen ruhigen Abend ein: Denn die TuS führte zu diesem Zeitpunkt mit 2:0 und nahm dem gastgebenden Rheinlandligisten und dessen Fans früh die kleine Hoffnung auf eine Pokalüberraschung. Derweil freuten sich die Anhänger des Drittligisten beim 2:0 (2:0)-Erfolg über zwei wunderschöne Freistoßtreffer in der ersten Hälfte: Beim ersten Mal hieß Lukas Nottbeck der Schütze. Der Koblenzer Kapitän verwandelte aus 17 Metern von halblinker Position direkt in den Winkel (10. Minute). Das wollte Thomas Gentner noch besser machen. Der Linksfuß lief in der 16. Minute an und zirkelte den Ball aus fast gleicher Position wie Kollege Nottbeck, doch diesmal von halbrechts, ins Tor. Mit dem 2:0 war Dörbach, das in den 90 Minuten keinen Torschuss abgab, schon geschlagen. Einziger Wermutstropfen für die TuS: Stefan Haben musste in der zwölften Minute wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Für ihn kam Eike Mund, der seine Aufgabe in der Innenverteidigung sehr gut erledigte. Weniger gut war in der zweiten Hälfte die Chancenverwertung der Koblenzer. Lars Bender (50., 51.) per Doppelchance, Michael Stahl aus sieben Metern (68.), Geburtstagskind Dennis Riemer nach einem Solo, Marcus Steegmann (72.) und Nottbeck (88.) alleine vor dem Torhüter oder Tobias Bauer mit einem Linksschuss – sie alle nutzten ihre Chancen nicht oder scheiterten am besten Dörbacher, Torhüter Sascha Maxheim. So blieb's beim 2:0, und TuS-Trainer Petrik Sander hakte das Spiel schnell ab: „Aufgabe erledigt, jetzt konzentrieren wir uns wieder auf die Liga.“

TuS: Remis bringt 40. Punkt
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Koblenz 1:1 gegen Haching – OFC feuert Wolf
Die Leistung war überschaubar, aber das große Ganze stimmt: Fußball-Drittligist TuS Koblenz musste sich im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching mit einem 1:1 begnügen, hat durch das Unentschieden aber bereits am 26. Spieltag die 40-Punkte-Marke erreicht. „Das hätte uns vor der Saison niemand zugetraut“, freute sich Trainer Petrik Sander, der ansonsten nicht viel Positives in den 90 Minuten gesehen hatte. „Das war eines unserer schwächeren Heimspiele“, fand der Coach, der diesen Umstand darauf zurückführte, dass einige seiner Akteure gedacht haben, „dass es schon irgendwie zum Sieg reichen wird.“ Immerhin: Das späte Ausgleichstor von Marcus Steegmann war das Ergebnis enormer Willenskraft. Letztlich diente die Partie wohl auch als Anschauungsmaterial dafür, dass seine Elf gut beraten ist, sich nicht mit höheren Ambitionen zu beschäftigen. Sander: „Für uns hat sich das Liebäugeln mit Platz drei erledigt.“

 

 

März 2011

Hahn freut sich auf den Karneval
20-Jähriger wird beim 1:0 der TuS Koblenz in Babelsberg zum Mann des Tages
Für Andre Hahn läuft es derzeit. Gleich doppelt und dreifach sogar, im engeren wie im weiteren Sinne, im wörtlichen wie im übertragenen. Der Winter-Neuzugang der TuS Koblenz avancierte mit seinem goldenen Tor im Drittliga-Fußballspiel bei Aufsteiger SV Babelsberg 03 zum Mann des Tages. Es lief die 14. Minute, nach einer angeschnittenen Ecke von Lukas Nottbeck bekamen weder Freund noch Feind die Kugel unter Kontrolle. Hahn behielt als Einziger Überblick und Nerven, aus zentraler Position schoss er den Ball cool ins Netz. „Klar läuft es bei mir. Das ist aber nicht entscheidend“, sagte Hahn nach dem Koblenzer 1:0-Sieg zurückhaltend und lenkte gleich den Blick von sich auf sein Team: „Momentan läuft es für die ganze Mannschaft. Darauf kommt es an.“ Sein Anteil daran ist dennoch beachtlich. Der 20-Jährige war im Winter als Alternative für die Offensive vom Regionalligisten FC Oberneuland gekommen und hat sich schneller als gedacht an die höhere Klasse gewöhnt. In Babelsberg stand er zum dritten Mal in Folge in der Startformation, erzielte seinen zweiten Treffer. Und wenn es schon so gut läuft, dann läuft Hahn selbst umso mehr. 87 Minuten lang rannte er gegen Babelsberg auf der rechten Seite rauf und runter, bis Trainer Petrik Sander ihn erschöpft vom Feld nahm. „Das Tor hat mich natürlich zusätzlich beflügelt“, meinte der Jungspund, der das aber ansonsten nicht weiter bemerkenswert fand: „Das ist sowieso mein Spiel. Ich komme meistens über das Läuferische.“

TuS-Zukunft: Loos und Sander schlagen Alarm
Droht dem Drittliga-Fußball in Koblenz das Ende? Zumindest schlagen Trainer Petrik Sander und Geschäftsführer Wolfgang Loos im Vorfeld des Heimspiels gegen Wacker Burghausen Alarm und fordern massive strukturelle Verbesserungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Vereins zu sichern. "Sportlich befinden wir uns in einer so tollen Ausgangssituation. Das normalste von der Welt wäre jetzt, am 27. Spieltag Planungssicherheit zu haben. Aber es passiert nichts", sagt Sander. Damit meint der Trainer noch nicht einmal seine persönliche Situation um die ungeklärte Vertragsverlängerung. Vielmehr liegt dem 50-Jährigen die Zukunft seiner Mannschaft am Herzen, deren sportliche Entwicklung angesichts der schlechten wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen im Sand zu verlaufen droht. "Das stimmt mich sehr traurig", so Sander, "und ich weiß nicht, wie lange ich mir das noch angucken soll." Dabei ist der Coach eigentlich der festen Überzeugung, "dass wir mit zwei, drei Verstärkungen durchaus andere Ziele in Angriff nehmen könnten". Für Loos, dessen Vertrag ebenso wie der von Sander am 30. Juni ausläuft, sind in erster Linie die enormen Stadionkosten ein massives Problem, die den Handlungsspielraum des Klubs erheblich einschränken. "Wenn in dieser Stadt nicht bald eine Stadionphilosphie entwickelt wird, geht hier demnächst bald alles den Bach runter", sagt Loos und zeichnet ein düsteres Bild. Während in Städten wie Dresden, Braunschweig, Offenbach oder auch Heidenheim die Stadien neu- oder umgebaut werden, sieht sich Loos im völlig veralteten Stadion Oberwerth einer weiteren Steigerung der Kosten gegenüber.

Niederlage: TuS Koblenz verliert 0:4 gegen Wacker Burghausen
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Burghausen nutzt seine wenigen Chancen effizient aus
4.122 Zuschauer sahen eine herbe Niederlage der TuS Koblenz gegen die Gäste aus dem Süden Deutschlands. Koblenz in den ersten Minuten die stärkere Mannschaft und mit Zug zum Tor der Gäste. Wacker Burghausen nutzte die sich ihnen bietende Chancen effizient aus. In der 13. Minute war es Eric Agyemang, der den Ball ins lange Eck schieben konnte. Christian Knappmann erhöhte noch vor der Pause (39.) auf 0:2. Unmittelbar nach der Pause schlugen die Burghauser durch Sören Halfar erneut zu (48.). Nur einige Minuten später (54.) war es Darlington Omobiagbe der auf 0:4 erhöhte. In den ersten Minuten der Partie gleich mit zwei guten Möglichkeiten. Zwanzig Sekunden nach dem Anpfiff war es Lukas Nottbeck, der auf André Hahn flankte. Dieser hätte den Ball einschieben können, kam aber einen kleinen Schritt zu späte. Dennis Riemer war es, der in der 5. Minute den Ball an der Strafraumgrenze zu flanken versuchte, dabei aber wegrutschte. Eine Minute später zögerte Marcus Steegmann einen Tick zu lange und konnte mittig an der Strafraumgrenze nicht mehr aufs Tor schießen. Wacker Burghausen schlug das erste Mal in der 13. Spielminute zu. Koblenz nach einem Konter nicht schnell und sortiert genug zurück in der eigenen Hälfte, so dass Eric Agyemang aus halb rechter Position, rund 15 Meter vor dem Tor ins lange linke Toreck einschießen konnte. Wacker Burghausen mit der Führung im Rücken sehr sicher und mit viel Übersicht. Koblenz in vielen Situationen etwas zu umständlich und ohne die notwendige Übersicht. Folgerichtig legte Burghausen in der 39. Minute nach und erhöhte durch Christian Knappmann auf 0:2. Kurz vor der Pause verletzte sich Dennis Brinkmann an der Ohrmuschel (Ohrmuschelriss) und konnte nach der Halbzeit nicht mehr auflaufen. Für Dennis Brinkmann kam Lars Bender ins Spiel und Michael Stahl wurde zur Halbzeit durch Stefan Haben ersetzt. Die Schängel kamen nach der Halbzeit früher aus der Kabine und versuchten den Anschluss zu erzielen. Wacker Burghausen machte aus seiner dritten Chance das dritte Tor. Sören Halfar schoss von der Strafraumgrenze einfach drauf und der Ball prallte von der Lattenunterkante direkt ins Tor (48.). Koblenz nach dem 0:3 Rückstand verunsichert und mit einigen individuellen Fehlern. In der 54. Spielminute gelang Darlington Omobiagbe noch das 0:4. Ein verunglückter Schuss landete abgefälscht im Tor der Schängel.

TuS-Mitglieder buhen den OB aus
Hohe Kosten rund um das Stadion bringen Verein in Existenznot – Twer: Die Stadt ist am Zug
Fußball-Drittligist TuS Koblenz geht ausgerechnet im Jahr des 100-jährigen Bestehens schweren Zeiten entgegen. Obwohl die neu formierte Mannschaft von Trainer Petrik Sander bislang eine überzeugende Saison spielt und mit dem Abstieg längst nichts mehr zu tun hat, war die Stimmung bei der Mitgliederversammlung im VIP-Zelt des Stadions Oberwerth insgesamt eher gedrückt, aber auch gereizt. Grund dafür war wie so oft in den vergangenen Jahren die angespannte Finanzlage des Vereins, die sich indes im Vorfeld der kommenden Spielzeit zuspitzt. Obwohl die Versammlung über weite Strecken sachlich verlief, drohte zwischenzeitlich ein Eklat: Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, der als Gast anwesend war, erklärte während der Aussprache: „An dieser beschissenen finanziellen Situation der TuS hat die Stadt keine Schuld.“ Daraufhin verließen Trainer Petrik Sander und Aufsichtsrats-Chef Walterpeter Twer das Zelt. Sander fuhr nach Hause, Twer kehrte wenig später wieder zurück. Buh-Rufe für den Oberbürgermeister, der sich zuvor schon unbeliebt gemacht hatte, als TuS-Präsident Werner Hecker ein Schreiben verlas, in dem Hofmann-Göttig gefordert hatte, „dass sich Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführung von Verein und GmbH jeglicher negativer Äußerung über die Stadt Koblenz [...] enthalten“ sollen. Schulden auf 1,7 Millionen gedrückt  Zahlen, die es dem Klub fast unmöglich machen, eine finanzielle Grundlage für den Verbleib in der Dritten Liga zu haben – geschweige denn, höhere Ziele in Angriff zu nehmen. „Wir haben in den vergangenen Jahren unseren Schuldenberg von mehr als 9 auf 1,7 Millionen Euro reduziert“, erklärte Twer die schwierige Gratwanderung des Vereins und dankte dabei ausdrücklich Lotto Rheinland-Pfalz für deren Unterstützung in der laufenden Saison: „Wir hätten es nicht geschafft, wenn wir nicht eine Bürgschaft von Lotto gezogen hätten.“ In der aktuellen Spielzeit droht der TuS ein Minus von 300 000 Euro. „Damit können wir leben“, ergänzte Twer. Was dem langjährigen Förderer indes zu schaffen macht, sind die Planungen für die nächste Spielzeit: Um halbwegs wettbewerbsfähig zu sein, fallen trotz Einsparungen auf allen Ebenen Kosten von rund 5 Millionen Euro an, dagegen liegen die Einnahmen bei lediglich 3,5 Millionen Euro. „Es fehlen 1,5 Millionen Euro“, sagte Twer mit Blick auf die derzeit laufende Lizenzierung, „und ich weiß nicht, wo die herkommen sollen.“ Erst im vergangenen Sommer habe er privat in praktisch letzter Minute mit 320 000 Euro gebürgt, damit die TuS überhaupt die Drittliga-Lizenz erhielt.

Uwe Koschinat ist jetzt Fußball-Lehrer
Koblenzer Urgestein hat Lehrgang gemeistert – Zeit der Doppelbelastung ist endlich vorbei
Für Uwe Koschinat hat das Büffeln bis in die Nacht ein Ende, vor allem aber kann der Co-Trainer der TuS Koblenz jetzt wieder montags ein bisschen länger im Bett bleiben. Nach stressigen, aber auch interessanten 44 Wochen hat der 39-Jährige in diesen Tagen erfolgreich den Fußball-Lehrer-Lehrgang in Köln abgeschlossen – und der Drittligist hat nun neben Petrik Sander, Colin Bell und Jugend-Trainer Patric Muders gleich vier Übungsleiter in seinen Reihen, die die höchste Stufe der Trainer-Ausbildung erfolgreich gemeistert haben. „Ich werde es genießen, mich jetzt auch wieder mehr um die Familie kümmern zu können“, sagt Koschinat. Seit Mai war er zusammen mit 26 Gleichgesinnten von montags um 8 Uhr bis mittwochs um 18 Uhr an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln, um für den Rest der Woche seiner eigentlichen Tätigkeit als Assistent von Sander nachzukommen. Psychologie, Pädagogik, Trainingswissenschaft, Sportmedizin und vor allem fußballspezifische Aspekte standen bei dem Lehrgang auf dem Stundenplan, den Lehrgangsleiter Frank Wormuth laut Koschinat „sehr praxisnah“ geleitet hat. Zum Beispiel galt es, Trainingsformen für verschiedene Spielsysteme zu entwickeln oder Stärken und Schwächen verschiedener Systeme herauszuarbeiten.

Sander ist stolz auf seine TuS
Dezimierter Koblenzer Drittligist zeigt bei 0:0 in Offenbach Moral
 0:0 – das klingt nach einem mauen Kick, aber das Gegenteil war der Fall. Das torlose Unentschieden der TuS Koblenz bei Kickers Offenbach glich einem Kraftakt sondergleichen, den Trainer Petrik Sander in den höchsten Tönen lobte. „Ich war in meiner ganzen Karriere noch nie so stolz auf eine Mannschaft“, zeigte sich der 50-Jährige einmal mehr beeindruckt von der Charakterstärke seiner Elf. Hintergrund: Im Vorfeld mussten nicht weniger als sieben Akteure passen, zu Beginn der Partie schied auch noch Lukas Nottbeck mit einer ausgekugelten Schulter aus. Die letzten Aufrechten ignorierten indes alle Widrigkeiten und brachten den Aufstiegskandidaten mit leidenschaftlich geführten Zweikämpfen zur Verzweiflung. „Dieser Punkt ist für die Moral mehr wert als jeder Sieg in dieser Saison“, freute sich der Coach gerade für die nachgerückten Akteure aus der zweiten Reihe und fügte mit Blick auf die ungewisse Zukunft an: „Das war ein Fingerzeig an alle, denen etwas an der TuS liegt. Es darf im Sommer nicht vorbei sein.“

Tribüne wird aus Sicherheitsgründen gesperrt
Beim Spiel von TuS Koblenz gegen Braunschweig (2. April) wird die Südtribüne nicht freigegeben
Aus Sicherheitsgründen bleibt die Lotto-Tribüne beim nächsten Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am Samstag, 2. April, gesperrt. Bei den regelmäßigen Sicherheitsgesprächen, an denen vor jedem Heimspiel unter anderem Polizei, Feuerwehr, Bauaufsicht und Ordnungsamt teilnehmen, sind wiederholt Bedenken bezüglich der Standsicherheit der Anlage in der Südkurve geäußert worden. In einem Schreiben vom 15. März hat der Rechtsanwalt der Firma, die die Tribüne aufgebaut und an die TuS vermietet hat, nun schriftlich die Verantwortung für die Sicherheit abgelehnt. Grund für die Bedenken sei, „dass die Randale auf den Tribünen sich in einer Art und Weise abspielt, die über das normale gelegentlich unangenehme Fan-Verhalten in Fußballstadien deutlich hinausgeht“, heißt es in dem Brief an die TuS. Der Verein wird darin aufgefordert, die Nutzung der Tribüne mit entsprechenden Auflagen zu versehen. Und auch für das Abbrennen von Bengalos sind die Tribünen laut Information der Firma Nüssli absolut nicht geeignet. Die Stadt Koblenz habe sich an die Firma gewandt, heißt es in dem Schreiben weiter, und „darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Tribüne sich während der Liga-Spiele in einer Art und Weise abspielt, die die Standsicherheit der Tribünen infrage stellt und letzten Endes dazu führt, dass die Sicherheit der Anlagen insgesamt infrage steht“.

Effektive TuS schlägt die Eisbären
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Koblenz schafft ohne Glanz den Sprung ins Halbfinale
Fußball-Drittligist TuS Koblenz steht im Halbfinale des „Bitburger Rheinlandpokals“. Die „Schängel“ gewannen das Viertelfinale bei den Sportfreunden Eisbachtal mit 4:1 (1:0). Das Ergebnis fiel jedoch um ein, zwei Tore zu hoch aus, denn auch die „Eisbären“ hatten in Hälfte zwei einige gute Aktionen. „Ich hatte mir ein anderes Auftreten und mehr Souveränität im Spiel meiner Mannschaft erhofft“, sagte TuS-Trainer Petrik Sander. Seine Elf bestimmte zwar das Spielgeschehen in Hälfte eins, brauchte aber eine starke Einzelaktion von Tobias Bauer, um mit einer Pausenführung in die Kabine gehen zu können. In der 32. Spielminute kam der TuS-Spieler 18 Meter vor dem Tor an den Ball, profitierte dabei von einem Stellungsfehler von Christian Groß und versenkte das Leder im langen Eck. Auch die zweite Hälfte begann zunächst mit Koblenzer Überlegenheit, aber ohne zwingende Torchancen. Die hatte nach 66 Minuten plötzlich Eisbachtal, als Timo Schlag nach einer Ecke den Ball mit dem Kopf perfekt gen Torwinkel zirkelte. Doch TuS-Spieler Dennis Riemer klärte – ebenfalls per Kopf – auf der Linie. „Wenn wir da das 1:1 machen, dann geht das Spiel sicherlich nicht 1:4 aus“, fand Eisbachtals Trainer Dirk Hannappel, der nur acht Minuten nach dem Schlag-Kopfball die nächste Großchance seiner Mannschaft sah. Der kurz zuvor eingewechselte Pascal Heene hätte einen Abpraller aus zehn Metern ins fast leere Tor schieben können, das Leder aber flog über die Torlatte (74.). So kam, was kommen musste: Eisbachtal lud Koblenz zum Freistoßtraining ein – wie unmittelbar vor dem 0:2. Die Gastgeber verloren bei eigenem Einwurf den Ballbesitz, mussten dann am Strafraum Foul spielen. Den Freistoß von Bauer köpfte Ex-Eisbär Michael Stahl zum 2:0 in die Maschen (76.). Dank TuS-Keeper Dieter Paucken und einem Abstimmungsfehler mit dessen Abwehr kam Eisbachtal zwar noch zum Anschlusstreffer, als der eingewechselte Christopher Reusch den Ball über die Linie stocherte (84.). Doch schon wenig später wurde ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Gasteier zur Spaßbremse. André Hahn kam im Strafraum zu Fall und verwandelte den Elfmeter selbst zum 3:1 (88.). Als Oliver Laux mit dem Schlusspfiff noch auf 4:1 erhöhte, war der TuS-Sieg um mindestens ein Tor zu hoch ausgefallen. „Wir haben zwar nicht viel zugelassen, aber nach dem Anschlusstreffer war es ein wenig wackelig“, sagte Sander, dessen Team im Halbfinale auf die Spvgg EGC Wirges trifft. Eisbären-Coach Hannappel gratulierte der TuS „zu einem verdienten Pokalsieg. Unsere Abwehr hat die Aufgabe heute über weite Strecken stark gelöst.“

Zwanziger: Ohne neues Stadion keine Zukunft
DFB-Präsident sorgt sich um den Profifußball in Koblenz
Er ist auf den Plätzen der Fußballwelt heimisch – und dennoch ein Mann der Region. DFB-Präsident Theo Zwanziger, in Paris gerade ins Exekutivkomitee des Weltfußballverbandes Fifa gewählt, erörtert im Gespräch mit unserer Zeitung, wohin der Weg des Fußballs in Koblenz führen könnte. Sein Appell: In Sachen Stadionneubau muss eine Lösung her, schnellstens. Bleibt alles beim Alten, spielt Drittligist TuS Koblenz weiterhin im wenig zeitgemäßen Stadion auf dem Oberwerth, sieht der Altendiezer schwarz für den Spitzenfußball am Deutschen Eck.
In Deutschland sind die größten Stadien inzwischen topmodern, Städte wie Mainz bauen gerade neu. Auch in Liga zwei gibt es durchaus viele schmucke Stadien. Sind jetzt die Vereine und Städte aus der Dritten Liga am Zug, wenn sie ihre eigene Zukunft in der Spitze sichern wollen?
Eindeutig ja. Der Fußball in der Spitze ist ein Mediensport. Wer dabei sein will, der braucht Fernsehgelder.
Was bedeutet das konkret?
Das heißt: Du musst in einer Klasse spielen, in der auch Fernsehgelder ausgeschüttet werden. Das ist sehr gut in der Ersten Liga der Fall und auch in der Zweiten Liga, aber sicher auch noch in der Dritten Liga machbar. Denn auch dort gibt es Fernsehpräsenz. Die Dritten Programm zeigen die Spiele, teilweise sogar live, auch die Sportschau im Ersten berichtet von den Spielen. Mit dieser Fernsehpräsenz gibt es verbesserte Möglichkeiten, Sponsoreneinnahmen zu generieren, und es gibt natürlich die unmittelbaren Zuschüsse. Vereine, die in diesen drei Spielklassen spielen, werden in der Lage sein, mit Augenmaß auch professionellen Fußball anzubieten. Das wird unterhalb dieser drei Ligen dauerhaft nur in Ausnahmefällen möglich sein.
Sie kennen das Koblenzer Stadion auf dem Oberwerth gut, die Historie ebenso wie die bauliche Situation und die Lage. Welchen Sinn hat es, in ein solches Stadion, Baujahr 1936, zu investieren?
Die Frage, wo man investiert, ob man saniert, ausbaut oder neu baut, muss natürlich vor Ort getroffen werden. Klar ist nur, dass der aktuelle Standort durch seine Lage im Wasserschutzgebiet und Ähnliches ein sehr problematischer Standort ist. Das lässt sich nicht leugnen. Man wird nicht alles, was man machen will, ohne Weiteres machen können. Wenn man es will, muss deshalb eine Entscheidung getroffen werden, ob man an einer anderen Stelle zu einer Neubausituation kommt, damit man das realisieren kann, was Vereine heute für die Dritte Liga oder auch für die Zweite Liga benötigen.
Gibt es demnach eine Alternative zu einem Stadionneubau?
Aus meiner Sicht gibt es die nicht. Natürlich kann ich die technischen Dinge nicht alle beurteilen. Es gibt einen Standort, klar. Auch habe ich nicht alle Faktoren durchgeprüft. Was meiner Meinung nach aber erwartet werden darf, ist, dass der Verein nicht jahrelang hingehalten wird. Es hilft kein jahrelanges Zerreden, vielmehr müssen Entscheidungen her. Das machen andere Städte Koblenz vor. Das sehe ich aus rheinländischer Sicht mit einer Träne im Auge, aber um den Gesamtfußball in Deutschland mache ich mir keine Sorgen. In Deutschland wird Fußball gespielt – ob mit oder ohne Koblenz.

 

April 2011

TuS kämpft, Eintracht trifft
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Braunschweig im Stile eines Aufsteigers
So spielt ein Aufsteiger: Der souveräne Drittliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig hat sich auch gegen TuS Koblenz nicht von seinem Weg abbringen lassen. Dank enormer Effizienz und einem Kader, der in der Liga seinesgleichen sucht, setzten sich die Niedersachsen mit 2:0 auf dem Oberwerth durch und haben nun schon 20 Punkte Vorsprung auf den Relegations-Platz drei. „In punkto Leidenschaft und Moral ist die Mannschaft über ihre Grenzen gegangen“, lobte TuS-Trainer Petrik Sander trotz der fünften Heimniederlage den Aufwand seiner Elf, „letztlich hat die individuelle Qualität der Braunschweiger den Unterschied ausgemacht.“ Die Fakten dazu: Die Torschützen Kumbela und Kruppke haben inzwischen mehr Treffer erzielt (31) als sämtliche Koblenzer in der gesamten Saison (30). Ein Doppelschlag binnen zwei Minuten brachte die Entscheidung, der Koblenzer Not-Elf fehlte am Ende die Kraft und auch die fußballerischen Mittel, um für eine Überraschung sorgen zu können. Angesichts der zahlreichen Ausfälle werden die anstehenden englischen Wochen im April für die TuS zu einem Kraftakt, bereits am Dienstag geht es mit der Partie bei Carl Zeiss Jena weiter. Jüngste Hiobsbotschaft: Mittelfeldmann Michael Stahl biss mit einem Mittelhandbruch gegen Braunschweig auf die Zähne, wird sich aber über kurz oder lang einer Operation unterziehen müssen.

TuS schrammt knapp am Dreier vorbei
Koblenzer kassieren in Jena spätes 2:2
Fußball-Drittligist TuS Koblenz hat in dieser Saison voller Überraschungen den nächsten Coup nur knapp verpasst. Die Mannschaft von Trainer Petrik Sander stand beim 2:2 bei Carl Zeiss Jena ganz dicht vor dem siebten Auswärtssieg, erst der späte Ausgleich durch Felicio Brown-Forbes (88.) riss die Koblenzer aus ihren Träumen. Zuvor hatten Ole Kittner (13.) und Marcus Steegmann (18.) nach Freistößen die Treffer für die TuS erzielt, die damit ihren Ruf untermauerte, nach ruhenden Bällen eine der gefährlichsten Mannschaften der Liga zu sein.  Mehr noch: Der Punktgewinn im Ernst-Abbe Sportfeld war vor allem ein Beleg dafür, wie sehr Sanders Team in den vergangenen Monaten gereift ist. Nachdem sich im Vorfeld der Partie auch Kapitän Dennis Brinkmann verletzt abmelden musste, sprach wenig für die Koblenzer, die die Widrigkeiten aber schlichtweg ignorierten. Auch die damit einhergehende taktische Umstellung erwies sich nicht als Problem. Erstmals in dieser Spielzeit agierten die Blau-Schwarzen im Mittelfeld mit einer Raute und zwei Angreifern. Eine Variante, gegen die die Thüringer so ihre liebe Mühe hatten. Michael Stahl und Manuel Hornig zwangen die Jenaer immer wieder zu langen Bällen, geordnete Angriffe blieben die Ausnahme. Zum Beispiel in der 29. Minute, als Brown-Forbes auf der rechten Seite entwischt war und zum 1:2 einschob. Klar, dass dieses Tor der Auftakt einer kampfbetonten zweiten Halbzeit war, in der die FCC-Fans sogar Einwürfe frenetisch feierten. Der Druck wurde größer – aber anders als in etlichen Partien in der Hinrunden brachen die Koblenzer nicht ein und stürzten sich mit Verve in jeden Zweikampf. Ähnlich wie jüngst beim 0:0 in Offenbach gefiel sich die Sander in der Rolle des Spielverderbers. Mit erstaunlicher Cleverness wurde der Vorsprung über die Zeit gebracht, ehe Torwart Dieter Paucken kurz vor dem Ende eine unnötige Ecke verursachte, die zum Ausgleich führte.

Colin Bell verlässt TuS Koblenz II und wird Trainer beim SC 07 Bad Neuenahr
Colin Bell ist immer 100-prozentig bei der Sache bei seinem Job als Fußballtrainer. Seit fünf Jahren ist er für die Reserve der TuS Koblenz verantwortlich, zurzeit steht er mit seiner Mannschaft, mit der er mehrmals in Folge aufstieg, in der Rheinlandliga auf dem zweiten Platz. Am Ende dieser Saison muss sich der Verein allerdings einen neuen Trainer suchen, denn Bell wechselt zum Frauen-Bundesligisten SC 07 Bad Neuenahr. „Ich hatte fünf wunderbare Jahre bei der TuS, hatte eine fantastische Mannschaft und ein tolles Trainerteam. Ich bin dankbar für die Zeit bei der TuS, und diese Entscheidung ist mir sicher nicht leicht gefallen. Aber es ist auch eine Chance für mich“, sagte Colin Bell. Wolfgang Loos, Geschäftsführer der TuS Koblenz, sagte: „Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Colin Bell bedauern wir diese Entscheidung, müssen sie aber letztlich akzeptieren. Wir wünschen ihm für die sicher nicht einfache Aufgabe alles Gute.“

Petrik Sander tobt und lobt
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Koblenz feiert 4:0 – Braunschweig steigt auf
Auf dem Spielberichtsbogen standen gerade mal 15 Akteure, aber das hinderte Fußball-Drittligist TuS Koblenz nicht an der nächsten Großtat: Trotz des letzten Aufgebots feierte die Elf von Petrik Sander mit dem 4:0 (1:0) gegen den 1. FC Heidenheim den höchsten Saisonsieg und machte den Trainer förmlich sprachlos. „Was die Mannschaft in puncto Leidenschaft und Moral geleistet hat, war überragend“, lobte Sander seine Not-Elf, in der nicht zuletzt die Jungspunde aus dem eigenen Nachwuchs ihr Gesellenstück ablieferten. „Sie sind in der Liga angekommen“, freute sich der Coach über deren Entwicklung. Um die spielerischen Nachteile gegenüber den gefälligen, aber harmlosen Gästen zu kompensieren, nahm der Trainer sogar in Kauf, kurz vor der Pause auf die Tribüne verbannt zu werden. „Wir brauchten Emotionen im Spiel“, erklärte Sander seine besondere Form des Coachings, beschwerte sich aber gleichzeitig über die Umgangsformen des Schiedsrichters: „Es kann nicht sein, dass er mich einfach duzt und abkanzelt.“

 


TuS: Sander hakt 0:1 schnell ab
Koblenzer verlieren in Dresden – Rostock patzt
Jetzt ist das Thema endgültig erledigt, das für die TuS ohnehin keines war: Nach dem 0:1 bei Dynamo Dresden haben sich für den Koblenzer Drittligisten die Fragen nach dem Kampf um Platz drei erübrigt, fünf Spieltage vor dem Saisonende trennen die Elf von Trainer Petrik Sander acht Punkte vom Relegations-Rang. Vielmehr zeigte die frühe Verletzung von Marcus Steegmann fast symptomatisch die Lage beim Tabellensiebten auf: Trainer Petrik Sander muss fast wöchentlich neue Hiobsbotschaften verkraften, nach dem Ausfall des treffsichersten TuS-Angreifers (neun Tore) fehlten nicht weniger als neun Akteure. Ein nicht zu kompensierendes Manko im ohnehin zu dünnen Kader. Die Not-Elf verkaufte sich bei den Sachsen ordentlich, letztlich fehlte es aber an Offensiv-Qualität, um Zählbares zu verbuchen. „Wir haben den Ball phasenweise gut laufen lassen“, resümierte der Coach, „aber es ist wenig dabei herausgekommen.“ Sanders Fazit: „Eine bittere Niederlage, die uns aber nicht zurückwirft.“

Statt drei Punkten gibt’s am Ende keinen
rueckblick_2010-11_32TuS Koblenz verliert 1:2 gegen Saarbrücken
Ein lauer Frühlingsabend, zwei Mannschaften, die munter nach vorn spielen – das 1:2 von TuS Koblenz gegen den 1. FC Saarbrücken zählte zu den sehenswerteren Partie in der Dritten Fußball-Liga. Die 5540 Zuschauer bekamen reichlich was für ihr Geld geboten, an sehenswerten Szenen gab's keinen Mangel. Dumm nur, dass aus Sicht der Gastgeber das Ergebnis nicht passte. Es zwar war nicht unbedingt das von den Fans erhoffte knallharte Duell, aber Unterhaltungswert hatte die Partie allemal. Frei von allen Abstiegssorgen suchten beide Mannschaften den Weg nach vorn, wobei die Gäste mit vier Siegen im Rücken bisweilen gefällig die Kugel laufen ließen. Wenn bei der TuS etwas ging, dann über rechts, wo Dennis Riemer und vor allem Lars Bender etliche Vorstöße starteten. Erstaunlich: Obwohl der TuS inzwischen fast alle Angreifer abhanden gekommen sind, entstanden etliche Halbchancen, bei der vielversprechendsten wurde Bender in letzter Sekunde abgeblockt. In dieser Hinsicht stand der FCS der TuS zunächst in nichts nach. Nach einem Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichter Florian Steinberg in der dritten Minute schoss Nico Zimmermann derart schlampig, dass TuS-Torwart Andre Weis keine Probleme hatte, den Ball zu parieren. Für solche Fälle wurde wohl der Begriff von der ausgleichenden Gerechtigkeit erfunden. Und doch musste der erneut überzeugende junge Schlussmann der Koblenzer unmittelbar vor der Pause hinter sich greifen. Nach einer Ecke traf FCS-Mittelfeldmann Stephan Sieger per Kopf zum 0:1. Dass die Moral trotz aller Verletzungsnöte ungebrochen ist, bewies die Sander-Elf in der zweiten Halbzeit. Nach dem furiosen 4:0 vor zehn Tagen gegen Heidenheim bemühte sie sich dieses Mal darum, wenigstens einen Punkt zu ergattern. Es passte ins Bild, dass in Lars Bender der beste Koblenzer in der 62. Minute zum 1:1 einschob. Plötzlich war Leben auf dem Oberwerth, jetzt wollten die Blau-Schwarzen sogar noch mehr. Das 2:1 lag in der Luft, ehe der eingewechselte FCS-Stürmer Guiseppe Pisano in der 84. Minute zur Spaßbremse wurde und zum 1:2 traf. Ein ärgerliches Ende für die TuS.

Klasens Pech verhindert Koblenzer Auswärtssieg
TuS kann mit 0:0 in Sandhausen gut leben – Ärger über SVS-Boss
Es war eine intensiv geführte Partie mit mehreren Fouls, die beide Teams bei tropischen Temperaturen im Sandhausener Hardtwald-Stadion ablieferten. Fünf Gelbe Karten (vier für die TuS Koblenz) standen nach dem Schlusspfiff auf dem Zettel des guten Bundesligaschiedsrichters Markus Schmidt – sicherlich keine besorgniserregende Zahl. Dass SV-Linksaußen Julian Schauerte mit Verdacht auf eine Sprunggelenksverletzung bereits nach 35 Minuten vom Platz getragen werden musste, hatte zwar eine gewisse Tragik, war aber nicht einem überharten Spiel der Gäste geschuldet. Schauerte hatte sich im Zweikampf mit TuS-Kapitän Dennis Brinkmann nur unglücklich den Fuß verdreht. Angesichts vieler Personalsorgen hatte Sander Manuel Hornig ins Sturmzentrum geschickt. Der Blondschopf bemühte sich zwar, doch in der ersten Halbzeit fehlten nicht nur ihm die Ideen für gescheite Angriffe. Offensiv fand die TuS über weite Strecken fast gar nicht statt. Wenn die Koblenzer den Ball eroberten, hielten sie ihn (zu) lange in den eigenen Reihen, anstatt zügig nach vorn zu spielen. Fast wäre sogar noch mehr als ein Unentschieden für die Koblenzer herausgesprungen. Hätte Thomas Klasen besser gezielt, wäre sein Schuss nicht an die Latte, sondern ins Tor gegangen (58.). „Mit ein bisschen Glück gehen wir als Sieger vom Platz“, sagte TuS-Abwehrspieler Ole Kittner, der sich über die Rückkehr von Dennis Brinkmann freute. „Mit ihm standen wir in der Abwehr noch besser.“

Tobias Bauer schießt TuS Koblenz ins Endspiel
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Fußball-Rheinlandpokal Spvgg EGC Wirges unterliegt nur mit 0:1
Die TuS Koblenz hat mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg beim Oberligisten Spvgg EGC Wirges das Endspiel des Fußball-Rheinlandpokals erreicht, in dem der Drittligist auf den Regionalligisten Eintracht Trier treffen wird.  Dabei hatten die Koblenzer vor 1525 Zuschauern in Wirges harten Widerstand der Gastgeber zu brechen, was TuS-Trainer Petrik Sander keineswegs überraschte: „Wir haben hier nicht in der Runde der letzten 64 gespielt, sondern im Halbfinale. Das Spiel war eine echte Herausforderung für meine Mannschaft. Für die Entwicklung der Spieler ist es wichtig, ein Finale erreicht zu haben.“ In der ersten Hälfte hatten die Koblenzer die Begegnung fest im Griff gegen ein Wirgeser Team, das von Beginn an versuchte, nicht mit Härte, sondern mit spielerischen Mitteln Paroli zu bieten. Nachdem Ole Kittners Kopfball (11.) nach Eike Munds Ecke das Wirgeser Gehäuse knapp verfehlt hatte und Agim Dushica einen Schuss des abschlussfreudigen Thomas Klasen pariert hatte (14.), fiel in der 21. Minute der entscheidende Treffer. Die Wirgeser klärten nach einer weiteren Mund-Ecke nicht weit genug. Tobias Bauer hatte 20 Meter zentral vor dem Tor Zeit, sich den Ball auf den linken Fuß zu legen und traf per Flachschuss ins rechte Eck. „Leider haben wir es versäumt, einen zweiten Treffer nachzulegen“, vermisste Sander weiteren Tordrang seiner Spieler. Diese arbeiteten aber immerhin sehr konzentriert nach hinten, waren lauffreudig und brachten immer genügend Leute hinter den Ball. So drangen die Wirgeser Angriffsbemühungen in der ersten Stunde nie in gefährliche Zonen durch. „In der ersten Hälfte war Koblenz die bessere Mannschaft und die Führung verdient“, fand EGC-Trainer Stefan Ruthenbeck.

 

Mai 2011

TuS verliert – Chaos beim OFC
Offenbach feuert Trainer, Manager Möller geht
 1:3 gegen den bereits abgestiegenen Tabellenletzten FC Bayern II – das klingt nach einem ziemlich lustlosen Auftritt der TuS Koblenz und erweckt den Anschein, dass der Fußball-Drittligist die bislang so gute Saison gemütlich austrudeln lässt. Dem war allerdings nicht so, die Mannschaft von TuS-Trainer Petrik Sander dokumentierte indes einmal mehr, dass sie mit dem Toreschießen so ihre Probleme hat. 13:1-Ecken und eine Vielzahl an guten Möglichkeiten reichten nicht aus, um die Bayern-Bubis in die Knie zu zwingen. Weil auf der anderen Seite statt der sonst soliden Abwehrarbeit der Mut zur Lücke vorherrschte, gab's am Ende lange Gesichter auf dem Koblenzer Oberwerth. „Die Mannschaft betreibt einen Riesenaufwand und schafft es im Moment einfach nicht, sich dafür zu belohnen“, resümierte Sander, der trotz vier Spielen ohne Sieg weit davon entfernt ist, den Stab über die Mannschaft zu brechen: „Wir haben schon schlechtere Heimspiele abgeliefert – und gewonnen.“ Überragender Mann auf dem Platz war der Münchner Deniz Yilmaz. Der künftige Mainzer erzielte zwei Tore und leitete nahezu jede Aktion der Gäste ein.

Koblenzer bringen Ball nicht über die Linie
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Beim 1:3 der TuS gegen Bayern II wiederholt sich ein bekanntes Phänomen
Sie hatten vieles richtig gemacht, in den entscheidenden Situationen fehlte dann aber das Glück – und auch die nötige Klasse: Mit dem 1:3 gegen den FC Bayern München II erlebte Fußball-Drittligist TuS Koblenz eine unangenehme Überraschung, das Ergebnis war Ausdruck der fehlenden Effizienz in Reihen des Teams von Trainer Petrik Sander. „Wir hatten eigentlich genug Ballbesitz und auch etliche Tormöglichkeiten“, grübelte Innenverteidiger Ole Kittner, „aber es gibt eben manchmal solche Spiele, in denen der Ball einfach nicht rein will.“ Das konnte man so sehen, das Fazit des Abwehrchefs ließ sich auch mit Fakten belegen: Stolze 13:1-Ecken standen am Ende der 90 Minuten für die TuS zu Buche, dazu gab's zwei Lattentreffer und eine Handvoll bester Möglichkeiten. Das sollte normalerweise genügen, um gegen den bereits als Absteiger feststehenden Tabellenletzten die Oberhand zu behalten. Allein, in einer Vielzahl von Szenen offenbarte sich das Dilemma der Koblenzer. Entweder kam der letzte Pass in die Spitze nicht an, oder es fehlte der unbedingte Wille den Ball irgendwie über die Linie zu drücken. Bezeichnend, dass Bayern-Torwart Rouven Sattelmaier beim zwischenzeitlichen 1:2 durch Marcus Steegmann der TuS auf die Sprünge half, indem er einen haltbaren Schuss aus 20 Metern passieren ließ (68.). Wobei der Schlussmann zuvor mehrfach immer eine Hand an den Ball gebracht hatte und die Blau-Schwarzen zur Verzweiflung trieb. Zum Beispiel in der 54. Minute, als er einen Kopfball von Thomas Klasen ans Gebälk lenkte. Ein weiterer Faktor: Den Koblenzern gelang es kaum, ihre Vorteile bei ruhenden Bällen einzubringen.

Twer zieht sich bei TuS Koblenz zurück
Mittelrhein-Verlag gibt seine Anteile an der GmbH für 1 Euro an den Klub zurück – Kritik an der Stadt Koblenz
Der Koblenzer Mittelrhein-Verlag, Herausgeber der Rhein-Zeitung und ihrer Heimatausgaben, zieht sich aus seinem Engagement beim Fußball-Drittligisten TuS Koblenz zurück. Das erklärte TuS-Aufsichtsratsvorsitzender Walterpeter Twer am Dienstagabend. „Ich habe mich dazu entschlossen, die damals für 1,6 Millionen Euro erworbenen Anteile von 49 Prozent, die der Mittelrhein-Verlag an der Profi-GmbH hält, für einen Euro an die TuS zurückzugeben. Damit bieten wir dem Verein eine letzte Möglichkeit, durch einen Weiterverkauf seine Zukunft zu sichern“, so Twer. Nach der Übertragung der Anteile werde er sich als Aufsichtsratsvorsitzender zurückziehen, kündigte der Verleger unserer Zeitung an. Er habe „keine Chance mehr gesehen, 1,6 Millionen, die in der TuS-Kasse fehlen, auf andere Weise zu beschaffen.“

TuS verhandelt mit potenziellem Investor
Koblenzer Drittligist sucht nach neuem Geldgeber – Präsident Hecker ist guter Dinge
Nach dem Rückzug von Walterpeter Twer als Mitgesellschafter bei TuS Koblenz arbeitet der Fußball-Verein fieberhaft daran, neue Geldgeber zu finden und damit den Fortbestand in der Dritten Liga zu sichern. Der Verleger unserer Zeitung und Aufsichtsrats-Vorsitzende hatte sich dazu entschlossen, seine 49 Prozent der Anteile an der TuS Koblenz GmbH in Höhe von 1,6 Millionen Euro für einen Euro an den Klub zurückzugeben, um der TuS die Möglichkeit zu geben, sich neu aufzustellen. Gleichzeitig bleibt der Mittelrhein-Verlag dem Verein in der kommenden Saison als Sponsor erhalten. „Wir sind Herrn Twer für diesen Schritt sehr dankbar“, sagt TuS-Präsident Werner Hecker, „wir haben somit die Chance, die fehlenden Mittel im Rahmen der Lizenzierung über andere Geldgeber zu akquirieren.“ Konkret: Die Verantwortlichen sind dabei, einen potenziellen Investor zu suchen, der die 49 Prozent Anteile erwirbt und damit einen nicht unerheblichen Teil zur Rettung der TuS beiträgt. Laut Twer klafft mit Blick auf die Finanzierung der anstehenden Spielzeit in der Kasse ein Loch von 1,6 Millionen Euro. Um die Lizenz-Bedingungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu erfüllen, bleibt noch bis zum 1. Juni Zeit – die Verhandlungen mit möglichen Interessenten stehen demnach unter enormem Zeitdruck. Offenbar stehen die Chancen aber gar nicht so schlecht, in Koblenz das drohende Aus im Profifußball abwenden zu können. Schon seit geraumer Zeit laufen Gespräche mit einem möglichen Geldgeber, der nicht abgeneigt scheint, der TuS zu helfen. „Wir sind schon länger in Kontakt, weil wir ja ohnehin auf der Suche nach weiteren Sponsoren sind“, sagt Hecker und fügt an: „Ich bin zuversichtlich, dass die Verhandlungen zu einem positiven Ende führen.“ Bei dem möglichen Partner handelt es sich um ein in der Region ansässiges Großunternehmen. Zu Namen und Details wollte sich Hecker nicht äußern.

TuS ist trotz Niederlage stolz
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Koblenz 0:1 in Wehen – Duell um Platz drei
Die Koblenzer Schicksalsgemeinschaft in kurzen Hosen trotzt allen Widrigkeiten – daran ändert auch das 0:1 beim SV Wehen Wiesbaden nichts. Obwohl die Zukunft des Fußball-Drittligisten am seidenen Faden hängt, bewies die TuS-Elf von Petrik Sander einmal mehr Moral und war drauf und dran, sogar in Unterzahl einen Punkt zu ergattern. „Natürlich tut diese Niederlage weh, aber ich bin stolz auf die Mannschaft“, lobte der Trainer den unermüdlichen Eifer seiner Schützlinge. Bis zum Platzverweis von Abwehrchef Ole Kittner in der 27. Minute (Sander: „An der Roten Karte gibt es nichts zu deuteln“) hatte die TuS alles im Griff, ehe die Gastgeber anschließend das Tor des Tages durch Francis Kioyo (70.) erzwangen. Die TuS ist damit seit fünf Runden ohne Sieg. „Diesen Abwärtstrend haben die Jungs eigentlich nicht verdient“, findet Sander, der vor dem Saisonkehraus gegen Regensburg das Ziel ausgegeben hat, die 50-Punkte-Marke zu knacken. Am 25. Mai steht noch das Rheinlandpokal-Finale gegen Trier auf dem Programm – wie es dann mit der TuS weitergeht, ist offen.

 

 

VIP-Container ist Samstag noch offen
Stadt hatte Sicherheitsbedenken bei der Stabilität – TuS-Geschäftsführer Loos fordert mehr Unterstützung
Erst die Südtribüne, jetzt der VIP-Container: Wieder einmal hat die Stadt Sicherheitsbedenken gegen Einrichtungen im Stadion formuliert.
Das Telefon in der TuS-Geschäftsstelle am Altlöhrtor klingelt. Jens Feldhoff vom Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung ist dran. „Er sagte, der VIP-Container im Stadion könne aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden“, berichtet Marco Weinand, Leiter Rechnungswesen/Personal bei der TuS Koblenz, von dem Gespräch am vergangenen Freitag. Feldhoff formuliert es im Gespräch mit der RZ anders: „Ich habe gesagt, dass wir Bedenken haben und prüfen, inwieweit die Sicherheit des Containers gegeben ist.“ Den Tag verbringen TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos und Marco Weinand am Telefon. Denn die Sponsoren müssen ja informiert werden, dass der Container beim letzten Heimspiel nicht mehr genutzt werden darf. Eine Ausweichmöglichkeit gibt es eigentlich nicht, denn das VIP-Zelt ist auch voll verplant. Ausweichen ist aber auch nicht nötig, stellt sich dann heraus: Denn am Montag wird der TuS schriftlich mitgeteilt, dass der Container für das letzte Heimspiel am kommenden Samstag noch einmal benutzt werden darf. „Nach Durchsicht der statischen Unterlagen zu dem VIP-Container und nach Rücksprache mit unserer Prüfstatikerin Fr. Lieb bestehen keine Bedenken, den VIP-Container für das Spiel am kommenden Samstag noch einmal zu nutzen“, heißt es in dem Schreiben.

TuS-Saison ist nur auf dem Rasen zu Ende
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Koblenz - Mit dem 0:2 gegen Jahn Regensburg ist auch die Saison 2010/2011 für TuS Koblenz Geschichte, die Zukunft des Fußball-Drittligisten bleibt offen. Gut zwei Wochen sind noch Zeit, um die finanzielle Grundlage für die kommende Spielzeit zu schaffen - spätestens dann wird sich weisen, wie es um den Klub bestellt ist.
Auf der Suche nach neuen Geldgebern gibt es bislang keine Fakten zu vermelden, Präsident Werner Hecker sieht sich auf dem schwierigen Weg aber ein gutes Stück weiter. "Ich merke an den positiven Rückmeldungen, dass die Region spürt, dass das Leben ohne die TuS um einiges ärmer ist", berichtet Hecker von zahlreichen Gesprächen und ergänzt: "Ich bin noch optimistischer, als ich es ohnehin schon bin." Der Haken an der Sache: Der Abschluss mit einem potenziellen Investor lässt auf sich warten, von weiteren Sponsoren gibt es wohl (noch) nicht mehr als Absichtserklärungen. Und die Zeit drängt. Es gilt, bis zum 1. Juni einen Gesamt-Etat von rund fünf Millionen Euro auf die Beine zu stellen, um in der Dritten Liga konkurrenzfähig zu bleiben. "Wir arbeiten an mehreren Szenarien", sagt Hecker und strickt mit den Vereins-Verantwortlichen offenbar auch an einem Plan B, sollten sich die Dinge nicht nach Wunsch entwickeln. Eines steht für den TuS-Chef unumstößlich fest: "Wir werden den Verein nicht verkaufen." Ähnliche Vorgänge wie im Jahr 2001, als der polnische Unternehmer Anton Ptak den Klub quasi schluckte und auch einen Geschäftsführer einsetzte, schließt Hecker aus. Vielmehr könnte eine Variante sein, mit einem noch abgespeckteren Etat in die neue Spielzeit zu gehen - was noch mehr als bislang einer sportlichen Gratwanderung gleichkäme.

Was wird aus dem Stadion Oberwerth?
FDP will die Miete erhöhen – Zukunft des Standorts beschäftigt morgen den Stadtrat
Die Pläne für ein neues Stadion in Koblenz sind nach langen Querelen vom Tisch. Doch wie geht es jetzt für die TuS im Stadion Oberwerth weiter? Pläne der FDP, die Stadionmiete zu erhöhen, sorgen bei TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos für Entsetzen. Der Stadtrat wird sich morgen damit auseinander setzen müssen. Das Stadion und die Mietkosten: Die Stadionmiete bringen die Liberalen mit einem Antrag auf die Tagesordnung. Die Fraktion fordert darin eine Erhöhung der Kosten für die TuS – um steuerliche Nachteile der Stadt auszugleichen. Die dahinter stehende Argumentation hatte der OB zuletzt geliefert: Zwischen den Ausgaben der Stadt und den Mietzahlungen des Vereins ergebe sich eine Lücke – ein städtischer Zuschuss, wie Hofmann-Göttig betonte, den die Stadt jährlich mit 110 000 Euro versteuern müsse. Eben jene Kosten wollen die Liberalen bei der TuS-GmbH geltend machen. Kompensieren lasse sich das über eine Vermarktung des Stadionnamens durch Stadt und Verein: Dadurch ergebe sich für die TuS die Möglichkeit, höhere Einnahmen zu erzielen. Bei der TuS ist man über diesen Vorstoß fassungslos: „So würde man die TuS noch mehr schädigen“, betont Geschäftsführer Wolfgang Loos. In Gesprächen sei es zwar um die Vermarktung des Stadionnamens gegangen. Ziel sei jedoch eine gemeinsame Reduzierung der Kosten gewesen, nie die Idee, die Miete noch weiter zu steigern. Loos: „Dann lässt sich für uns gar nichts mehr rechnen.“

Hornig will alles geben
Leistungsträger zieht es zu Arminia Bielefeld
Fußball-Drittligist TuS Koblenz muss den Verlust von Defensivspieler Manuel Hornig hinnehmen. Der 28-Jährige wechselt zum künftigen Liga-Konkurrenten Arminia Bielefeld. Hornigs Vertrag in Koblenz läuft am 30. Juni aus, er kann den Verein somit ablösefrei verlassen. Hornig war nach seiner Sprunggelenks-Verletzung in der Rückrunde der konstanteste TuS-Akteur, in 21 Saisonspielen gelangen ihm drei Tore. „Wir bedauern seinen Weggang sehr“, sagt TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos. Hornig wird demnach am kommenden Mittwoch im Rheinlandpokal-Finale gegen Eintracht Trier seinen letzten Auftritt im TuS-Trikot haben, ehe er bei den Ostwestfalen anheuert. „Ich werde alles für Koblenz geben und will anschließend beim Neuanfang in Bielefeld helfen“, so Hornig.

TuS erlebt Tiefschlag in Trier
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Koblenzer Drittligist verliert Rheinlandpokal-Finale mit 0:2 und kämpft um die Zukunft
Der große Fußball wird in der kommenden Saison einen Bogen um Koblenz machen. Während die Verantwortlichen hinter den Kulissen fieberhaft daran arbeiten, ein weiteres Jahr Drittliga-Fußball finanzieren zu können, hat es die Elf von Trainer Petrik Sander verpasst, mit dem Gewinn des Rheinlandpokals in den DFB-Pokal einzuziehen. Die TuS unterlag im Endspiel bei Regionalligist Eintracht Trier mit 0:2 (0:1) und zeigte dabei unter dem Strich eine enttäuschende Leistung. Die Ungewissheit um die Zukunft des Vereins hat längst die Profis erfasst, die phasenweise gehemmt und hilflos wirkten. Ein Klassenunterschied war nicht erkennbar im Trierer Moselstadion. Die Koblenzer schafften es nicht, ihre körperlichen Vorteile einzubringen, auch das spielerische Element kam nicht entscheidend zum Tragen. Immerhin, ein Hochkaräter sprang vor der Pause heraus, als Andre Hahn eine Maßflanke von Johannes Rahn knapp neben den Kasten setzte (33.). Keine Frage, die Einsatzbereitschaft konnte man der in Weiß gewandeten TuS nicht absprechen. Aber wie schon so oft in der abgelaufenen Saison fehlte den finalen Pässen die Präzision, die Hausherren konnten im Gegenzug immer wieder zu Kontern ansetzen. In der 35. Minute hatte Fahrudin Koduzovic eine richtig gute Idee, als er zusammen mit Angreifer Lukas Mössner die gesamte Abwehr aushebelte und zum 1:0 einnickte. Schockstarre auf der Koblenzer Bank – sollte nun auch das letzte große Ziel dieser Saison verpasst werden? Dabei hatte Sander nichts unversucht gelassen, um mit allen Mitteln den ersehnten Pokalsieg zu erzwingen. Mit Johannes Rahn und Christian Pospischil waren zwei Leistungsträger zurück in der Startelf, beiden war freilich die fehlende Spielpraxis anzumerken. Der entscheidende Faktor war indes das sorglose Abwehrverhalten der TuS. Wie schon vor dem 1:0 reichte auch unmittelbar nach der Pause ein simpler Pass in die Gasse, um die Defensive schlecht aussehen zu lassen. Der überragende Alban Meha schob den Ball in die Mitte, wo Mössner den Rest zum 2:0 erledigte – Toreschießen leicht gemacht. Ein Genickschlag, von dem sich die Mannschaft nicht mehr erholen konnte. Es fehlte die geistige Frische, um die Partie noch einmal zu drehen. Jene Elf, die Verlauf der Drittliga-Spielzeit viele Sympathien gewinnen konnte, erlebte ein trauriges Ende der Saison.

Sander nimmt Abschied von Fans
Trainer deutet nach der 0:2-Pleite in Trier das Ende seiner Amtszeit an
Diese Niederlage hat Spuren hinterlassen. Bei Spielern und Trainern der TuS Koblenz. Während die Profis nach dem 0:2 bei Regionalligist Eintracht Trier zunächst fassungslos auf dem Rasen saßen und anschließend wie paralysiert die Medaillen entgegennahmen, machte sich Trainer Petrik Sander auf den Weg zu den Anhängern. Erst winkte er den Fans, dann schritt er die lange Reihe ab und schüttelte eifrig Hände. Eine Szene, die erahnen lässt, dass das Pokal-Finale sein letzter Auftritt als Coach der TuS Koblenz war. „Ich habe mich vorsorglich schon mal verabschiedet“, räumte der 50-Jährige später ein. Sanders Ende in Koblenz ist freilich noch nicht spruchreif oder verkündet, die Eindrücke der 90 Minuten zuvor werden den Trainer aber darin bestärkt haben, dass ein einfaches „Weiter so“ mit ihm nicht zu machen ist. Während die Mannschaft über weite Strecken der Saison am Limit oder phasenweise sogar darüber gespielt hat, bekam sie in den letzten Wochen und erst recht gegen Trier die Quittung für ihren Ritt auf der Rasierklinge.

TuS-Präsident: Wir appellieren an die Region
Drittligist startet „Retter-Aktion“ und bittet um Spenden
Koblenz.
Das verlorene Pokal-Finale gegen Regionalligist Eintracht Trier war nicht eben ein Steilpass für die Verantwortlichen der TuS Koblenz. Seit Wochen laufen hinter den Kulissen zahlreiche Rettungsversuche, um die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die kommende Saison zu schaffen. Angesichts der Dimension des Ganzen wäre aber wohl selbst der Pokalsieg inklusive der rund 150 000 Euro an Einnahmen aus der Teilnahme am DFB-Pokal wahrscheinlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Bis zum kommenden Dienstag, 15.30 Uhr, bleibt Zeit, um die Bedingungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu erfüllen, der TuS droht nach wie vor das Aus in der Dritten Liga. Mit einem Appell an die Öffentlichkeit und einer „Retter-Aktion“ unternimmt TuS-Präsident Werner Hecker einen weiteren Versuch, um den finanziell angeschlagenen Verein vor der Pleite zu bewahren.
Herr Hecker, wie ist der Stand der Dinge bei der Suche nach möglichen Geldgebern?
Leider ist die Suche bisher nicht erfolgreich gewesen, obwohl die Gespräche zwischenzeitlich Anlass zu begründetem Optimismus gegeben haben. Aber leider kam es im Ergebnis mit einem potenziellen Großsponsor – auf den wir große Stücke gesetzt hatten – nicht zu dem erhofften Abschluss.
Woran sind die Verhandlungen im Wesentlichen gescheitert?
Zum einen sieht er die Perspektiven für die TuS im Moment nicht in dem Maß gegeben, um sich massiv zu beteiligen. Er wäre wohl bereit gewesen, wenn er mittelfristig ein klar umrissenes Konzept gesehen hätte, vor allem mit Blick auf einen Stadionbau. Er hat uns aber zugesichert, dass er erneut zu Gesprächen bereit ist, wenn wir den Sprung in die kommende Saison schaffen.

TuS darf Stadion vermarkten
Einnahmequelle für Verein
Gute Nachricht für TuS Koblenz: Der Verein darf die Namensrechte des Stadions Oberwerth vermarkten. Dies beschloss der Koblenzer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Der Beschluss gilt vorbehaltlich einer Klärung der Vereinbarkeit mit dem EU-Beihilferecht, wie Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig dem TuS-Präsidenten und GmbH-Aufsichtsrat Prof. Dr. Werner Hecker brieflich mitgeteilt hat. Die Stadt Koblenz bietet dadurch der TuS die Möglichkeit, ihre Einnahmesituation zu verbessern.

TuS-Krise: Werner Hecker sieht „positive Signale“
Koblenz kämpft um Lizenz – Was wird aus Geschäftsführer Loos?
Das herrliche Frühsommer-Wochenende kennen die Verantwortlichen der TuS Koblenz nur vom Hörensagen. Für einen Spaziergang inklusive Biergarten-Besuch hatte Werner Hecker keine Zeit, vielmehr führte der Präsident des Fußball-Drittligisten ein Telefonat nach dem anderen. Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Klubs im Profifußball, die am seidenen Faden hängt. Nachdem sich der Einstieg eines potenziellen Investors zerschlagen hatte, hat sich die Lage zwischenzeitlich noch einmal zugespitzt. Neben der ins Leben gerufenen „Retter-Aktion“ sind zahlreiche Gespräche geführt worden, um die vom DFB geforderte Bürgschaft einreichen zu können. „Es gibt positive Signale“, sagte Hecker am Sonntagnachmittag. Für eine Entwarnung oder gar Euphorie ist es freilich noch viel zu früh. Das Grund-Dilemma: Selbst ein Mini-Etat von 4,5 Millionen Euro (der Schnitt in der Dritten Liga liegt bei 6,3 Millionen) ist in der Region Koblenz nur schwer zu realisieren, eine frustrierende Erfahrung für die Verantwortlichen nach vielen Verhandlungen mit möglichen Sponsoren. Und doch ist der Optimismus vorhanden, mit einem abgespeckten Budget ins Rennen zu gehen – und konkurrenzfähig zu sein. Vieles läuft dabei auch bei Wolfgang Loos zusammen, der das Zahlenwerk zusammenträgt und spätestens am 1. Juni, 15.30 Uhr, dem DFB zugestellt haben wird. Dabei ist es alles andere als sicher, dass der 55-Jährige auch nach Ablauf seines am 30. Juni endenden Vertrags für die TuS tätig sein wird. Offizielle Aussagen dazu gibt es von den Beteiligten nicht, aber die Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Zeit von Loos nach knapp dreieinhalb Jahren in Koblenz dem Ende entgegenneigt. Rahn zu Arminia Bielefeld

 

Juni 2011

Jetzt droht die Insolvenz
Ist wenigstens der e.V. zu retten?
Wie geht es nun weiter mit der TuS Koblenz? Eine Woche haben die Vereinsverantwortlichen noch Zeit, um die Etatlücke zu schließen. Da die Suche nach einem Geldgeber oder einem Bürgen bislang schon erfolglos verlief, gehen die Hoffnungen gegen null, dass sich daran noch etwas ändert. Es wird also damit gerechnet, dass der DFB am kommenden Mittwoch auch den „abgespeckten“ Etat der TuS ablehnt und dem Verein die Lizenz für die kommende Drittligasaison verweigert. Dann wird der Verein, so TuS-Vorsitzender Werner Hecker, angesichts der düsteren Aussichten „intensiv prüfen müssen, welche Möglichkeiten noch bestehen“ – sprich: ob die TuS ein Insolvenzverfahren beantragen muss. Dann, so Hecker, werde sich auch herausstellen, ob „die TuS eine Überlebenschance hat“. Der Vertrag von Manager Wolfgang Loos, der am 30. Juni ausläuft, wird nicht verlängert, Trainer Petrik Sander dürfte nach aktuellem Stand intensiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sein. Auch abwanderungswillige Spieler wird die TuS kaum zum Bleiben überreden können. Vereinspräsident Hecker will auch im schlimmsten Fall einer Insolvenz der GmbH alles versuchen, um den eingetragenen Verein TuS Koblenz zu retten: „Den Verein plattzumachen, hat ja auch keinen Sinn.“ Fraglich ist, auf welchem Niveau die Jugend- und Amateurarbeit bei der TuS dann noch möglich wäre.

TuS: Dritte Liga ist Geschichte
Koblenzer wollen sich in der Regionalliga neu aufstellen – Appell von Hecker
Nach vier Jahren in der Zweiten Bundesliga und einer Saison in der Dritten Liga steht die TuS Koblenz weiterhin vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem der Verein in den vergangenen Wochen nicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die kommende Spielzeit schaffen konnte, haben die Verantwortlichen nun auch Abstand davon genommen, das sogenannte Zulassungsbeschwerdeverfahren beim Deutschen Fußball-Bund fortzuführen. Angesichts einer finanziellen Lücke von mehr als 1,9 Millionen Euro war die Hoffnung auf die Lizenzerteilung ohnehin äußerst gering – der freiwillige Rückzug des Klubs ist somit als Vorgriff auf ein wahrscheinliches Nein des DFB zu verstehen. Obwohl der Mittelrhein-Verlag dem Verein seine 49 Prozent Anteile an der TuS Koblenz GmbH im Gegenwert von 1,6 Millionen Euro für 1 Euro überlassen hatte und bereits seinen finanziellen Beitrag als Hauptsponsor in Höhe von 800 000 Euro für die nächste Saison überwiesen hat, war es dem Verein nicht gelungen, einen angemessenen Drittliga-Etat auf die Beine zu stellen. Und das, obwohl das Unternehmen den Klub nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga in gleichem Umfang wie zuvor unterstützt. Nun soll der Start in der Regionalliga zum Rettungsanker für die TuS werden. „Uns bietet sich damit die Chance, möglichst viel davon zu bewahren, was in den vergangenen Jahren entstanden ist“, sagt TuS-Präsident Werner Hecker. Spätestens bis zum Freitag sollen die erforderlichen Unterlagen in der Liga-Zentrale in Frankfurt eingereicht werden. Die Entscheidung des Verbands wird für den 20. Juni erwartet. Ob die Rechnung der Koblenzer aufgeht, ist allerdings nicht sicher. „Wir werden erneut eine Bürgschaft benötigen“, appelliert Hecker einmal mehr an die Region, den Verein in dieser existenzbedrohenden Situation zu unterstützen. Wie hoch die vom DFB geforderte Bürgschaft ist, entscheiden die Verbands-Verantwortlichen nach Durchsicht des Zahlenwerks. Die TuS-Chefs wollen einen Etat von rund 2 Millionen Euro auf die Beine stellen. Angesichts einer Vielzahl von U23-Teams der Erst- und Zweitligisten sowie der bescheidenen TV-Gelder (90 000 Euro) ist die Regionalliga alles andere als eine attraktive Klasse. Hecker ist dennoch guter Dinge, die TuS eine Etage tiefer neu aufzustellen. „Wir vermeiden dadurch den Sturz ins Bodenlose“, sagt der Klubchef mit Blick auf die Reform in der Saison 2012/13. Die Regionalliga wird dann auf fünf Klassen aufgestockt, möglicherweise gibt es in der nächsten Spielzeit keinen sportlichen Absteiger. Fest steht: Die TuS müsste in der Regionalliga mit einem komplett neuen Team an den Start gehen. Bis auf wenige Ausnahmen hat kein Spieler einen gültigen Vertrag, vor allem steht der Klub ohne Trainer da. Dass Petrik Sander sein Engagement auf dem Oberwerth verlängert, ist höchst unwahrscheinlich. Hecker hat aber die leise Hoffnung, den 50-Jährigen zum Bleiben zu bewegen: „Er hat noch nicht Nein gesagt.“

TuS Koblenz: Sander geht
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Trainer sah keine sportliche Perspektive mehr
Jetzt ist es amtlich: Trainer Petrik Sander kehrt dem Noch-Drittligisten TuS Koblenz den Rücken. Er habe keine sportliche Perspektive mehr gesehen und werde seinen Vertrag nicht verlängern, betonte der Fußball-Lehrer, der im Dezember 2009 den damaligen Zweitligisten übernommen hatte. Nach dem Abstieg in die Dritte Liga formte Sander eine völlig neue Mannschaft, die in der abgelaufenen Saison lange Zeit im oberen Tabellendrittel mitspielte und dabei zeitweise begeisternden Fußball bot. Ich hatte tolle Mitstreiter während meiner Zeit in Koblenz, und ich denke, wir haben ein zukunftsträchtiges Team aufgebaut. Doch sportlich hatte es zuletzt keinen Wert mehr sagte Sander, der nicht damit rechnet, zur neuen Saison bei einem anderen Klub als Trainer zu arbeiten. Der Markt in Deutschland ist zu und fürs Ausland ist es für mich noch etwas zu früh. Sander wird weiter mit seiner Familie in der Nähe von Mainz wohnen, sich am Wochenende das ein oder andere Fußballspiel in der Region anschauen und warten.

Tus darf wieder auf Ja des DFB hoffen
Die TuS Koblenz darf im Kampf um den Start in der Regionalliga auf das erlösende Ja des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hoffen. Der Grund für den vorsichtigen Optimismus hängt auch mit der bestehenden Sponsoring-Zusage des Mittelrhein-Verlags zusammen.
Die 800000 Euro, die das Unternehmen bereits im Januar für die kommende Saison 2011/12 überwiesen hat, bleiben dem Verein erhalten.
Obwohl die Vereinbarung nur für die Dritte Liga galt, verzichtet der langjährige Förderer entgegen der vertraglichen Regelung darauf, das Geld von der TuS zurückzufordern und wird den Verein wie schon in den Jahren zuvor in vollem Umfang unterstützen. Mit diesem deutlichen Signal soll auch der Neustart des Vereins eine Etage tiefer gefördert werden.
Eine entsprechende Vereinbarung kann die TuS dem DFB nun im Rahmen der Lizenzierung vorlegen damit verbessern sich die Chancen des Vereins auf die Regionalliga erheblich.
Nachdem die Lizenzierungs-Unterlagen fristgerecht eingereicht worden sind, wird in der DFB-Zentrale in Frankfurt das Zahlenwerk geprüft, eine Entscheidung ist dem Vernehmen nach aber noch nicht gefallen. Es wird an einer zeitnahen Lösung gearbeite, gibt sich der Verband wortkarg und will sich nicht zum laufenden Verfahren äußern.
Spätestens am 24. Juni ist die Hängepartie beendet

TuS plagen 3 Millionen Euro Schulden
Koblenzer rechnen in der kommenden Woche mit Lizenz-Entscheidung Hecker stellt Vertrauensfrage
Der Andrang war groß, die Fakten überschaubar: Im Rahmen einer Pressekonferenz hat TuS-Präsident Werner Hecker noch einmal die Rettungsbemühungen um den Koblenzer (Ex-)Drittligisten aufgezeigt, die entscheidende Nachricht konnte der Vereinschef indes noch nicht präsentieren. Nach wie vor ist offen, ob die blau-schwarzen Fußballer in der kommenden Saison in der Regionalliga an den Start gehen dürfen. Die abschließende Lizenz-Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird aller Voraussicht nach in der nächsten Woche fallen.
Ich möchte gern zuversichtlich sein, hielt sich Hecker mit Prognosen zurück, ob die TuS tatsächlich die Lizenz erhält. Knackpunkt des Ganzen ist offenbar eine Bürgschaft, deren Höhe die Verantwortlichen noch nicht kennen, da der Verband derzeit noch die Unterlagen prüft. Erst wenn wir die Summe kennen, können wir mit potenziellen Bürgen sprechen, sagt Hecker und sieht daneben noch ein, zwei Hürden auf dem Weg zum Ja des DFB. Um letzte Unklarheiten zu beseitigen, wird der Vereinschef möglicherweise zu Beginn der Woche persönlich in die Verbands-Zentrale nach Frankfurt fahren.
Als große Last auf dem Weg zu einem Neuanfang erweist sich der enorme Schuldenstand. Wir haben derzeit Verbindlichkeiten in Höhe von 3 Millionen Euro, so Hecker, der gleichwohl betont, dass der Gang in die Insolvenz für ihn keine Lösung darstellt, um den Klub zu sanieren. Wir haben gegenüber unseren langjährigen Partnern die Verantwortung, dass wir unseren Verpflichtungen nachkommen, stellte Hecker klar und ergänzte: Wir müssen unsere Verankerung in der Region verbessern.

Loos zu RB Leipzig
Geschäftsführer hat in Sachsen große Ziele
Neuer Job für Wolfgang Loos: Nach gut drei Jahren als Geschäftsführer der TuS Koblenz nimmt der 55-Jährige bei Fußball-Regionalligist RB Leipzig eine neue Herausforderung an. Loos, dessen Vertrag in Koblenz am 30. Juni ausläuft, hat bei den ambitionierten Sachsen zunächst bis 2013 unterschrieben. Der Klub zählt zum Imperium von Red-Bull-Inhaber Dietrich Mateschitz und will in den kommenden Jahren mit aller Macht den Sprung in die Bundesliga schaffen. Es ist schon enorm, welche Perspektive der Verein hat, sagt Loos unsere Ziele sind aber langfristig ausgelegt.

Mittelrhein-Verlag bürgt für die TuS Koblenz
Neue Hoffnung für TuS Koblenz: Damit der ehemalige Drittligist seine Chance wahrt, eine Lizenz für die kommende Saison der Regionalliga zu erhalten, wird der Mittelrhein-Verlag (MRV) als Hauptsponsor dem Verein eine Bürgschaft über 500.000 Euro geben.
Nachdem die TuS trotz sportlicher Qualifikation aus finanziellen Gründen auf eine weitere Zugehörigkeit zur Dritten Liga verzichtet hat, laufen intensive Bemühungen, wenigstens die Voraussetzungen für eine Teilnahme am Spielbetrieb der viertklassigen Regionalliga zu schaffen. Diesem Ziel ist der Klub mit der Bürgschaft des MRV ein entscheidendes Stück näher gekommen.
Der Mittelrhein-Verlag, der die Rhein-Zeitung und ihre Heimatausgaben herausgibt, hatte seinen Sponsorenbeitrag von 800.000 Euro für die nächste Saison auch nach dem Rückzug der TuS aus der Dritten Liga nicht zurückgefordert.

Keine Entwarnung bei der TuS Koblenz: Noch fehlen Bürgschaften
Koblenz - Die Lizenz wird für die TuS Koblenz zum Lotteriespiel. Es liegen noch nicht Bürgschaften in ausreichender Höhe vor, sagte Präsident Werner Hecker in der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die Mitglieder stärkten ihm dort zugleich eindrucksvoll den Rücken.
Am Freitag um 9 Uhr sollte die TuS den Nachweis über eine Bürgschaft im siebenstelligen Bereich erbringen - 1,3 bis 1,5 Millionen Euro, die in der Versammlung genannte Summe schwankte. Doch das hätte die TuS keinesfalls geschafft - wegen des Feiertags und weil von den Banken am Freitagmorgen nicht rechtzeitig die nötigen Unterlagen beizubringen gewesen wären. Deshalb feilschte die TuS schon um die Zeit - mit Erfolg: Jetzt läuft die Frist um 14 Uhr am Freitag ab. Klappt es dann und die TuS bekommt die Spielberechtigung für die Regionalliga, sollen am Montag Trainer und Geschäftsführer vorgestellt werden.
Doch in der Mitgliederversammlung konnte Hecker nicht sagen, ob die TuS am Freitag die Lizenz erhalten wird. "Wir hätten Ihnen heute gerne die Rettung der TuS Koblenz verkündet, dies können wir aber leider nicht tun." Noch sind nicht alle Bürgschaften fest zugesagt, um die Summe aufzubringen. Hecker impfte sogar seine Frau, ihm bei sein Handy auf die Bühne zu reichen, wenn es klingelt: Er wartete auf einen Anruf wegen einer Bürgerschaft von Lotto Rheinland-Pfalz. 750.000 Euro Bürgschaft sind gesichert, doch die Differenz zum vom DFB geforderten Betrag fehlt noch. Das Land als Lotto-Hauptgesellschafter muss mitspielen. Mit der Entscheidung wurde in der Nacht oder im Laufe des Donnerstags gerechnet. Ohne die Bürgschaft gibt es keine Lizenz und die TuS steht vor der Insolvenz.
Der Mittelrhein-Verlag hatte in dieser Woche eine feste Zusage für eine Bürgschaft über 500.000 Euro gegeben. Am Mittwoch sei dann die Zusage der Stadt gekommen, über die städtischen Beteiligungsesellschaften für 250.000 Euro zu bürgen, so der TuS-Präsident. Doch diese 750.000 Euro alleine reichen noch nicht.

TuS-Lizenz: Entscheidung vertagt
Bekommt TuS Koblenz die Lizenz für die Fußball-Regionalliga? Die Hängepartie um den in Existenznot befindlichen Verein geht weiter - und wird vermutlich erst am Montag entschieden werden. Das teilte die TuS in einer Presseerklärung mit.
Am Freitag tagten seit 8.30 Uhr die Vereins-Verantwortlichen und suchten nach Lösungen, um in quasi letzter Sekunde doch noch Grünes Licht für die 4. Liga zu erhalten und damit die drohende Insolvenz abzuwenden.
Bis um 14 Uhr wurden auch alle Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) fristgerecht eingereicht, alllerdings fehlen offenbar zu diversen Bürgschaftserklärungen die erforderlichen schriftlichen Bestätigungen. Im Raum steht eine Summe von rund 600.000 Euro, die nachgewiesen werden muss.
Am Vormittag konnte die Vereinsspitze in einer abschließenden Krisensitzung wohl einen Erfolg erringen. Dem Vernehmen nach haben sich private Gönner und Unternehmer gefunden, die bereit sind, neben ihren Sponsoring-Maßnahmen auch zusätzliche Bürgschaften zu übernehmen. Nachdem die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH aufgrund von EU-Recht dem Klub keine Bürgschaft gewähren kann, hat sich das Glücksspiel-Unternehmen aber bereiterklärt, als Trikotsponsor für die kommenden beiden Spielzeiten zu fungieren. Daneben stellt ein in Koblenz bekannter und populärer Geschäftsmann eine Bürgschaft in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung, zudem sollen sich Teile des TuS-Präsidiums dazu entschlossen haben, für 100.000 Euro zu bürgen.

 

Juli 2011
TuS muss sich weiter gedulden, darf aber hoffen
Entscheidung über Regionalliga-Lizenz steht auch nach der Anhörung vor dem DFB aus – Unterlagen waren zu spät in der Verbandszentrale
Die Hängepartie um die Regionalliga-Lizenz für TuS Koblenz wird zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit. Nachdem der um seine Existenz kämpfende Fußballverein in der Vorwoche seine Unterlagen für die Regionalliga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht hat, geht auch nach der abschließenden Anhörung vor dem Zulassungsbeschwerdeausschuss das Warten auf die Lizenz weiter. Eigentlich war für den späten Nachmittag mit einer Entscheidung gerechnet worden, doch daraus wurde (wieder einmal) nichts. Nach dem letzten Stand der Dinge ist am heutigen Freitag mit einem abschließenden Urteil zu rechnen – sicher ist das in dieser nicht enden wollenden Affäre aber nicht. Die Indizien deuten gleichwohl darauf hin, dass die Dinge für die TuS ein gutes Ende nehmen und der Klub in der vierten Liga starten darf.
Frist um 52 Minuten überschritten
Die TuS-Verantwortlichen mussten bei dem 75-minütigen Termin detailliert die Umstände schildern, unter denen die Sponsoringverträge und Bürgschaften am vergangenen Freitag auf den Weg gebracht worden sind. Unstrittig ist, dass die vom DFB gewünschte Summe von rund 1,2 Millionen Euro erbracht worden ist, wie TuS-Präsident Werner Hecker nach der Anhörung bestätigte: „Der DFB hat unsere Unterlagen anerkannt.“
Zum Knackpunkt wird indes der zeitliche Ablauf. In einem Wettlauf mit der Zeit waren bis 12.30 Uhr alle Zusagen über die erforderlichen Gelder eingeholt worden, unter anderem auch eine maßgebliche Bürgschaft des Mittelrhein-Verlags über 600 000 Euro. Aber: Weil sich die anschließende Beurkundung bei der Sparkasse Koblenz hinzog, konnte die ultimative Frist von 14 Uhr nicht eingehalten werden. Nach Informationen unserer Zeitung sind die Unterlagen erst um 14.52 Uhr in der Zentralverwaltung des DFB per Fax eingegangen.
DFB denkt über Aufstockung nach

Aufatmen bei TuS Koblenz: DFB erteilt Regionalliga-Lizenz
Das bange Warten und Hoffen hat ein Ende: TuS Koblenz erhält die Lizenz für die Fußball-Regionalliga.
Dies ist am Freitagmorgen durchgesickert. Nachdem die Vereinsspitze am Donnerstag vor dem Zulassungsbeschwerdeausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nochmals angehört worden ist, hat das Gremium dem letzlich zuständigen Spielausschuss die Lizenzerteilung empfohlen.
Knackpunkt des Verfahrens war offenbar die zeitliche Verzögerung bei der Einreichung der abschließenden Bürgschaften sowie der Sponsoring-Verträge in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Den TuS-Offiziellen sowie ihrem Rechtsbeistand ist es anscheinend gelungen, auf eine Grauzone im Regelwerk hinzuweisen. Unstrittig bei den abschließenden Prüfungen des Verbands war, dass die TuS-Unterlagen vollständig eingereicht wurden.
Letztlich honorierte der DFB wohl auch das Bemühen des Vereins, mit aller Macht den freien Fall in die Ober- oder gar Rheinlandliga zu vermeiden. Die Klub-Chefs können nun die zuletzt stockenden Planungen vorantreiben. Als erster Schritt ist die Installierung eines neuen Geschäftsführers geplant, dem Vernehmen nach handelt es sich um Thomas Theisen.
Als Konsequenz aus der Entscheidung zugunsten der TuS wird die Regionalliga West auf 19 Vereine aufgestockt. Die Sportfreunde Lotte, denen eine Versetzung in die Nord-Staffel drohte, verbleiben demnach im Westen. Zudem rückt der TSV Havelse, der zwar sportlich abgestiegen ist, aber die Lizenz bereits erhalten hat in die Nord-Staffel nach

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TuS atmet auf: DFB sagt Ja zur Lizenz
Koblenzer dürfen in der kommenden Saison in der Regionalliga starten – West-Staffel wird auf 19 Vereine aufgestockt
Um 15.15 Uhr verschickte die TuS Koblenz die erlösende Pressemitteilung, um 15.30 Uhr gab's auch die offizielle Bestätigung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): Nach wochenlangem Ringen hat der Verein die Lizenz für die Regionalliga erhalten und kann somit nach dem Rückzug aus der Dritten Liga eine Etage tiefer einen Neuaufbau starten. „Die Erleichterung ist riesengroß“, freute sich Werner Hecker.
Am Tag zuvor hatte der TuS-Präsident zusammen mit seinen Mitstreitern beim Zulassungsbeschwerdeausschuss des DFB in Frankfurt vorgesprochen, um die Verspätung von 52 Minuten zu erklären, die in der Vorwoche beim Einreichen der Papiere entstanden war. Eine überschrittene Frist wird vom Verband in aller Regel nicht toleriert, nach Ansicht der TuS bietet der entscheidende Passus in den Statuten aber durchaus Interpretationsspielraum. Der Sachverhalt war laut DFB „rechtsverbindlich nicht zu klären“. Unstrittig bei den Prüfungen des Verbands war, dass die TuS-Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Letztlich honorierte der DFB wohl auch das Bemühen des Vereins, mit aller Macht den freien Fall in die Ober- oder gar Rheinlandliga zu vermeiden – ein Nein aus Frankfurt hätte unweigerlich zur Insolvenz geführt.

 Die Regionalliga West
Nach der Lizenzerteilung für TuS Koblenz spielen folgende 19 Vereine in der Regionalliga West:

SC Idar-Oberstein,     FSV Mainz 05 II,     TuS Koblenz,     Eintracht Trier,    Fortuna Köln,    SV Elversberg,    Rot-Weiß Essen,    SF Lotte,
SC Verl,    SC Wiedenbrück,     Wuppertaler SV,      VfL Bochum II,     Borussia Dortmund II,     Fortuna Düsseldorf II,     1. FC Kaiserslautern II,
1. FC Köln II,     Bayer Leverkusen II,     Bor. M'gladbach II,     Schalke 04 II

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Trainer Dämgen legt heute los (03.07.2011)
 Michael_Daemgen_01TuS Koblenz verpflichtet neuen Coach und beginnt mit der Saisonvorbereitung
Nach den quälend langen Wochen rund um die Lizenzerteilung verlieren die Verantwortlichen der TuS Koblenz bei den sportlichen Planungen keine Zeit. Der designierte Geschäftsführer Thomas Theisen wird zwar erst in dieser Woche seinen Vertrag unterschreiben, ist aber schon eifrig auf allen Ebenen im Einsatz – und auch ein neuer Trainer ist bereits gefunden: Michael Dämgen hat beim künftigen Regionalligisten einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben, der 50-Jährige wird heute offiziell seinen Dienst auf dem Oberwerth antreten.
Dämgen passt nahezu optimal zur Philosophie der TuS: Der 50-Jährige kennt als Ex-Profi und langjähriger Trainer und Manager bestens die Branche – und ist obendrein in der Region verankert. Dämgen hat zu Jugendzeiten in Kastellaun im Hunsrück die Schuhe geschnürt und wohnt jetzt im Westerwald. „Ich habe über die Jahre natürlich den Weg der TuS verfolgt“, sagt der Coach, „wir müssen versuchen, einen Neustart zu schaffen.“ Geht es nach Dämgen, soll das Ringen um Bürgschaften und Juristereien möglichst schnell aus den Köpfen, „wir wollen den Fußball wieder in den Mittelpunkt rücken und für positive Schlagzeilen sorgen.“
Knackpunkt in allen Konzepten und Ideen sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Nachdem bereits im Vorjahr in Liga drei auf Sparflamme gekocht wurde, stellt sich die Sache nun noch einmal erheblich komplizierter dar. Die TuS Koblenz anno 2011 muss mehr denn je den Spagat meistern, quasi unter Profibedingungen zu arbeiten – ohne aber die dafür nötigen Gelder zu haben. „Es wird für die Spieler hier nichts mehr zu verdienen geben“, sagt Geschäftsführer Theisen unmissverständlich. Will heißen: Der Lebensunterhalt lässt sich als TuS-Fußballer künftig nicht mehr bestreiten. „Der Ehrgeiz muss die Entbehrungen aufwiegen“, umreißt Theisen ein Teil des Profils, das die Akteure erfüllen sollten. Rund 150 Bewerbungen von Beratern und Spielern liegen bei dem 42-Jährigen auf dem Tisch, „aber deren Vorstellungen sind aus finanzieller Sicht für uns utopisch“.
Dieser Hintergrund erschwert die Kaderplanungen, ändert aber nichts am Optimismus der Verantwortlichen. Am heutigen Montag um 17 Uhr wird die Mannschaft im Stadion Oberwerth mit der Saisonvorbereitung beginnen, „das neue Gesicht lässt sich dann schon ein bisschen erahnen“, sagt Theisen. Nachdem zwischenzeitlich der Großteil des Vorjahreskaders andernorts untergekommen ist, werden die Akteure aus der zweiten Reihe befördert. Zum Beispiel Tobias Bauer, Jan Hawel und Eike Mund – oder auch Sören und Lukas Klappert, die im Vorjahr erste Erfahrungen im Profikader gesammelt haben. Einen neuen Anlauf will auch Johannes Göderz starten, der zu Koblenzer Zweitligazeiten zwischenzeitlich zum Kader gehört hatte, dann aber durch eine Verletzung zurückgeworfen wurde und zuletzt in der U 23 aktiv war.
Einer der führenden Köpfe im Team könnte Michael Stahl sein. Der 23-Jährige wird ebenfalls das Training aufnehmen, hofft aber wohl noch auf ein Angebot aus der Dritten Liga. „Ich bin aber zuversichtlich, dass er bleibt“, sagt Theisen. Gern hätten die Koblenzer auch Ole Kittner als potenziellen Abwehrchef behalten, der Innenverteidiger will sich aber neu orientieren. „Die verbliebenen Spieler sind natürlich unsere ersten Ansprechpartner“, erklärt Dämgen, „darüberhinaus müssen wir sehen, wer für uns infrage kommt.“

Michael Dämgen: In Eisbachtal fing alles an
Michael Dämgen, geboren am 6. April 1961, stammt aus Dickenschied im Hunsrück und begann seine Karriere 1980 beim damaligen Oberligisten Sportfreunde Eisbachtal. Seine anschließenden Stationen als Profi waren der SC Freiburg, Bayer Uerdingen und Alemannia Aachen. Einer der Höhepunkte seiner Laufbahn war 1986 das 7:3 der Uerdinger im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden – „das Wunder von der Grotenburg“. Insgesamt stehen für den Abwehrspieler Dämgen 70 Bundesliga- und 104 Zweitligaspiele zu Buche. Nach seiner aktiven Laufbahn war er Co-Trainer bei Wacker Burghausen und dem TSV 1860 München, anschließend fungierte er drei Jahre als sportlicher Leiter bei Kickers Offenbach. Zuletzt trainierte er den künftigen Liga-Konkurrenten Wuppertaler SV.

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TuS: Aufgalopp zur Spielersuche
Koblenzer Trainer Michael Dämgen verschafft sich ersten Überblick – Nessos wird Co-Trainer
Der nächste Neuaufbau hat begonnen. Und so scheint es, für einen Moment könnte man glatt vergessen, dass TuS Koblenz binnen zwei Jahren um zwei Klassen abgestürzt ist. Die Neugier ist nach wie vor groß, das Interesse am künftigen Regionalligisten ungebrochen. Um 17 Uhr nahm TuS-Trainer Michael Dämgen unter dem warmen Applaus der rund 450 Zuschauer seine Arbeit auf und hatte dabei nicht weniger als 24 Spieler beisammen.
Die stolze Zahl an Aktiven auf dem Rasen des Stadions Oberwerth liest sich erfreulicher, als die Situation derzeit noch ist. Was nicht verwundert, schließlich haben Dämgen und Geschäftsführer Thomas Theisen erst am Wochenende ernsthaft mit den sportlichen Planungen beginnen können. Und, so machte Dämgen deutlich, es wird wohl noch seine Zeit dauern, bis der TuS-Kader anno 2011/12 stehen wird. „Wir suchen Spieler, die die nötige Qualität haben, um die Mannschaft voranzubringen“, so der Fußball-Lehrer, „und wir suchen Spieler, die bei uns den Durchbruch schaffen wollen.“ Selbstredend müssen die finanziellen Forderungen der Akteure ins schmale Budget passen, bei der TuS wird Fußball künftig allenfalls zum Nebenerwerb. „Die Regionalliga ist eine Klasse, in der vor allem die Spieler investieren müssen“, weiß Szene-Kenner Dämgen, „sie bekommen dort die Möglichkeit, sich zu zeigen und für höhere Aufgaben zu empfehlen. Viel zu verdienen gibt es dort nicht.“ Der Aufgalopp in die neue Spielzeit glich somit eher einer Art Casting, wie man neudeutsch sagt. Mehr als ein Dutzend Balltreter durften zur Probe mitmischen, Dämgen wird sich in den kommenden Tagen ein Bild verschaffen müssen. Unter anderem gaben Torwart Patrick Nettekoven (Wuppertaler SV), Christian Kunert (Wehen Wiesbaden II), Nico Müller (FC Homburg), Jura Gros (RSV Würges) und Hüsni Tahiri (Spfr Siegen) ihre Visitenkarte ab, auch vier Asiaten durften sich vorstellen.
Gleichwohl gibt es bereits ein paar Eckpunkte in Bezug auf die Zusammensetzung des Teams. „Wir haben sechs bis acht feste Zusagen“, berichtete Dämgen und meinte damit vor allem die Spieler aus der zweiten Reihe des Drittliga-Teams. Eike Mund, Jan Hawel, Tobias Bauer, die Brüder Sören und Lukas Klappert oder auch Thomas Klasen wollen weiterhin das TuS-Trikot tragen, zudem werden etliche Akteure aus der zweiten Mannschaft auf ihre Regionalliga-Tauglichkeit hin untersucht. „Wir werden im Laufe der Woche auch die ersten Verträge abschließen und Fakten schaffen“, berichtete Theisen. Zudem soll am Samstag bei den Sportfreunden Siegen das erste Testspiel ausgetragen werden.
Neben Klasen wird allenfalls Michael Stahl als eine der Stammkräfte des Vorjahres in Koblenz bleiben, die übrigen Profis aus dem Drittliga-Team haben sich aus sportlichen oder finanziellen Gründen für einen Wechsel entschieden. Thomas Gentner stellt sich gerade beim schottischen Erstligisten FC Aberdeen vor, auch Christian Pospischil orientiert sich anderweitig.
Zum spektakulärsten Neuzugang könnte ein guter alter Bekannter werden. Im Stadion weilte auch TuS-Eigengewächs Philipp Langen, der vor drei Jahren zur SpVgg Greuther Fürth gewechselt ist, sich dort im Zweitliga-Team aber nicht durchsetzen konnte und in der Vorsaison in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Süd aktiv war.
Für die neue Führungsriege sind die Visionen des Klub-Chefs mehr als nur eine Worthülse, wie eine weitere wesentliche Personalie zeigt: Neben Peter Auer, der weiterhin als Torwart-Trainer aktiv sein wird, hat Chefcoach Dämgen einen Assistenten aus den eigenen Reihen aus dem Hut gezaubert: Der ehemalige Publikumsliebling Evangelos Nessos fungiert künftig als Co-Trainer.
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Dämgen sucht in Siegen die richtige Mischung
TuS-Trainer testet am Samstag die Tauglichkeit seiner Kicker – In der Regionalliga trifft Koblenz zuerst auf den SC Verl
Hochbetrieb im Stadion Oberwerth: Seit Montag bittet Michael Dämgen, der neue Trainer des Regionalligisten TuS Koblenz, seine Schützlinge in spe zweimal täglich zum Sichtungstraining, lediglich am heutigen Freitag wird nur einmal geprobt. Im Verbund mit Co-Trainer Evangelos Nessos muss er dabei mit geschultem Auge möglichst rasch die sprichwörtliche Spreu vom Weizen trennen. Eine rühmliche Ausnahme im Vertragspoker der nächsten Tage und Wochen bildet wohl Jura Groß, im Vorjahr noch für den RSV Würges in der Oberliga Hessen im Einsatz. An seiner Verpflichtung besteht schon jetzt gesteigertes Interesse. Er zählt zum Kreis derer, die nach Möglichkeit schon am heutigen Freitag unter Vertrag genommen werden sollen. Neben Groß sind es laut Theisen sieben Spieler der Vorsaison, mit denen über die sportliche Zukunft konkret verhandelt werden soll.
Beim Auftakt am Montag tummelten sich 24 Aktive auf dem Oberwerther Grün, dazu gesellten sich am Spielfeldrand die verletzten Thomas Klasen und Philipp Langen, dessen Vertrag in Fürth abgelaufen ist. Mittlerweile nehmen auch Johannes Grober (SG Bad Breisig, zuvor TuS Mayen) und der aus der Jugendabteilung der SG 99 Andernach stammende Oliver Stang (VfL Osnabrück, zuvor Borussia Mönchengladbach II) am Übungsbetrieb teil. Auch Toki Nakai (Spvgg Wirges) zählt zu den Spielern, die an einem Engagement in Koblenz interessiert sind. Ob's klappt, wird die nahe Zukunft zeigen.

Yoneta Yuya erzielt das erste Tor für die neue TuS
Koblenz holt ein 1:1 beim Oberligisten in Siegen – Zehn Spieler unter Vertrag
Aller Anfang ist schwer, sagt ein deutsches Sprichwort. Das gilt auch und vor allem für den Fußball-Regionalligisten TuS Koblenz, der nach bewegten und bewegenden Wochen nun mit neuformierter Mannschaft erste Gehversuche auf sportlichen Sektor unternimmt. Dass besagter (Neu-)Anfang nach nur fünf Trainingstagen schon ordentlich verläuft, unterstreicht das 1:1 (0:0) im ersten Testspiel beim NRW-Oberligisten Spfr Siegen.
In einer ansehnlich geführten ersten Halbzeit hätten die Gäste speziell durch Kapitän Jan Hawel durchaus in Führung gehen können. Der Spielfluss ließ zu Beginn des zweiten Abschnitts aber merklich nach. „Ja, da hatten wir einen kleinen Bruch im Spiel“, beschrieb Dämgen ohne Umschweife die Phase, als Siegen eine Unachtsamkeit in der Koblenzer Defensive nach einem Konter durch Leland Wright zum 1:0 (68.) nutzte. Die Antwort der TuS ließ aber nicht lange auf sich warten. Yoneta Yuya erzielte per Volley-Abnahme nach Vorarbeit des überzeugenden Maximilian Acquah den alles in allem leistungsgerechten Ausgleich. „Wenn der Junge immer so spielt wie heute, dann werden wir ihn wohl häufiger bei unserer ersten Mannschaft sehen“, ließ TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen durchblicken. Acquah zählt noch offiziell zu den Koblenzer A-Junioren. Theisen hat mittlerweile folgende Spieler vertraglich gebunden: Philipp Langen, Eike Mund, Jan Hawel, Tobias Bauer, Lukas und Sören Klappert, Johannes Göderz, Jura Gros sowie die beiden Torhüter Kevin Birk und Kadir Yalcin. Das sind – Acquah schon mit eingerechnet – in der Summe exakt elf Spieler, somit hat die TuS 2011/12 schon Mannschaftsstärke erreicht.
Der vom RSV Würges gekommene Gros hinterließ beim Auftritt in Siegen einen bleibenden Eindruck auf der sogenannten Sechser-Position. „Gut vorstellen“ kann sich der Koblenzer Geschäftsführer auch die Verpflichtung von Tokio Nakai, in der Vorsaison noch für den Oberligisten Spvgg Wirges im Einsatz: „Es gibt nur noch wenige Details zu klären, das regeln wir im Verlauf der Woche.“ Unter den 18 in Siegen eingesetzten Spielern war auch ein weiteres neues Gesicht: Jan-Sebastian Uth (SC Brühl) durfte sich in Halbzeit zwei auf der Position des Außenverteidigers versuchen.

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Erster Sieg dank drei Doppelpacks
TuS gewinnt beim SV Untermosel mit 6:0 – Theisen „in guten Gesprächen“ mit Barletta
Zweites Testspiel, erster Sieg. Allerdings dient das 6:0 (2:0) der TuS Koblenz beim A-Ligisten SV Untermosel nun wahrlich nicht als Gradmesser für die Regionalliga-Tauglichkeit der neu formierten Mannschaft. Das weiß auch Trainer Michael Dämgen nur zu genau: „Wir wollten uns in der Region gut präsentieren und ein ordentliches Ergebnis erzielen – das ist uns gelungen. Dass das Spiel natürlich nicht den Stellenwert hat wie zum Beispiel das folgende gegen den 1. FC Köln II, sollte doch jedem klar sein.“ Im sportlichen Duell der beiden 100-jährigen Vereine biss sich die TuS in den ersten 45 Minuten auf dem Kunstrasen in Kobern-Gondorf ein wenig die Zähne aus am zähen Abwehrriegel des Außenseiters. Angriff auf Angriff rollte zwar auf das Tor des Bezirksliga-Absteigers, zunächst jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Erst zwei von Kapitän Jan Hawel verwandelte Foulelfmeter (12. und 20.) sorgten für die Führung.
Im zweiten Abschnitt verdreifachten die Koblenzer diese Quote. Tobias Bauer (67., 69.) und der neue Testspieler Kerim Arslan (79., 81.) – zuvor bei den Spfr Siegen im Einsatz, früher bei Bayer Leverkusen II – schraubten mit den Doppelpacks Nummer zwei und drei an diesem regnerischen Abend das Ergebnis halbwegs standesgemäß in die Höhe. Dämgen war mit dem Auftritt speziell nach der Pause durchaus zufrieden: „Da haben wir auf die Tube gedrückt, es war wesentlich mehr Bewegung im Spiel.“ SVU-Kollege Frank Rath entgegnete: „Für uns war es eine gute Laufeinheit.“ Die ganz große Gelegenheit zum Ehrentreffer verpasste Ali Necmetin, als er einen von TuS-Torhüter Jan Kramer fahrlässig vertändelten Ball (32.) nicht im Koblenzer Tor unterbringen konnte. Einziger Wermutstropfen aus Sicht des guten Gastgebers: Daniel Schäfer musste nach einem Zusammenprall mit Kramer mit einer Platzwunde und Nasenbeinbruch vom Feld. Rath: „Ich hätte lieber 0:15 verloren und Daniel dafür unverletzt behalten.“


Die Abstiegsgefahr hält sich in Grenzen
Zulassungskriterien für Regionalliga geregelt – In der Saison 2012/13 mit 22 Teams
Wenn am ersten Augustwochenende die Fußball-Oberliga Südwest in die neue Runde startet, ist dies gleichzeitig auch die Qualifikationssaison für die neue Regionalliga Südwest, die 2012 unter dem Dach der Landesverbände Rheinland, Südwest, Saarland, Baden, Südbaden, Württemberg und Hessen startet.
Gleich vorneweg: Selbst der kommende Meister der Oberliga Südwest ist nicht automatisch Mitglied der neuen Regionalliga. Auf sechs Seiten haben die sieben Landesverbände einen zwar verständlichen, aber durchaus auch komplizierten Qualifikationsmodus bestimmt. Starten wird die Regionalliga in einem Jahr mit 22 Mannschaften. Darunter dürfen normalerweise höchstens sieben Reserveteams von Bundesligisten oder Zweitligisten sein. Zweite Mannschaften von Drittligisten bleiben von vorn herein außen vor.
Der Stand der Dinge: Derzeit spielen aus den sieben Landesverbänden 18 Mannschaften in den Regionalligen West und Süd. Das sind Bayern Alzenau, Eintracht Frankfurt II, FSV Frankfurt II, Hessen Kassel (alle Hessen), SC Freiburg II, SG Großaspach, 1899 Hoffenheim II, Karlsruher SC II, Waldhof Mannheim, SC Pfullendorf, Stuttgarter Kickers (alle Baden-Württemberg), Wormatia Worms, SV Elversberg, SC Idar-Oberstein, 1.FC Kaiserslautern II, TuS Koblenz, 1. FSV Mainz 05 II und Eintracht Trier (alle Südwest). Das sind unter den 18 Mannschaften genau sieben Reserveteams. Dazu könnte höchstens noch die Reserve des VfB Stuttgart kommen, falls sie aus der 3. Liga absteigt. Gefährdet wären zudem bei einem Abstieg der Lizenzmannschaft die Reserven des Karlsruher SC und des FSV Frankfurt.
Belegen die 18 derzeitigen Südwest-Regionalligisten am Saisonende 2011/2012 Plätze zwischen Rang 2 und 15, und es kommt höchstens ein Absteiger aus der 3. Liga dazu, würden alle drei Oberliga-Meister Südwest, Hessen und Baden-Württemberg direkt aufsteigen. Gibt es einen zweiten Absteiger aus der 3. Liga, müssten die drei Oberliga-Meister in einer Relegation die beiden Aufsteiger ermitteln. Aber: Aufstieg geht vor Abstieg. Zum Beispiel: Zwei Südwest-Teams steigen aus der 3. Liga ab, und ein Südwestverein belegt in einer Regionalliga einen Abstiegsplatz, dann würden alle drei Oberliga-Meister aufsteigen, aber der sportliche Absteiger bliebe außen vor und müsste runter in die Oberliga. Die jetzigen Regionalligisten stehen zwar vor einer recht stressfreien Runde, aber man sollte sich auch nicht zu sicher sein, denn es kann durchaus Absteiger geben. Ist das Kontingent von 22 Teams noch nicht erreicht, aber alle Oberligameister sind oben, werden die freien Plätze den Absteigern zugeteilt, strikt nach Platzierung. Belegen zwei Südwestvereine in den Regionalligen West und Süd jeweils Rang 18, es ist aber nur noch ein Platz in der neuen Staffel zu vergeben, so gibt es zwischen ihnen zwei Entscheidungsspiele.
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Tobias Bauer trifft an seinem 23. Geburtstag
TuS Koblenz holt in Nörtershausen ein 1:1 gegen den 1. FC Köln II – Barletta dirigiert als Kapitän und Innenverteidiger
Die TuS Koblenz bleibt in der Vorbereitung auf die neue Saison der Fußball-Regionalliga West weiter ungeschlagen. Im Duell mit dem Liga-Konkurrenten 1. FC Köln II – der bislang stärkste Gegner – sprang auf dem gepflegten Rasenplatz in Nörtershausen ein achtbares 1:1 (0:0) heraus. Mit seiner Analyse „es war ein intensiv geführtes Spiel, wir haben unser gutes Niveau unter Beweis gestellt“ traf TuS-Trainer Michael Dämgen den Nagel auf den Kopf. Intensiv waren vor allem die läuferischen Bemühungen beider Teams, die Defensive des Gegners unter Druck setzen zu wollen – zunächst nur mit mäßigem Erfolg. Köln versuchte es kurz hinter der Mittellinie vornehmlich mit hohen Bällen in den Strafraum, die TuS setzte konsequent aufs Flügelspiel bis hinunter zur Grundlinie. Lebhaft wurde die Partie erst gegen Ende der ersten 45 Minuten. So traf Test-Angreifer David Sasse (vom SV Rhenania Bessenich gekommen) per Volley-Abnahme nur den rechten Pfosten des kölschen Kastens, der Nachschuss von Tobias Bauer prallte an die Querlatte (43.). Elf Spielminuten und eine schöpferische Halbzeitpause später machte Bauer es dann besser: Nach Kopfball-Vorlage von Nakai Tokio drosch er das Spielgerät aus fünf Metern Entfernung zum 1:0 über die Torlinie. Und bereitete sich damit selbst ein Geschenk zu seinem 23. Geburtstag.
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TuS Koblenz bezwingt den TuS Mayen in Kirchwald mit 4:1
Der Fußball-Regionalligist TuS Koblenz hat das Testspiel gegen den Rheinlandligisten TuS Mayen gestern Abend mit 4:1 (3:1) für sich entschieden. Das erste Ausrufezeichen vor 500 Zuschauern in Kirchwald setzte allerdings der klassentiefere Rheinlandligist. Nach einem Ballverlust von Johannes Grober – der Ex-Mayener will sich derzeit beim Koblenzer Trainer Michael Dämgen für ein Engagement beim Regionalligisten empfehlen – traf Stephan Schikora für den Außenseiter (14.). Drei Tore von David Sasse sorgten vor dem Pausenpfiff für die Koblenzer 3:1-Führung (20., 31., 40.). Nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer weiter ein Spiel auf ein Tor. Während der TuS Mayen in Durchgang zwei keinen Schuss aufs Koblenzer Gehäuse abgab, erarbeitete sich der Regionalligist Möglichkeiten im Minutentakt. Die mangelhafte Chancenverwertung dürfte Coach Dämgen indes nicht gefallen haben, es reichte für sein Team nur noch zum Treffer zum 4:1 durch Testspieler Yeong-Hun Kim, der einen Abpraller nach Freistoß von Tobias Bauer verwertete (72.). Für die TuS Koblenz waren gestern neue Testspieler im Einsatz. Dominik Schwertel spielte zuletzt für Regionalliga-Absteiger Arminia Bielefeld II, Zamir Daudi beim 1. FC Eschborn in der Hessenliga.

Bauer macht's sieben Mal: TuS Koblenz schlägt Bad Emser Auswahl 14:0
Tobias Bauer und Fußball-Regionalligist TuS Koblenz haben ihr Gastspiel in Bad Ems am Freitagabend genutzt, um sich für kommende Aufgaben warmzuschießen. Gegen eine Auswahl der Verbandsgemeinde Bad Ems, bestehend aus Akteuren der SG Nievern, des VfL Bad Ems und des gastgebenden SV Becheln, setzte sich die Mannschaft von Trainer Michael Dämgen vor rund 500 Zuschauern mit 14:0 (5:0) durch. Tobias Bauer stand wie Keeper Kadir Yalzin, Mittelstürmer Jan Hawel und Kapitän Angelo Barletta über 90 Minuten auf dem Platz und war mit sieben Treffern der erfolgreichste Schütze. Hawel hatte die Gäste früh in Führung gebracht (6.) und Tokio Nakai schnell das 2:0 nachgelegt (10.), danach ging der Regionalligist aber zu großzügig mit seinen Möglichkeiten um. „Damit kann ich nicht ganz zufrieden sein“, sagte Dämgen. „Wir waren zwar überlegen, aber die Zielstrebigkeit hat gefehlt.“ In dieser Phase traf Nicolas Liefke nach einem Konter über Stefan Deusner sogar für die Auswahl – stand zuvor aber im Abseits. Zweimal Bauer und Barletta vor der Pause sowie David Sasse (2), Max Acqua, Kerim Arslan und erneut Tobias Bauer (5) sorgten für den letztlich standesgemäßen Endstand.

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Koblenzer Kader nimmt immer mehr Konturen an
TuS erzielt 25 Tore in drei Testspielen
Stolze 25 Tore erzielte die TuS Koblenz in drei Testspielen binnen vier Tagen gegen unterklassige Konkurrenz. Was auf den ersten Blick nach einem stimmungsvollen Scheibenschießen des Fußball-Regionalligisten aussieht, stellte Michael Dämgen aber nur bedingt zufrieden: „Wir hätten schon noch das eine oder andere Tor mehr schießen müssen.“
Keine Frage, dass der 50-jährige TuS-Trainer den erzielten Ergebnissen dieser Tage keine oder nur wenig Bedeutung beimisst. Was ihn vielmehr interessiert, ist ein reibungsloser Spielfluss mit schnellen Ballkontakten – das also, was im Kickerjargon gemeinhin als „blindes Verständnis“ der Akteure auf dem Feld bezeichnet wird. Co-Trainer Evangelos Nessos weiß, dass (noch) nicht alle Rädchen perfekt ineinander greifen: „Die Jungs kennen sich zum Teil erst eine Woche. Aber Baustein für Baustein kommen wir der Sache schon näher.“ Nach dem 4:1 gegen den TuS Mayen reihten sich beim 14:0 (5:0) in Bad Ems gegen eine Rhein/Lahn-Auswahl sieben TuS-Spieler in die Schützenliste ein: allen voran Tobias Bauer mit sieben Treffern, zudem David Sasse (2), Jan Hawel, Tokio Nakai, Angelo Barletta, Maximilian Acquah und Kerim Arslan.
Beim 7:1 (2:1) nur 22 Stunden später gegen den VfL Oberbieber empfahl sich auch Neu-Testspieler Dominik Schwertel (Arminia Bielefeld II) mit zwei Toren. Er fügte sich sichtbar nahtlos ins TuS-Kollektiv ein, was man allerdings von Zamir Daudi (1. FC Eschborn) nicht behaupten konnte, der sich auf der rechten Seite in den ersten 45 Minuten zu oft verzettelte. Die übrigen Koblenzer Tore vor rund 370 Zuschauern besorgten Sasse (2), Jura Gros, Nakai und Paul Lauer. Für Charly Grün, den Trainer des gastgebenden A-Ligisten, war das Ergebnis „vollkommen in Ordnung, weil ich nach den beiden schnellen Toren am Anfang schon das Schlimmste befürchtet hatte“. Der Ehrentreffer auf dem engen Kunstrasenplatz an der Grafenwiese ging auf das Konto von Trainersohn Moritz, der zum 1:2-Pausenstand ins Schwarze traf.

SG Mülheim-Kärlich gewinnt 2:1 gegen die TuS – Koblenz verpflichtet Kerim Arslan
Fußball-Rheinlandligist SG Mülheim-Kärlich hat den Test gestern Abend auf dem Rasenplatz am Schulzentrum gegen den Regionalligisten TuS Koblenz mit 2:1 (1:1) gewonnen und damit für die erste Niederlage der TuS unter Trainer Michael Dämgen gesorgt. Schon nach drei Minuten kamen die Mülheimer vor 700 Zuschauern zur Führung: Christian Wiersch nahm einen Ball mit dem Rücken zum Tor perfekt an, umspielte mit einer kurzen Drehung seinen Gegenspieler und schoss ins lange Eck zum 1:0. Pero Miletic, der im Tor der TuS getestet wurde, war machtlos. Es dauerte allerdings nicht lange bis zum Ausgleich. Der Ball landete nach einem Freistoß genau auf dem Kopf von David Sasse, der dem Mülheimer Torwart Michael Wall keine Chance ließ und zum 1:1 einköpfte (11.). In der folgenden Viertelstunde bestimmte die TuS das Spiel, ohne jedoch zu treffen. Zwei schöne Schüsse von Tobias Bauer aus 20 Meter Entfernung, ein weiterer Kopfball von Sasse sowie eine unübersichtliche Situation im Strafraum – mehr musste die SG im ersten Durchgang nicht überstehen. Derweil hatte die TuS Glück, dass ein Schuss von Steffen Pistono kurz vor dem Pausenpfiff nur an den Pfosten knallte. Kurz nach Wiederanpfiff gelang Pistono dann aber ein Geniestreich: Mit einem Traumpass ließ er die Koblenzer Abwehr ins Leere und Kevin Urbatzka alleine mit Ball aufs TuS-Tor laufen. Diese Chance nutzte Urbatzka zum 2:1 (50.). Durch viele Wechsel auf beiden Seiten ging der Spielfluss verloren. Eine 100-prozentige Torchance gab's für die Koblenzer nicht mehr, sodass es beim 2:1 für Mülheim blieb. Von Beginn an im Koblenzer Dress spielte derweil Kerim Arslan, der bei der TuS einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012 unterschrieben hat. Zuletzt war der 24 Jahre alte Außenspezialist für die Sportfreunde Siegen aktiv gewesen.

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Koblenz verliert mit 1:3
TuS hält beim Test gegen Wormatia Worms lange Zeit gut mit
Fußball-Regionalligist TuS Koblenz hat ein Testspiel gegen Wormatia Worms auf dem Sportplatz in Urbar/Hunsrück mit 1:3 (1:1) verloren. Dabei waren die Koblenzer dem Süd-Regionalligisten über weite Strecken des Spiels ein gleichwertiger Gegner. Die TuS spielte munter nach vorn und zeigte, dass sie durchaus in der Regionalliga mithalten kann. Nur in manchen Situationen fehlt noch die Cleverness. Der Wormser Martin Gollasch sorgte vor 379 Zuschauern in der 13. Minute für die 1:0-Führung der Wormatia. TuS-Akteur Jung-Hun Kim markierte noch in der ersten Hälfte den 1:1-Ausgleich (34.). Im zweiten Durchgang waren die Wormser wieder zur Stelle. Allerdings mithilfe der TuS, die in der 51. Minute im eigenen Strafraum nicht abgeklärt genug reagierte und den Wormser Gollasch nur mit einem Foul stoppen konnte. Den folgenden Elfmeter verwandelte Tim Bauer zum 2:1. In der Schlussminute erhöhte erneut Bauer das Endergebnis auf 3:1. Bemerkenswert bei Koblenz: Philipp Langen stand gestern Abend relativ lange auf dem Platz.
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August 2011
TuS deutet gegen Worms Regionalligaformat an
Koblenzer mit ansehnlichem Spiel und individuellen Fehlern
Die Standortbestimmung der TuS Koblenz ist gelungen. Die neu formierte Fußballmannschaft bewies im Testspiel gegen den VfR Wormatia Worms, dass der Kader durchaus Regionalligaformat besitzt. Gegen den Vertreter der Süd-Staffel wurden aber auch die Defizite des Teams von Trainer Michael Dämgen deutlich. Am Ende siegten die Rheinhessen auf der Sportanlage in Urbar/Hunsrück mit 3:1 (2:1) – zum Ärger Dämgens: „Auch wenn es nur ein Test war. Keiner verliert gerne.“  Die Gegentore zeigten dabei die Schwächen der TuS dezidiert auf. In der ersten Viertelstunde hakte das Aufbauspiel gewaltig. Die Abwehrspieler um Kapitän Angelo Barletta fanden selten Abnehmer für ihre eröffnenden Pässe. Die Wormatia stellte die Flügelspieler geschickt zu und machte die Räume in der Zentrale gleichzeitig eng. Auch die beiden Sechser der TuS waren damit kaum anspielbar.

Torschütze des Jahres 2010 geht TuS Koblenz verloren
Michael Stahl steht dem Regionalligisten nicht zur Verfügung – Kommen Colak und Miletic? – Morgen spielt Eupen in Mülheim-Kärlich
Wie die TuS Koblenz in die Saison der Fußball-Regionalliga West starten wird, weiß im Moment wohl noch keiner so genau. Sicher ist aber mittlerweile: Michael Stahl, Torschütze des Jahres 2010 und zwischenzeitlich zu einer kleinen Koblenzer Kicker-Kultfigur herangereift, wird dann nicht (mehr) zum Kader der Schängel zählen.
„Ja, ich habe Geschäftsführer Thomas Theisen gesagt, dass ich definitiv nicht zur Verfügung stehe“, bestätigte der 23-jährige Mittelfeldspieler auf Anfrage: „Mein Probetraining in Italien ist gut gelaufen. Zwei, drei Klubs haben Interesse gezeigt. In Deutschland gibt es eine Anfrage aus der Zweiten und eine aus der Dritten Liga. Noch liegt mir kein konkretes Angebot vor, meine Zukunft liegt also in den Sternen.“ Stahl läuft die Zeit nur bedingt davon, als vertragsloser Spieler ist für ihn noch bis zum 31. Januar das Transferfenster geöffnet. „Eine Notlösung kommt für mich nicht in Frage“, lässt er unmissverständlich durchblicken: „Ich bin ungebunden, habe weder Frau noch Kind. Ein Angebot aus dem Ausland bereitet mir kein Kopfzerbrechen.“ Theisen wünscht ihm in jedem Fall „viel Glück“ auf dem weiteren Weg.

Fans und TuS feiern Stadionfest
Erlös der Feier soll Kickern das Trainingslager finanzieren
„Zurück in die Zukunft“ lautete das Motto des Stadionfests, mit dem die TuS Koblenz jetzt die neue Saison eröffnet hat. Geboten wurde dabei ein fast achtstündiges sportliches und kulturelles Programm.
„Mit dem Motto wollen wir ausdrücken, dass wir Fans wieder mehr integriert werden,“ erläutert Andreas Stein vom Dachverband Koblenzer Fanclubs (DKF), der das Fest in Eigenregie durchführte. Der DKF hat zukünftig einen Sitz im TuS-Aufsichtsrat. Auch TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen stellte klar: „In schweren Zeiten müssen Vorstand, Aufsichtsrat, Spieler und Fans enger zusammenrücken.“ Zwei positive Zeichen hätte der DKV bereits gesetzt: die Organisation des Festes und den Fanartikelverkauf.
Außerdem hat der Dachverband ein T-Shirt zum 100-jährigen Vereinsbestehen herausgebracht. Es zeigt die Elf, die 1968 um den Bundesliga-Aufstieg gespielt hat, und wird neben dem offiziellen Fan-Trikot verkauft. „Die neue Form der Zusammenarbeit tut der TuS gut“, lobte Walter Desch, Vorsitzender des Fußballverbands Rheinland, der ebenso wie Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein zu den rund 2000 Besuchern am Freitag gehörte. Mit dem Festerlös wird ein Trainingslager der Mannschaft finanziert. TuS-Präsident Werner Hecker freute sich: „Hierüber ist der Verein, dem es finanziell nicht rosig geht, besonders dankbar.“

Saisoneroeffnung_2011_999

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David Sasse scheidet mit einem Schädelbruch aus
aktuell-2011_01TuS Koblenz muss das 2:2 gegen A.S. Eupen teuer bezahlen
Neun Spiele, fünf Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen, 36:9 Tore. Nach fünfwöchiger Vorbereitung liest sich die Bilanz der TuS Koblenz eigentlich recht vielversprechend. Wenige Tage vor dem Start in die Fußball-Regionalliga West hält Geschäftsführer Thomas Theisen den berühmten Ball aber bewusst flach: „Wir dürfen nicht vergessen, wo die meisten unserer Spieler herkommen. Wenn wir jede Begegnung bis zum Saisonende wie ein Pokalspiel bestreiten, haben wir in dieser Liga vielleicht eine Chance.“ Das respektable 2:2 (0:2) am Ende der langen Testspielserie gegen den belgischen Zweitligisten A.S. Eupen musste sich die TuS auf dem Rasenplatz in Mülheim-Kärlich teuer erkaufen: Angreifer David Sasse wurde nach einem Zusammenprall benommen ausgewechselt (61.). Was zunächst noch als Gehirnerschütterung eingestuft wurde, entpuppte sich später aber als schlimme Verletzung: „Sasse hat einen Schädelbruch. Wie lange er ausfällt, weiß keiner,“ verbreitete Theisen tags darauf die Hiobsbotschaft. Zur Chronologie des Spiels: José Espinal brachte die Belgier nach einer Ecke per Kopf in Führung (25.), neun Minuten später zirkelte Kevin Kis einen Freistoß zum 0:2 in den Koblenzer Kasten. Für Aufregung sorgte unmittelbar vor dem Ende des ersten Abschnitts noch ein rüdes Foul von Michail Popovic an Philipp Langen. Da der Übeltäter zuvor wegen einer ähnlichen Aktion schon die Gelbe Karte gesehen hatte, war er im Endeffekt mit der nun folgenden Ampelkarte recht gut bedient. Im zweiten Abschnitt hatte die TuS den dezimierten Gegner gut im Griff, zwingende Torgelegenheiten ergaben sich aber vorläufig nicht. Das bemängelte auch Trainer Michael Dämgen: „Da waren wir zwar am Drücker, hatten aber nur wenige klare Aktionen.“ Als der für Sasse eingewechselte Jan Hawel einen dieser strukturierten Vorstöße zum Anschlusstreffer nutzte (77.), war der Bann gegen bissige Belgier gebrochen. Knapp 60 Sekunden danach traf Jung-Hun Kim per Direktabnahme zum Ausgleich. Hawel verpasste nach 85 Minuten nur um Haaresbreite den Koblenzer Siegtreffer.
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Gentner verlängert in Koblenz
Kurz vor Saisonauftakt verpflichtet die TuS einen weiteren Spieler
Im Juni des vergangenen Jahres war er von Eintracht Frankfurt II zur TuS Koblenz gestoßen, jetzt, kurz vor dem ersten Saisonspiel in der Fußball-Regionalliga morgen zu Hause gegen den SC Verl (19 Uhr), hat Thomas Gentner bei der TuS verlängert. Gentner unterschrieb einen Vertrag beim Regionalligisten.
Das Drittliga-Heimspiel im November 2010 gegen den SV Wehen Wiesbaden wird Gentner vielleicht in Erinnerung gehabt haben, als er sich nun für ein weiteres Jahr bei der TuS entschied. Denn die Koblenzer gewannen das Heimspiel mit 3:2, hatten bis dahin eine überraschend starke Saison in der 3. Liga hingelegt – und dem Linksverteidiger Gentner waren zwei Tore gelungen. „Der Zusammenhalt ist einfach unsere Stärke“, sagte er damals, und auch in der kommenden Saison soll der Zusammenhalt ein entscheidender Faktor bei der TuS sein.

Tribüne im Stadion Oberwerth wird abgebaut
aktuell-2011_02Ein Teil der Tribünenlandschaft im Stadion Oberwerth wird zurückgebaut. Die Sparkassen-Tribüne soll bis zum ersten Heimspiel gegen Verl am Freitag Geschichte sein. Am Dienstag wurden bereits alle Sitzflächen und Teile des Gerüsts entfernt. Nachträglich soll auch noch die Toto-Lotto-Tribüne abgebaut werden. Diese Tribüne bleibt vorerst noch stehen, Sitzplätze hierauf werden aber schon nicht mehr verkauft. Der Spardruck bei der TuS hat die Schritte notwendig gemacht: Die Tribünen sind angemietet, die Miete entfällt dann. Sparen wird die TuS auch am VIP-Bereich: Das Zelt in der jetzigen Form wird es nicht mehr geben, dafür aber einen VIP-Bereich. Und dort will der Dachverband Koblenzer Fanclubs der TuS mit Helfern beim Auf- und Abbau unter die Arme greifen. Helfer werden für jedes Heimspiel gesucht. Und noch ein Novum: Es wird keine Pendelbusse mehr geben.

 

 

TuS setzt auf Gentner und Nonnenmann
Kadir Yalcin steht heute gegen den SC Verl im Koblenzer Kasten – Mit Pero Miletic gibt es keine Einigung
Michael Dämgen ist ein Mann des offenen Wortes, der gelassen, geduldig und umfassend jede Frage zu beantworten weiß. Dass sich der Trainer des Fußball-Regionalligisten TuS Koblenz aber auch ab und zu verschlossen gibt, versteht sich in diesem Geschäft fast von selbst: „Wir wollen ja schließlich nicht schon vorher alles verraten.“ Was er aber bis zu diesem Zitat schon in die Notizblöcke und Mikrofone diktiert hat, lässt die Zusammensetzung der TuS-Elf am Freitagabend bei der Heimspielpremiere um 19 Uhr gegen den SC Verl mehr als nur erahnen.
„Ja, der Kadir Yalcin wird spielen“, macht Dämgen beispielsweise kein Geheimnis um die Besetzung der Torwartposition. Mit Schlussmann Pero Miletic, der nach dem Trainingslager und dem Spiel gegen A.S. Eupen schon mit einem Bein im Kader stand, konnte der Verein keinen für beide Seiten zufriedenstellenden Vertrag auf den Weg bringen. Dass Angreifer Jan Hawel nach der schweren Verletzung von Neuling David Sasse im Sturm auflaufen wird (Dämgen: „Das ist seine Chance, unser Vertrauen gehört ihm“), dürfte ebenso klar sein wie der Einsatz von Johannes Göderz.


2200 Zuschauer im Schnitt?
Knapp 5000 Zuschauer im Schnitt strömten in der vergangenen Saison zu den insgesamt 19 Drittliga-Spielen der TuS Koblenz. Keine Frage, dass mit einer derartigen Resonanz eine Fußball-Etage tiefer wohl kaum zu rechnen ist. „Wir kalkulieren in der neuen Saison mit einem Durchschnitt von 2200 Zuschauern“, lässt sich TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen bei dieser Zahlenspielerei ein wenig in die Karten schauen. Gegen Verl wird sich der Andrang trotz bisher 1000 verkaufter Dauerkarten gewiss in Grenzen halten, exakt zwei Wochen später aber beim Heimspiel gegen den renommierten Traditionsverein Rot-Weiss Essen wird das abgespeckte Stadion in Koblenz sicher eine für diese Liga respektable Kulisse beherbergen.


TuS geht zum Auftakt leer aus
tus-verl-2011-12_903051 Zuschauer sehen beim 0:1 gegen den SC Verl engagierte Koblenzer
Wenn das 0:1 (0:0) zum Auftakt gegen den SC Verl so etwas wie ein Gradmesser für die Regionalliga-Tauglichkeit der TuS Koblenz ist, dann muss man vielleicht ein wenig um die fußballerische Zukunft des Gastgebers bangen. Ein schwacher Trost: Die Elf von Trainer Michael Dämgen war über weite Strecken ebenbürtig.
Stimmung unter den 3051 Zuschauern machte sich schon nach nicht einmal 120 Sekunden breit, als das obligatorische „Kooblenz, Koooblenz“ durch das Oval des Oberwerther Stadions hallte. Was die Heimmannschaft zunächst nicht oder nur ganz wenig beflügelte – ganz im Gegenteil: Denn Verl gab in den ersten 20 Minuten eindeutig den Ton an und hätte dabei sogar in Führung gehen können, wenn nicht sogar müssen: Andreas Saur fand im Anschluss an eine Ecke aus dem Gewühl heraus im glänzend reagierenden TuS-Schlussmann Kadir Yalcin seinen Meister (16.). Nach dem daraus resultierenden Eckstoß verpasste Sascha Brinker das anvisierte Ziel nur knapp.
Und als Yannik Schröder völlig blank vor Yalcin den Ball per Kopf nicht richtig traf (19.), hätten die Platzherren schon in Rückstand liegen können. Danach war's mit der Verler Herrlichkeit aber vorbei, die TuS bekam das Spiel und den Gegner immer besser in den Griff. Zwei Freistöße in aussichtsreicher Position durch Tobias Bauer (22.) und Jura Gros (28.) verpufften jedoch wirkungslos. Die wohl beste Gelegenheit bot sich Sturmspitze Jan Hawel, der nach 34 Minuten aus spitzem Winkel nur knapp am SC-Torsteher Milos Mandic scheiterte.


Barletta nimmt Kollegen in die Pflicht
TuS-Kapitän ist sich sicher: Das wird eine schwere Saison
Angelo Barletta ist ein Mann der klaren Worte. Das muss er auch sein, schließlich ist der 34-Jährige Kapitän der TuS Koblenz. Auf dem Platz bemühte sich Barletta während der 90 Minuten gegen den SC Verl lautstark, die Defensive zu sortieren, um nach dem 0:1 ebenso deutlich festzustellen: „Das wird eine sehr schwere Saison für uns.“ Darüber sind sich alle Beteiligten einig, die Auftaktniederlage zeigte indes deutlich auf, dass noch viel Arbeit auf die Koblenzer wartet. In allen Bereichen. „Uns fehlt es eben an Erfahrung, und das müssen wir durch Leidenschaft und Willen wettmachen“, sagt Barletta. Der Innenverteidiger selbst ist dabei ein wesentlicher Faktor, um zumindest die fehlende Routine im Kader ein Stück weit zu kompensieren. 130 Spiele in der zweiten und dritten Liga stehen für den gebürtigen Hanauer zu Buche, zuletzt war er zwei Jahre beim VfL Osnabrück aktiv gewesen – inklusive Auf- und Abstieg. Nun will er in der Regionalliga den jüngeren Kollegen zur Seite stehen, ihnen in kniffligen Situationen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Keine einfache Aufgabe, wie schon zu Beginn der Partie zu sehen war. Verl hatte nach Standardsituationen gleich drei Großchancen, die Abstimmung in der Defensive ließ zu wünschen übrig. „Wir müssen uns steigern“, weiß der Kapitän, der aber zu verstehen gibt, dass im neuen TuS-Ensemble die Dinge nicht von heute auf morgen funktionieren können: „Wir müssen Geduld haben, man kann eben nichts erzwingen.“


TuS wartet weiter auf das erste Tor
Die TuS Koblenz muss in der Fußball-Regionalliga West weiter auf den ersten Punkt und auch auf das erste Tor warten: Das 0:2 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach II beförderte den Gast auf den letzten Tabellenplatz. TuS-Trainer Michael Dämgen bewertete den Auftritt seiner Schützlinge im Rheydter Grenzlandstadion vor 535 zumeist Koblenzer Anhängern wie folgt: "Wir haben uns bis zum Schluss gewehrt. In der zweiten Halbzeit haben wir mutig nach vorne gespielt, sind aber für unseren Aufwand leider nicht belohnt worden." 45 Minuten vor dem eigentlichen Anpfiff war vom Gästeteam weit und breit noch nichts zu sehen. Ein gewaltiger Stau auf der A61 vor Mönchengladbach hatte den TuS-Bus ausgebremst, somit begann die Partie mit einer viertelstündigen Verspätung - eine optimale Vorbereitung aufs Spiel sieht sicher ganz anders aus. Ob's mit ein Grund dafür war, dass die TuS nur schleppend in die Begegnung kam, sei mal dahingestellt. Die mit insgesamt neun Spielern der Lizenzabteilung gespickten Gladbacher wirkten leichtfüßiger und stürzten die Koblenzer Defensive zu Beginn von einer Verlegenheit in die andere. Der Australier Mathew Leckie, am Vorabend noch beim 4:1 der ersten Borussen-Garnitur gegen den VfL Wolfsburg eingewechselt, drosch den Ball nach maßgerechter Vorarbeit von Matthias Zimmermann humorlos zum 1:0 unter die Latte (12.). Die linke Abwehr- und Mittelfeldseite der TuS war in dieser frühen Phase der Partie überhaupt nicht im Bild.

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TuS Koblenz verpflichtet Michael Stahl
Torschütze des Jahres soll schon morgen gegen Essen zum Einsatz kommen
Mit Zielen in der Ferne hatte Michael Stahl eigentlich schon großes Glück: Mit seinem 61,5-Meter-Tor im Pokalspiel gegen Hertha BSC wurde der Diezer zum Torschützen des Jahres – und zur TuS-Ikone. Schon gegen Ende der vergangenen Drittligasaison gab es Kontakte mit anderen Vereinen. Anfang August sagte der Mittelfeldspieler, der Mitte September 24 wird, der TuS Adieu. Stahl hatte da noch frisch unter dem Eindruck eines zweiwöchigen Vorspielens in Italien gestanden, hatte Hoffnungen auf einen Wechsel dorthin. „Da war aber nichts Seriöses dabei“, sagte Stahl. „Kurz vor dem Abschluss entdeckt man dann Haken und Ösen.“ Also jetzt die Kehrtwende: In der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Essen saß Stahl auf dem Podium neben Geschäftsführer Thomas Theisen, Trainer Michael Dämgen und TuS-Pressesprecher Julian Turek. Der verlorene Sohn ist zurück: „Ich habe Bock auf die TuS.“ Keine 24 Stunden zuvor hatte bei der TuS daran wohl niemand gedacht: Am Dienstagabend um 22 Uhr hatte Stahl Theisen angerufen. „Wir haben dann fünf Minuten telefoniert und uns am Morgen noch mal fünf Minuten an den Verhandlungstisch gesetzt“, sagte Stahl. „Mir ging es nicht ums Geld.“ Stahl hat einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben.

TuS Koblenz holt den ersten Punkt
Gegen Rot-Weiss Essen gibt's ein verdientes 0:0 – Stahl mit Freistoß-Hammer
Das erste Tor der TuS Koblenz in der Fußball-Regionalliga West lässt weiter auf sich warten, nicht aber der erste Punktgewinn: Im Duell mit den zuvor 16 Plätzen besser postierten Rot-Weissen aus Essen holten die Schängel gestern Abend vor 3650 Zuschauern ein durchaus verdientes 0:0. Nach 80 Minuten hatte der Koblenzer Anhang den ersten Torjubel der Saison schon auf den Lippen, doch der Essener Torwart Dennis Lamczyk parierte mit viel Mühe den 35-Meter-Freistoßhammer von Rückkehrer Michael Stahl. Ähnlich wie schon in Mönchengladbach nahm TuS-Trainer Michael Dämgen eine Veränderung in der Anfangsformation vor: Diesmal wurde der offensiv orientierte Tobias Bauer aus dem Spiel genommen, dafür durfte sich Stahl – wie auch zu erwarten war – von Beginn an beweisen. Stahl rückte auf die Sechser-Position von Jura Gros, der wiederum nahm den Platz hinter Sturmspitze Jan Hawel ein. Akzente im Dauerregen und auf tiefem Untergrund setzten zunächst aber die Gäste: Koblenz kam – wie schon in den beiden vorangegangenen Begegnungen – nur schleppend in den Vorwärtsgang, RWE hingegen näherte sich in der Anfangsphase gleich zweimal gefährlich dem TuS-Tor. Ein Kopfball von Benedikt Koep (5.) verfehlte knapp das anvisierte Ziel, einen Distanzschuss von Timo Brauer (13.) lenkte der Koblenzer Keeper Kadir Yalcin mit den Fingerspitzen spektakulär über das Quergestänge. Die TuS Koblenz war in der ersten halben Stunde absolut ebenbürtig, allerdings waren die Offensivaktionen einfach nicht zwingend genug. Neben zwei, drei erwähnenswerten Situationen in Essener Strafraumnähe produzierte die TuS dann in Person von Kapitän Angelo Barletta wenigstens eine Gelegenheit, als er den Ball aus acht Meter Entfernung per Kopf nach einer Ecke nicht richtig traf (35.). Zwei Minuten zuvor musste der Gastgeber verletzungsbedingt erstmals wechseln: Philipp Langen wurde durch Seung-Yeob Ok ersetzt, der die rechte Verteidigerposition einnahm. Dafür rückte Kerim Arslan nach vorne. Die nächste erwähnenswerte Szene gehörte wieder den Essenern, als erneut Brauer einen Schuss nur knapp am rechten Pfosten des TuS-Gehäuses vorbei setzte (40.)

September 2011

TuS erzielt nach 322 Minuten das erste Tor
Koblenz holt beim VfL Bochum II ein 3:3
Nach insgesamt 322 Minuten hat die TuS Koblenz gestern Abend in der Fußball-Regionalliga West das erste Tor erzielt. Und weil neben Jan Hawel dann auch noch Michael Stahl und Tokio Nakai den Ball im anvisierten Ziel unterbrachten, stand im Spiel beim VfL Bochum II ein 3:3 (0:2) unter dem Strich. Am Ende war es ein Punktgewinn für die Moral, denn nach zwölf Minuten und beim Stand von 0:2 aus Sicht der Schängel hätte wohl kaum jemand noch einen Pfifferling auf die Gäste gegeben.
Gerade mal 379 Zuschauer hatten sich im doch recht weiten Oval des Wattenscheider Lohrheidestadions verloren – irgendwie wirkte das gespenstisch. Unterirdisch war zudem die Koblenzer Startsequenz: Schon nach knapp 160 Sekunden waren die taktischen Vorgaben der Gäste über den Haufen geworfen. Ein simpler Pass in die Schnittstelle der Viererkette genügte, schon musste Thomas Gentner seinen Gegenspieler Kevin Freiberger ziehen lassen, der TuS-Schlussmann Kadir Yalcin mit platziertem Flachschuss zum 1:0 keine Abwehrchance ließ. Es kam noch dicker: Nach zwölf Minuten spazierte Abdessamad Fachat halblinks in den Koblenzer Strafraum und stolperte dann über den herauseilenden Yalcin. Aber der mitgelaufene Freiberger schob stattdessen den Ball ins verwaiste Koblenzer Gehäuse. Wer dachte, dass die Partie damit im Prinzip schon gelaufen sei, sah sich speziell im zweiten Spielabschnitt getäuscht. Als VfL-Keeper Markus Scholz bei einem langen Ball in die Mitte nicht entschlossen genug aus seinem Kasten herauskam, spitzelte Hawel das Spielgerät an ihm vorbei zum Anschlusstreffer über die Linie (52.). Die rund 100 hinter dem Tor postierten TuS-Anhänger nahmen's mit ausgelassenem Jubel zur Kenntnis. „Hier regiert die TuS“, hatten sie schon vorher skandiert, doch erst jetzt sollten sie damit recht haben. Elf Minuten danach verstärkte Trainer Michael Dämgen die Offensive, David Sasse kam nach knapp einmonatiger Verletzungspause als zusätzlicher Angreifer ins Spiel. Und das machte sich nur weitere 120 Sekunden später schon bezahlt. Michael Stahl schaltete im Bochumer Strafraum am schnellsten und drosch den Ball aus der Nahdistanz ins VfL-Tor. Schon im ersten Abschnitt hatte „Stahli“ aus der Entfernung getroffen (18.), doch Schiedsrichter Henrik Bramlage aus Vechta hatte dem Treffer die Anerkennung verweigert. In den letzten Minuten gaben sich beide Mannschaften nicht mit dem Remis zufrieden, die Ereignisse überschlugen sich. Erst traf Tokio Nakai (88.) für Koblenz, dann Oliver Zech (90.+3) für den VfL Bochum II. Kurz zuvor hatte VfL-Spieler Cebio Soukou noch wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen.


Gros nutzt einen kapitalen Torwartfehler
Drei Spiele in acht Tagen, drei Punkte, keine Niederlage - aber auch kein Sieg. Für TuS Koblenz verliefen die jüngsten Vergleiche in der Fußball-Regionalliga West mit Rot-Weiss Essen, dem VfL Bochum II und dem Wuppertaler SV absolut ausgeglichen.
Tendenziell ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die TuS durchaus in der Klasse angekommen ist, wenn auch nur im unteren Tabellendrittel. Zum Abschluss der "englischen" Woche sicherten sich die Schängel ein achtbares 1:1 (1:0) gegen den selbst ernannten Aufstiegsaspiranten aus Wuppertal.
Mit diesem Resultat kann Koblenz ganz gut leben, nicht aber der Gegner - das zumindest war dem Kommentar von Trainer Karsten Hutwelker zu entnehmen: "Es reicht nicht, nur 45 Minuten Leidenschaft an den Tag zu legen. Und heute haben wir es noch nicht mal hinbekommen, zehn Minuten Fußball zu spielen. Eine desolate Vorstellung, da werden wir drüber sprechen. Mehr als ein Unentschieden haben wir uns hier nicht verdient."
Nach einer Flanke ließ WSV-Schlussmann Sascha Samulewicz den Ball durch die Hände direkt vor die Füße des freistehenden Jura Gros gleiten, der auch nicht lange fackelte und mit dem ersten Heimspieltor der TuS in dieser Saison dem Gastgeber ordentlichen Rückenwind bescherte. Auch Wuppertal hatte zuvor schon ins Schwarze getroffen, doch Bundesliga-Schiedsrichter Christian Dingert hatte Christian Knappmann zuvor im Abseits gesehen (25.). Völlig freistehend verpasste Knappmann sechs Minuten nach Wiederanpfiff per Kopf den Ausgleich. Hier war der Koblenzer Keeper Kadir Yalcin noch zur Stelle, nicht aber rund 120 Sekunden später: Nach einer Kopfball-Vorlage des eingewechselten Jerome Assauer schüttelte Knappmann seinen Bewacher Eike Mund im Laufduell ab, steuerte alleine auf Yalcin zu und ließ diesem keine Abwehrchance.


Mund genießt Dämgens Vertrauen
Der Abwehrspieler ist fester Bestandteil der Hintermannschaft
Die Abwehr ist das Prunkstück der TuS Koblenz. So jedenfalls dürfen die Worte gedeutet werden, die Trainer Michael Dämgen mit Blick auf die Bilanz vorm Bochum-Spiel benutzte: „In welchem Ranking liegen wir auf Platz eins? Wir haben gemeinsam mit Rot-Weiss Essen die wenigsten Gegentore kassiert.“ Mittlerweile liest sich die Statistik nach vier weiteren Einschlägen in dieser Hinsicht nicht mehr ganz so gut, die Defensive bleibt aber nach wie vor ein beliebtes und viel diskutiertes Thema. Festes Mitglied dieses Mannschaftsteils ist Eike Mund als Innenverteidiger. In allen fünf Regionalliga-Spielen stand er von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz, er genießt also unumstritten Dämgens Vertrauen. „Klar, am Anfang war eine gewisse Skepsis vorhanden, ob ich auf diesem Niveau konstant gut spielen kann. Das hat Druck ausgeübt, aber ich habe mich durchgesetzt“, sagt Mund. An der fußballerischen Darbietung des 23-Jährigen aus Andernach scheiden sich ein wenig die Geister. „Zu langsam, zu unbeweglich“, lauten die Kritikpunkte. Da Mund vom Spielstil her seinem Partner Angelo Barletta ähnelt, werden immer mal Stimmen laut, die als Ergänzung zum 34-jährigen Kapitän eher einen schnellen, groß gewachsenen und somit kopfballstarken Mann fordern. Geschäftsführer Thomas Theisen war lange auf der Suche nach einem derartigen Spieler und fand lediglich Patrick Nonnenmann (zuvor Hertha BSC II). Doch über ein paar Einsätze in der zweiten Mannschaft ist er (noch) nicht hinausgekommen

Ein Zufall verhilft der TuS zum Transfercoup
Brasilianer Mineiro kommt auf kuriosem Weg
Über Hertha BSC, den FC Chelsea und Schalke 04 zu TuS Koblenz – in Zeiten, da der ehemalige Zweitligist in den Niederungen der Vierten Liga angekommen ist, ist das für einen Fußballer nicht eben ein Karrieresprung. Erst recht nicht, wenn er Mineiro heißt und leibhaftiger brasilianischer Nationalspieler war. Andersherum klingt es genauso grotesk, dass ein hoch verschuldeter Klub wie die TuS auch nur einen Gedanken daran verschwenden kann, einen einstigen Top-Fußballer von internationalem Format zu verpflichten. Aber weil die Welt bisweilen voller Zufälle ist, hat der ehemalige Akteur der Seleçao auf dem Oberwerth tatsächlich einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben. Doch der Reihe nach: Diese reichlich kuriose Geschichte begann im Sommer des Vorjahres, als der heutige TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen in Koblenz den Lehrgang zum internationalen Trainerschein mit organisierte – und Mineiro einer der Teilnehmer war. Nach vielen Profijahren hatte der heute 36-Jährige seine Karriere bei Schalke 04 beendet, zuvor in Berlin und London sein Geld verdient. In seinen 24 Länderspielen gewann er 2007 mit Brasilien die Copa America, 2006 zählte er bei der WM in Deutschland zum Kader der Südamerikaner. Der klamme Regionalligist bekommt somit quasi zum Nulltarif einen edlen Fußballer, dem im Moment eigentlich nur eines fehlt: die Wettkampfhärte. „Er hat ja praktisch ein Jahr lang nicht gespielt“, weiß Theisen, „die Tempowechsel bereiten ihm noch ein paar Probleme.“ Aber: Im Testspiel gegen Bezirksligist Miehlen deutete er auf der Position im defensiven Mittelfeld schon mal an, dass er eine Verstärkung ist. Möglicherweise gehört er bereits im anstehenden Spiel beim 1. FC Kaiserslautern II am Samstag zum Aufgebot, spätestens in der Woche darauf gegen Leverkusen II könnte das Liga-Debüt steigen.

Führt Mineiro die TuS zum ersten Sieg?
Koblenzer kehren ins Fritz-Walter-Stadion nach Kaiserslautern zurück – Kaderplanung abgeschlossen
Die TuS Koblenz kehrt ins Fritz-Walter-Stadion zurück. Beim vorerst letzten Auftritt auf dem Betzenberg in Kaiserslautern verlor der damalige Fußball-Zweitligist am 11. Dezember 2009 gegen den späteren Meister vor 35 800 Zuschauern mit 0:3. Diesmal werden sich wohl höchstens ein paar Hundert Schaulustige – zumeist wohl Koblenzer Anhänger – im voluminösen Lauterer Oval einfinden, um am Samstag ab 14 Uhr in der Regionalliga-Begegnung mit dem 1. FC Kaiserslautern II diesmal vielleicht ein besseres TuS-Resultat zu erleben. Und nach den jüngsten Ergebnissen ist diese Hoffnung nicht einmal unbegründet. Die relativ unerfahrene Koblenzer Mannschaft holte zuletzt gegen drei gestandene Regionalligisten immerhin drei Remis in Serie. Und geht nun personell gestärkt ins sechste Klassenduell. Denn für Rückenwind sorgt die spektakuläre Verpflichtung eines namhaften Brasilianers, die der Verein zu Beginn der Woche getätigt hat. Mineiro ist zwar erst seit vier Tagen bei der TuS unter Vertrag, aber schon in den Herzen der Koblenzer Fans angekommen. Denn nur so ist es wohl zu erklären, dass dem 36-Jährigen nach einer Umfrage unter Fans die Rückennummer 12 – üblicherweise symbolhaft für den Anhang des Vereins reserviert – zugedacht worden ist. Mit Kohki Kazama hat der Koblenzer Coach mittlerweile eine weitere Option im offensiven Mittelfeld in der Hinterhand – sobald die Spielberechtigung für den 20-Jährigen vorliegt.

TuS verpasst knapp den ersten Saisonsieg
Koblenzer dominieren beim 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern II – Mineiro mischt 26 Minuten lang mit
Einen Punkt gewonnen? Oder zwei verloren? Aus Sicht der TuS Koblenz gab es nach dem Spiel der Fußball-Regionalliga West beim 1. FC Kaiserslautern II (0:0) eigentlich keine zwei Meinungen. „Das ist ärgerlich, hier musst du mehr mitnehmen“, machte Mittelfeldspieler Michael Stahl aus seiner Enttäuschung unmittelbar nach dem Abpfiff keinen Hehl. Und Geschäftsführer Thomas Theisen ergänzte: „Ganz ehrlich: Ich wollte hier gewinnen. Und das war möglich. Du kannst auch nicht immer nur mit einem Punkt zufrieden sein.“ Etwas sachlicher schilderte Trainer Michael Dämgen das Geschehen: „Den Punkt haben wir uns redlich verdient. Wir haben uns 75 Minuten lang wirklich gut bewegt und hätten eigentlich bis dahin schon den Sack zumachen müssen.“ Damit spielte er konkret auf die beiden Szenen an, als zunächst David Sasse aus fünf Metern Entfernung freistehend FCK-Keeper Marco Knaller anschoss (40.) und Jura Gros nach präziser Sasse-Hereingabe nur den Pfosten des Lauterer Gehäuses traf (63.). Und was war mit Mineiro? Carlos Luciano da Silva, so stand er auf dem offiziellen Spielberichtsbogen, kam erst in der zweiten Halbzeit für die TuS aufs Feld und spielte 26 Minuten – die entscheidenden Impulse konnte der brasilianische Ex-Nationalspieler dem Koblenzer Spiel aber (noch) nicht verleihen, da mangelte es ab und zu ein wenig an der nötigen Abstimmung.

Stahl entwickelt sich zum Koblenzer Top-Torjäger
Der neue Top-Torjäger der TuS Koblenz trägt die Nummer 28 und ist eigentlich ein defensiver Mittelfeldspieler. Mit seinem zweiten Saisontreffer bescherte Michael Stahl seiner Mannschaft im Duell der Fußball-Regionalliga West ein 1:1 (0:0) gegen Bayer 04 Leverkusen II. Für die Schängel war's bereits das fünfte Remis in Serie.
Leverkusen trug zunächst überhaupt nichts zum Gelingen einer abwechslungsreichen Partie bei, sondern wartete mit stoischer Gelassenheit auf den einen, vielleicht entscheidenden Fehler, den sich Koblenz leisten würde. Und der kam auch prompt in der 47. Minute, wobei der Begriff „Fehler“ nicht unbedingt angebracht ist: Es war wohl mehr so, dass sich noch niemand so recht für den gerade eingewechselten Alfonso Marte zuständig fühlte. Und als der etwa 100 Sekunden nach dem Wiederanpfiff auf der rechten Bayer-Mittelfeldseite erstmals Bekanntschaft mit dem Ball machte, fackelte er nicht lange. Ein paar energische Schritte, ein trockener und sehr präziser Schuss aus halbrechter Position, schon musste der bis dato nahezu beschäftigungslose TuS-Keeper Kadir Yalcin das Spielgerät aus dem Netz angeln. Wer nun die Koblenzer angesichts der notorischen Offensivnöte schon abschrieb, sah sich sechs Minuten später eines Besseren belehrt. Genau wie schon beim 1:1 im jüngsten Heimspiel gegen Wuppertal kam der Ausgleich aber nur mit gütiger Unterstützung des Gegners zustande. Gerrit Nauber verzettelte sich im eigenen Strafraum beim Versuch, den Ball zu kontrollieren, Michael Stahl nutzte die Situation und markierte im Nachsetzen seinen zweiten Saisontreffer. Das hätte sich „Stahli“ noch vor vier Wochen sicher auch nicht träumen lassen, dass der 24-Jährige nun als torgefährlichster Koblenzer Kicker die teaminterne Schützenliste anführen würde.

aktuell-2011_06 Kreuzbandriss: TuS-Verteidiger Philipp Langen muss unters Messer
Es war schon zu ahnen, dass das böse ausgegangen ist: Philipp Langen hat sich im Training bei einem Zweikampf das vordere Kreuzband am linken Knie gerissen. Bereits am kommenden Montag wird der 25-Jährige operiert. Erst im Sommer war der Linksverteidiger vom Zweitligisten Greuther Fürth zurück zur TuS gewechselt. TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen kommentierte das Missgeschick deutlich: „Ein schwerer Schlag für uns alle. Jetzt können wir Philipp nur eine schnelle Genesung wünschen.“ Langen klebt derzeit das Pech an den Schuhen: Ende August hatte er sich bereits beim 0:0 gegen Essen verletzungsbedingt auswechseln lassen müssen und war nach der Knieprellung gerade erst wieder eingestiegen.

 

 


TuS bietet dem Spitzenreiter lange Zeit Paroli
Koblenz verliert 1:2 in Lotte
Der Fußball-Regionalligist TuS Koblenz wartet weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg. Am Freitagabend verloren die Schängel ihr Auswärtsspiel beim Tabellenführer Sportfreunde Lotte mit 1:2 (0:1). Die Mannschaft von TuS-Trainer Michael Dämgen war dabei jedoch keineswegs chancenlos. Im Gegenteil, es begann verheißungsvoll für die Gäste: Schon nach drei Minuten hatte Michael Stahl die Koblenzer Führung auf dem Fuß. Aus zwölf Metern zischte Stahls Volleyschuss nach einem Freistoß von Thomas Gentner, den die Lotter Abwehr nicht klären konnte, knapp über die Torlatte. Insgesamt verliefen die ersten 45 Minuten zur Freude der knapp 200 mitgereisten Koblenzer Fans sehr ausgeglichen.  Bis zur 22. Minute passierte nichts Erwähnenswertes. Doch dann nutzte Sportfreunde-Torjäger Markus Fischer gleich die erste Chance für sein Team zum 1:0. Kerim Arslan verlor auf der rechten Abwehrseite einen Zweikampf gegen den pfeilschnellen Marc Lorenz. Der enteilte und passte flach an den Fünfmeterraum, wo Fischer in den Ball hineinrutschte und ihn unhaltbar für TuS-Torwart Kadir Yalcin unter die Latte schoss. Häufig machten die Gastgeber nun mit schnellem Spiel, vor allem über links, Druck. Als Christian Schlösser ein Flankenversuch „abrutschte“, hätte es fast 2:0 gestanden, doch der Ball sprang an den Außenpfosten (24.). Die TuS blieb unbeeindruckt. Der stark spielende Stahl hatte weitere Chancen (31., 33.), weil Lotte trotz Gardemaßes seiner Abwehrspieler bei einigen hohen Angriffsbällen der Gäste ins Schwimmen geriet. Alle Bemühungen der Dämgen-Schützlinge schienen vergebens, denn David Czyszczon erhöhte für die Sportfreunde kurz nach der Pause vorentscheidend auf 2:0. Als Stahl – wer sonst? – für die Koblenzer den Anschlusstreffer markierte, war die Partie wieder offen. Der „Torschütze des Jahres“, bester Spieler auf dem Platz, traf mit seinem etwas schwächeren linken Fuß aus der Distanz ins Lotter Tor (54.). Danach entwickelte sich bis zum Schlusspfiff ein offener Schlagabtausch. Zum Ausgleich reichte es für die kampfstarken Koblenzer Akteure allerdings nicht mehr.

Oktober 2011

TuS und Trier trennen sich 0:0 - „Feuer“ im Fanblock
Mit einem 0:0 trennten sich die TuS Koblenz und Eintracht Trier im brisanten Rheinland-Derby der Fußball-Regionalliga West. Ein Ergebnis, mit dem die gastgebenden Schängel durchaus gut leben können, weniger aber die ambitionierten Gäste.
Vor dem Anpfiff brannten die Trierer Anhänger ein bengalisches Feuerwerk ab, zu Beginn der zweiten Halbzeit taten es ihnen die Koblenzer gleich. TuS-Trainer Michael Dämgen gab nach dem Abpfiff zu Protokoll: „Zuerst sind wir nur hinterher gelaufen. Die Umstellungen in der zweiten Halbzeit haben uns gut getan, danach war das Spiel offen. Unterm Strich können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Hervorheben möchte ich unseren Torwart Kadir Yalcin, der uns mit einigen spektakulären Paraden im Spiel gehalten hat.“ Die Elf des Gastgebers musste auf die verletzten Jura Gros und Jung-Hun Kim verzichten, für sie rückten Tokio Nakai und Seung-Yeob Ok in die Anfangsformation. Die beiden ersten Gelegenheiten des ersten Abschnitts verbuchte Trier durch Ahmet Kulabas, der zunächst mit einem schwachen Kopfball aus kurzer Distanz (6.) und dann mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (14.) scheiterte. Koblenz kam dem Eintracht-Gehäuse nur bei zwei Weitschüssen von Johannes Göderz (16.) und Thomas Gentner (18.) gefährlich nahe. Es dauerte dann bis zur 33. Minute, ehe die TuS durch den aufgerückten Kapitän Angelo Barletta noch einmal zu einer nennenswerten Chance kam. Davor und danach bestimmten im Prinzip die Gäste das Geschehen: Koblenz konnte dabei von Glück reden, dass Keeper Kadir Yalcin einen richtig starken Tag erwischt hatte und gegen Denny Herzig (30.), Kulabas (34.) sowie Spielführer Thomas Drescher (38., Freistoß) einen drohenden Rückstand bravourös vereitelte. Die TuS kam wesentlich munterer aus der Kabine. Ob das auch am ersten Wechsel gelegen hatte? Jan Hawel war nun im Spiel und nahm die Position im Sturmzentrum ein. Dafür wechselte David Sasse auf die linke Mittelfeldseite, wo Nakai aus der Partie genommen wurde. Eintracht-Verteidiger Herzig rettete in höchster Not gegen Michael Stahl (46.). Und als David Sasse eine scharfe Hereingabe von Eike Mund Richtung Trierer Linie beförderte, hatte der Anhang der Schängel den Torschrei schon auf den Lippen (49.). Doch Eintracht-Schlussmann Andreas Lengsdorf – für den verletzten Stammtorhüter André Poggendorf zwischen den Pfosten – konnte den Ball noch im letzten Moment ablenken. Danach verpuffte der anfängliche Elan des Gastgebers etwas. Bange Blicke auf der Koblenzer Bank, als „Stahli“ mit blutender Nase behandelt werden musste (56.). Aber der Mann mit der Nummer 28 konnte weiterspielen. Vier Minuten später feierte der Japaner Kohki Kazama sein Debüt für die TuS. Er übernahm die rechte Mittelfeldseite von Kerim Arslan, der wiederum für den ausgewechselten Ok den Posten des rechten Verteidigers übernahm. In der 66. Minute verfehlte Kazama aus der Distanz nur knapp das anvisierte Ziel. Im Gegenzug verhinderte Yalcin mit einer Glanzparade gegen Alon Abelski das drohende 0:1. Sein Gegenüber Lengsdorf erwies sich aber auch als Meister seines Fachs, als er einen scharfen Schuss von David Sasse mit Mühe an die Querlatte lenkte (70.). Noch einmal Aufregung, als Barletta per Kopf den Ball gen Trierer Tor beförderte, doch der Linienrichter hatte zuvor eine Abseitsstellung des Schützen erkannt (88.). Auf der Gegenseite verfehlte der eingewechselte Wojciech Pollok ebenfalls mit dem Kopf zweimal den Koblenzer Kasten (89. und 90). Wenig später pfiff der Unparteiische nach zweiminütiger Nachspielzeit ein vor allem in der zweiten Halbzeit recht unterhaltsames Lokalduell ab.


In Eich gibt es ein 1:0
TuS Sieg dank Mineiro
Das Treffen der 100-jährigen Fußball-„Oldies“ endete mit einem überschaubaren Ergebnis: Die TuS Koblenz siegte im Jubiläumsspiel bei der drei Klassen tiefer angesiedelten SG Eich/Nickenich/ Kell vor knapp 500 Zuschauern nur mit 1:0 (1:0). Im Gegensatz zur Punktpartie gegen Trier verzichtete TuS-Trainer Michael Dämgen in der Startelf auf acht etatmäßige Kräfte, die er teilweise nach und nach ins Spiel brachte. Angelo Barletta, Michael Stahl, Kerim Arslan, Johannes Göderz und Kadir Yalcin gönnte er aber eine komplette Auszeit. Das Tor des Nachmittags ging aufs Konto von Mineiro, der eine Hereingabe von Tokio Nakai per Direktabnahme vom Elfmeterpunkt aus im Eicher Kasten versenkte (42.). Koblenz hatte gefühlte 90 Prozent Ballbesitz, wirkte aber am und im gegnerischen Strafraum meist zu umständlich. Dämgen sagte: „Wir sind gerne hierhin gekommen. Natürlich wollten wir den Zuschauern mehr Tore zeigen.“

Tokio Nakai trifft gegen Kaiserslautern
Nur 2107 Zuschauer sehen das 2:1 des Bundesligisten bei der TuS Koblenz
Man stelle sich vor, ein renommierter Fußball-Bundesligist spielt in der Region – und kaum einer geht hin. So geschehen beim Testspiel der TuS Koblenz gegen den 1. FC Kaiserslautern, zu dem sich bei nasskaltem Wetter gerade mal 2107 Zuschauer – wohlwollend vom Veranstalter gezählt – im Oval des Oberwerther Stadions verloren. Geschäftsführer Thomas Theisen ließ sich seine Enttäuschung aber nicht anmerken, er sagte: „Ich bin froh über jeden, der gekommen ist.“ Keine Frage aber, dass bei einer derartigen Kulisse keine rechte Stimmung aufkommen wollte. Am Ende zog sich der drei Klassen tiefer angesiedelte Regionalligist bei der 1:2 (0:1)-Niederlage absolut achtbar aus der Affäre. Für das Koblenzer Tor sorgte Tokio Nakai in der Schlussminute. TuS-Trainer Michael Dämgen war angetan von der Leistung seiner Schützlinge: „Wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gewehrt. Am Ende bin ich vor allem mit dem Ergebnis zufrieden.“ 21 Spieler hatte er während der Partie zum Einsatz gebracht, nur Kohki Kazama durfte durchspielen. Wer nun annimmt, dass der Gastgeber aufgrund der enormen Wechselspiele vor allem im zweiten Abschnitt kein Bein auf den Boden bekommen sollte, sah sich getäuscht. Koblenz hielt ordentlich dagegen, hätte bei konsequenterer Chancenverwertung der Lauterer aber auch bis zum eigenen Treffer schon höher zurückliegen können. So blieb es aber bei den beiden einzigen Gegentoren durch Richard Sukuta-Pasu (20. und 83.). FCK-Trainer Marco Kurz fasste das Geschehen wie folgt zusammen: „Wir sind gerne gekommen, um zu helfen. Schade, dass die Kulisse nicht größer gewesen ist. In der ersten Halbzeit hätte ich mir mehr Engagement meiner Mannschaft gewünscht, in der zweiten Halbzeit haben wir das dann besser gemacht.“ Gerade mal fünf Stammspieler hatte Kurz mit nach Koblenz gebracht: Kapitän Christian Tiffert, Rodnei, Florian Dietz und Sukuta-Pasu haben alle acht Bundesliga-Spiele mitgemacht, der eingewechselte Martin Amedick hat siebenmal mitgemischt. Fünf Feldspieler des Aufgebots und Torwart Tobias Sippel haben noch keine einzige Minute in der Eliteliga absolviert.


TuS Koblenz unterliegt in Wiedenbrück
Regionalligist kassiert ein 0:1 im Jahnstadion – Mainka erzielt Tor des Abends
Wieder nichts: Auch im zehnten Anlauf schaffte die TuS Koblenz in der Fußball-Regionalliga West nicht den erhofften Sieg. Beim vormals oberen Tabellennachbarn SC Wiedenbrück sprang gestern Abend im Jahnstadion vor rund 580 Zuschauern noch nicht einmal ein Remis heraus, am Ende mussten sich die Schängel knapp mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Es war eine absolut unnötige Niederlage, zumal sich den Gästen zahlreiche Einschussgelegenheiten boten, die aber wieder einmal allesamt ungenutzt blieben. Was fehlte, war nur ein Quäntchen Glück. Sicherlich war die TuS mit den allerbesten Vorsätzen ins Spiel gegangen, doch die waren schon nach nicht einmal acht Minuten über den Haufen geworfen. Der offensive Mittelfeldspieler Robert Mainka – bester Wiedenbrücker Torschütze der Vorsaison – kurvte über die halblinke Position in den Koblenzer Strafraum, umspielte auch noch Torhüter Kadir Yalcin und schob locker zum 1:0 ein. Zuvor hätte die TuS gut und gerne selbst in Führung gehen können, doch Michael Stahl (4. und 5.) verfehlte zweimal nur knapp das Ziel. Auch mit dem Kopf klappte es nicht so recht: David Sasse (19.) und wiederum Stahl (28.) waren mit dem obersten Körperteil keine Treffer vergönnt. Nach der Pause erarbeiteten sich die Koblenzer weiter Chance um Chance, der gewünschte Erfolg blieb indes weiter aus: Sasse (46. und 54.), Jura Gros (60.) und der aufgerückte Kapitän Angelo Barletta nur wenige Sekunden später brachten keinen zählbaren Erfolg zustande. Auf der Gegenseite konnte die TuS von Glück reden, als John-Dieter Thöle alleinstehend vor Keeper Kadir Yalcin den Ball am Koblenzer Tor vorbeihob (61.). Auch Aias Aosman (64.) und Lukas Krause (73.) kamen in aussichtsreicher Position zum Schuss, verfehlten aber das anvisierte Ziel.


TuS Koblenz kommt nur zum siebten Unentschieden
Mannschaft von Trainer Michael Dämgen holt gegen den SC Idar ein 3:3
Die lange Leidenszeit für die TuS Koblenz geht weiter: Im Vergleich des Schlusslichts mit dem SC Idar-Oberstein gelang auch im elften Anlauf nicht der so dringend erhoffte erste Saisonsieg. Das Kellerduell der Fußball-Regionalliga West endete für die Schängel gestern Abend nach turbulentem und absolut unterhaltsamem Verlauf mit einem 3:3 (1:2). TuS-Trainer Michael Dämgen hatte sein Team im Vergleich zur Vorwoche gleich auf drei Positionen umgestellt: Als rechter Außenverteidiger durfte sich Patrick Nonnenmann von Beginn an versuchen, in der offensiven Dreier-Mittelfeldkette schenkte der Coach auf den Außenbahnen der japanischen Flügelzange – Tokio Nakai links, Kohki Kazama rechts – das Vertrauen. Dämgens Kollege Sascha Hildmann hatte nach dem 1:0 gegen Elversberg nur einen einzigen Grund, die Startelf zu ändern: Für den verletzten Michael Lehmann rückte Christoph Lawnik ins Team. Ergebnismäßig verlief zunächst alles nach Wunsch für den Tabellenletzten: Nach 20 Minuten stolperte Michael Stahl eine eigentlich als Torschuss gedachte Hereingabe von Nonnenmann ins gegnerische Gehäuse. Es war schon das vierte Saisontor für den Mann mit der Nummer 28, aber erst das dritte der TuS vor eigenem Publikum in dieser Saison. Schon nach fünf Minuten hatte der erste Treffer in der Luft gelegen: Mineiro traf nur die Latte des Gästetores. Keine halbe Minute später hatte Konstantin Sawin auf der Gegenseite den Koblenzer Keeper Kadir Yalcin schon umspielt, setzte den Ball aber nur ans Außennetz. Idar zeigte sich vom Rückstand keinesfalls geschockt. Im Gegenteil: Nachdem schon Ferhat Gündüz aus ähnlicher Lage wie Sawin das mögliche 0:1 verpasst hatte (18.), machte es der aufgerückte Defensivmann Tim Schwartz schließlich besser: Er nahm den Ball am rechten Strafraumeck auf und vollstreckte per Schrägschuss zum Gleichstand (31.). Aus ähnlicher Position brachte Sawin den SC Idar-Oberstein kurz vor der Pause (41.) sogar in Führung. Drei Minuten nach Wiederanpfiff hätte Eric Wischang schon für die Entscheidung sorgen können, doch er scheiterte binnen Sekundenbruchteilen gleich zweimal an Yalcin. Auf der Gegenseite verpasste Stahl knapp das anvisierte Ziel (52.). Patrick Stumpf hatte das 3:1 für Idar auf dem Fuß (57.), doch er lupfte den Ball leichtfertig übers Koblenzer Tor. Der Ausgleich ging eindeutig auf die Kappe von Georg Borschnek: Einen Freistoß von Jura Gros berechnete der SC-Keeper völlig falsch, der Ball senkte sich hinter ihm zum 2:2 in die Maschen (75.). Und es sollte noch besser kommen für die Platzherren: Kapitän Angelo Barletta verwandelte einen von Schwartz verursachten Handelfmeter kaltschnäuzig zum Führungstreffer (81.). Gleiches Spiel auf der Gegenseite: Der Schiedsrichter zeigte erneut auf den Punkt, weil Kerim Arslan die Kugel im Strafraum mit der Hand abgewehrt hatte. Wischang nutzte die Gelegenheit zum abermaligen Ausgleich (83.). Ein Ergebnis, mit dem Idar gut leben kann. Nicht aber die TuS, die somit weiter im Besitz der Roten Laterne bleibt.

TuS schlägt Augst 5:0 – Klasen besteht Härtetest
Ein 5:0 (3:0) tut gut in diesen schweren Wochen. Doch das Ergebnis war Nebensache im kurzfristig anberaumten Testspiel des Fußball-Regionalligisten TuS Koblenz beim A-Ligisten SG Augst. Was zählte für TuS-Trainer Michael Dämgen, war die Tatsache, dass Thomas Klasen nach seiner Knie-Operation 90 Minuten lang ohne Beschwerden Fußball spielen konnte. Vom Einsatz des Stürmers hatte Dämgen kurz vor dem Spiel gegen den SC Idar-Oberstein noch abgesehen und stattdessen das Freundschaftsspiel in Neuhäusel ausgemacht. „Thomas hat gut gespielt, es gab keinerlei Anzeichen, dass das Knie Probleme bereitet“, sagte TuS-Pressesprecher Julian Turek. Fast schon zur Nebensache wurde da, dass die Koblenzer vor gut 200 Zuschauern auch noch Tore geschossen haben. David Sasse brachte den Regionalligisten per Doppelpack in Führung (16., 32.), Tokio Nakai legte vor der Pause nach (34.). Nach dem Wechsel traf Patrick Nonnenmann noch zweimal (50., 77.). „Für unsere Jungs war das schön, mal gegen einen Regionalligisten spielen zu dürfen“, sagte SG-Trainer Markus Kluger. „Ich finde, meine Mannschaft hat das auch sehr gut gemacht.“
TuS kassiert Rote Karte und fünfte Niederlage
Im zwölften Spiel der Fußball-Regionalliga West war eigentlich fast alles wie immer: Die TuS Koblenz spielte phasenweise ordentlich mit, gewonnen haben aber wieder die anderen. Dem FC Schalke 04 II genügte eine durchwachsene Leistung, um am Ende mit 1:0 (1:0) die drei Punkte in der Herner Mondpalast-Arena zu behalten. Damit warten die Gäste nun schon saisonübergreifend seit 18 Spielen auf einen Punktsieg. S04-Trainer Bernhard Trares war erleichtert, nach zuletzt vier Heimpleiten in Serie mal wieder als Sieger vom Platz gehen zu können: "Wir sind froh, dass wir heute den Schalter umlegen konnten und die Negativserie gebrochen ist." Die Schängel kassierten nicht nur die fünfte Niederlage in der laufenden Spielzeit, sondern auch erstmals in dieser Saison eine Rote Karte: Innenverteidiger Eike Mund musste nach 80 Minuten wegen angeblich groben Foulspiels das Feld verlassen. "Eine maßlos übertriebene Entscheidung, dem Schiri war es da wohl zu langweilig", bewertete TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen süffisant die umstrittene Szene in der gegnerischen Hälfte. Trainer Michael Dämgen pflichtete ihm im Prinzip bei, sagte aber auch: "Ein Verteidiger hat da vorn eigentlich nichts zu suchen." Und die war in den ersten 25 Minuten ordentlich beschäftigt, zu richtig guten Gelegenheiten kam die TuS aber nur selten. Der Gegner präsentierte sich wesentlich effizienter, spätestens in der 31. Minute war es vorbei mit der Herrlichkeit der TuS an diesem Nachmittag: Philipp Hofmann kam am Strafraum an den Ball, drehte sich um die eigene Achse und beförderte das Spielgerät mit Vehemenz ins lange Eck des Koblenzer Tores. Ein Schockmoment, vom dem sich die Gäste während der gesamten Partie nicht mehr erholen sollten. Zwischenzeitlich wurde Nakai zurück ins linke Mittelfeld beordert, um dort ein wenig für Entlastung zu sorgen, weil die S04-Reserve ihrer Angriffe vornehmlich über diese Seite initiierte.
Die Bemühungen, das Blatt in der zweiten Halbzeit zu wenden, blieben überschaubar. Jan Hawel kam direkt nach der Pause für Sasse ins Spiel, Kohki Kazama später für Nakai - ohne den gewünschten Erfolg. "Wir konnten den Gegner nicht wirklich unter Druck setzen, nach vorn ging viel zu wenig", räumte Dämgen freimütig ein. Symptomatisch für das pomadige Offensivspiel der TuS: Zwei Freistöße segelten kurz vor dem Abpfiff unmittelbar hintereinander drucklos in den Schalker Strafraum. "Die konnte der Hildebrand mit geschlossenen Augen fangen", seufzte Theisen.

November 2011

Fans wollen Antworten auf und neben dem Platz
West TuS Koblenz muss am Samstag gegen Borussia Dortmund II antreten – Eike Mund ist für zwei Pflichtspiele gesperrt
Auf die TuS Koblenz warten bis Weihnachten ein paar ungemütliche Wochen. Und das nicht nur wegen des Herbstwetters und des strammen Programms in der Fußball-Regionalliga West. Denn nach zwölf Spielen ohne Sieg weht der Wind jetzt auch verstärkt aus einer in solchen Fällen bekannten Richtung: Die Fans der Schängel-Kicker wollen Antworten, nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Beim 3:3 gegen den SC Idar-Oberstein gab's aus Block 1 im Stadion Oberwerth nach Abschluss der ersten Halbzeit erstmals in dieser Saison vereinzelte Pfiffe. Und nach dem 0:1 beim FC Schalke 04 II wurde zunächst Trainer Michael Dämgen am Zaun der Herner Mondpalast-Arena zum Rapport gebeten, später die Spieler auf dem Weg zum Mannschaftsbus. Die gemäßigte Konfrontation mit den Koblenzer Anhängern gipfelte am Mittwoch in einer Unterredung mit verschiedenen Fan-Vertretern. „Ja, es gab natürlich kritische Fragen, aber die Stimmung war positiv. Einige Vorkommnisse wurden nach dem Spiel in Herne von den Medien auch falsch interpretiert“, nahm Geschäftsführer Thomas Theisen tags darauf der Angelegenheit ein wenig die Brisanz. Dass die Leid geplagten Anhänger der TuS am Samstag ab 18 Uhr erneut auf eine harte Probe gestellt werden, ist schon fast zu befürchten. Schließlich präsentierte sich der kommende Gegner zuletzt unter den Augen des TuS-Trainers in blendender Verfassung: Mit 5:0 fegte Borussia Dortmund II die SV Elversberg aus dem Stadion „Rote Erde“. Und so richtet Dämgen auch einen eindringlichen Appell an seine Schützlinge: „Da ist ein anderer Impuls als gegen Schalke gefordert. Die Mannschaft muss jetzt eine Reaktion zeigen und vor allem mehr Kampfbereitschaft erkennen lassen.“ Dass der Coach bemüht ist, Woche für Woche eine halbwegs schlagkräftige Einheit auf den Rasen zu schicken, kann niemand dem sportlich Verantwortlichen der TuS in Abrede stellen. Allein die Ergebnisse spiegeln nicht das wider, was er sich von seinen taktischen und personellen Schachzügen verspricht.


Trierer Nachspiel: TuS muss 800 Euro Strafe zahlen
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Regionalligisten TuS Koblenz am Mittwoch wegen eines unsportlichen Verhaltens ihrer Anhänger in Tateinheit mit nicht ausreichendem Ordnungsdienst mit einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro belegt.
Vor dem Beginn des Heimspiels gegen Eintracht Trier am 1. Oktober wurden im Zuschauerblock der Gäste mehrere Rauchbomben gezündet. Aufgrund der Rauchentwicklung verzögerte sich der Spielbeginn um etwa drei Minuten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurden im Koblenzer Zuschauerblock mehrere Bengalische Feuer gezündet, außerdem wurden in der 65. Spielminute zwei Pappkartonrollen in Richtung eines Trierer Eckstoßschützen geworfen. Die TuS hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist somit rechtskräftig.


Wieder ein 0:1, erneut ein Hofmann-Gegentreffer
Koblenz muss sich gegen Borussia Dortmund II nach guter erster Halbzeit geschlagen geben – Stahl trifft nur den Pfosten
Andere Aufstellung, bessere Einstellung, aber gleiches Negativerlebnis und -ergebnis wie sechs Tage zuvor: Nach der Niederlage beim FC Schalke 04 II verlor die TuS Koblenz in der Fußball-Regionalliga West auch gegen Borussia Dortmund II mit 0:1 (0:0). Und wieder war es ein Hofmann, der die ohnehin nur auf Sparflamme köchelnden Hoffnungen der Schängel zunichte machte. Vor Wochenfrist schoss Philipp Hofmann die königsblauen Schalker zum Sieg. Diesmal war es der in Gelb gewandete Namensvetter Jonas Hofmann, der mit dem einzigen Tor des Abends den Anhängern der Koblenzer gründlich die Laune verdarb. Die geänderte Formation der TuS war zum Teil auch einer zwangsläufigen Umstellung geschuldet: Neben dem gesperrten Eike Mund musste TuS-Trainer Michael Dämgen wegen einer Grippeerkrankung kurzfristig auch auf Kapitän Angelo Barletta verzichten, sodass Patrick Nonnenmann und Mike Urwin – ein komplett neues Pärchen in der Innenverteidigung – ihrer nicht gerade einfachen Aufgabe nachgingen. Doch der viel gerühmte BVB-Angriffsmotor stotterte eine geschlagene Stunde ganz gewaltig, bevor ein lichter Moment und ein gefühlvoller Pass in die Tiefe das Hofmann-Tor ermöglichten (64.). Zu diesem Zeitpunkt hätte allerdings auch die TuS schon in Führung liegen können, wenn nicht sogar müssen. Aber Michael Stahl scheiterte erst bei einem Freistoß (13., Pfosten), Sekunden später mit einem 30-Meter-Knaller und schließlich mit dem Kopf in aussichtsreicher Position (21.). Die Bemühungen der Koblenzer, das Spiel nach dem 0:1 noch irgendwie zu drehen, blieben recht überschaubar. Debütant Thomas Klasen, der zwar vielversprechend begonnen hatte und etliche Akzente im Offensivspiel setzte, schwanden nach laufintensiver erster Hälfte sichtlich die Kräfte. Für ihn kam der 18-jährige A-Junior Enrico Köppen aufs Feld. Seine Einschätzung: „Es war für mich eine große Umstellung. Ich habe mich gefreut, 30 Minuten spielen zu dürfen. Natürlich habe ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht.“ Als der Schiedsrichter dann zu allem Übel auch noch das kickende Koblenzer Personal dezimierte, war die Partie im Prinzip gelaufen: Sturmspitze David Sasse sah nach einem groben Foulspiel an Mario Vrancic die Rote Karte (80.).


TuS-Präsident verfällt trotz Misserfolg nicht in Hektik
198 Mitglieder kommen zur Versammlung
198 stimmberechtigte Mitglieder fanden sich zur Mitgliederversammlung der TuS Koblenz im Rhein-Lahn Saal des Best-Western Hotels in Lahnstein ein. Auf der Tagesagenda standen der Bericht über die wirtschaftliche Situation sowie die Nachwahl zweier Mitglieder in den Verwaltungsrat. TuS-Präsident Werner Hecker dankte zunächst den Helfern, Mitarbeitern und verbliebenen Sponsoren, die dem Verein weiterhin die Treue halten. Hecker sprach in seinem Bericht dann die „derzeit nicht zufriedenstellende sportliche Situation an”, lobte aber ausdrücklich die Arbeit der sportlichen Leitung. Gründe des sportlichen Tiefs seien die „viel zu kurze Vorbereitungszeit“, die der späten Lizenzerteilung für die Regionalliga West geschuldet ist, und „die Angst der unerfahrenen Akteure vor Fehlern”. Der TuS-Präsident wies darauf hin, ob der sportlichen Lage keinesfalls in Hektik verfallen zu wollen und weiter finanzielle Grundlagen zu schaffen, um den Verein in ruhigere Gewässer zu steuern. Die wirtschaftliche Konsolidierung muss dem sportlichen Erfolg übergeordnet sein. Wie ernst sich die finanzielle Situation des Vereins und der GmbH weiterhin darstellt, zeigte der Vizepräsident für Finanzen, Dirk Feldhausen, auf. Feldhausen präsentierte den Bericht des abgelaufenen Geschäftsjahres (1. Juli 2010 bis 30. Juni 2011). Die GmbH wies nach Jahresabschluss ein negatives Eigenkapital von 4,4 Millionen Euro auf. Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Mit mehreren Gläubigern liegen Stundungsvereinbarungen vor. Löhne und Gehälter in Höhe von 230 000 Euro, die zum 30. Juni 2011 offen waren, wurden mittlerweile bezahlt. Die TuS Koblenz 1911 e.V. wies ein negatives Eigenkapital von 221 900,42 Euro auf. Das positive Vereinsergebnis des Geschäftsjahres beträgt 86 151 Euro. Mit dem Finanzamt, das aus den Jahren 2003 bis 2006 noch 108 000 Euro fordert, wurde eine Zahlung über drei Raten vereinbart. Bei pünktlicher Bezahlung der Raten erlässt das Finanzamt dem Verein rund 40 000 Euro. Die erste Rate von 25 000 Euro wurde bereits pünktlich überwiesen. Dem Präsidium wurde für den Zeitraum des abgelaufenen Geschäftsjahres einstimmig Entlastung erteilt.Nachdem im Oktober Mario Blinn und Ulrich Schulte-Wissermann ihre Mandate im Verwaltungsrat niedergelegt haben, standen Nachwahlen der Mitglieder an. Mit jeweils großer Mehrheit wurden Oliver Schupp und Hermann Schmiing, Sicherheitsbeauftragter der TuS, neu in den Verwaltungsrat gewählt. Ebenfalls mit großer Mehrheit wurde ein Antrag des Dachverbandes Koblenzer Fanclubs, vorgetragen vom Vorsitzenden Thomas Haacke, angenommen. Der Antrag beinhaltete, dass die TuS Koblenz e.V. Verkäufe von Geschäftsanteilen an der GmbH vorher von der Mitgliederversammlung genehmigen lassen muss. Hecker betonte, dass dies ohnehin der Fall wäre, begrüßte aber den Antrag, der mit 191 Ja-Stimmen angenommen wurde.


Koblenz verpasst knapp den Sieg gegen Duisburg
TuS kassiert beim 1:1 gegen den Zweitligisten spät den Ausgleich
Viel hat nicht gefehlt, dann hätte die TuS Koblenz gestern Abend im Fußball-Testspiel gegen den MSV Duisburg einen Prestigesieg gelandet: Doch beim respektablen 1:1 (0:0) vor rund 700 Zuschauern gelang dem favorisierten Zweitligisten vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit noch der Ausgleich. Der neue Duisburger Trainer Oliver Reck schickte mit Branimir Bajic und Valeri Domovchiyski nur zwei Spieler auf den Platz, die zuletzt beim 2:2 in Aachen von Beginn an auf dem Feld standen. TuS-Kollege Michael Dämgen setzte auf ein 4-4-2-System, neben Jan Hawel durfte sich Testspieler Patrik Bordon als Sturmspitze versuchen. Schon nach drei Minuten hätte die TuS in Rückstand liegen können, doch der Koblenzer Keeper Kadir Yalcin konnte den von Jiayi Shao geschossenen Ball per Fußreflex noch gerade so an die Latte lenken. In der Folge waren die in Grün gekleideten „Zebras“ deutlich am Drücker, scheiterten aber immer wieder am guten Yalcin oder am eigenen Unvermögen. Erst nach einer halben Stunde konnte sich Koblenz etwas aus der Umklammerung lösen, echte Torchancen blieben aber Mangelware. Dann die überraschende Führung: Nach einem Angriff über die linke Seite verlängerte Bordon den Ball mit dem Kopf nach rechts auf den mitgelaufenen Kerim Arslan, der mit einem raffinierten Lupfer den MSV-Schlussmann Felix Wiedwald ganz schön alt aussehen ließ (65.). Beim späten Ausgleich durch Daniel Brosinski (86.) wollten die Zuschauer zuvor ein Foulspiel am eingewechselten Torhüter Jan Kramer gesehen haben, doch der Unparteiische gab den Treffer.
TuS siegt in Siegen 1:0
Durch einen verwandelten Foulelfmeter von Eike Mund in der sechsten Minute hat Fußball-Regionalligist TuS Koblenz das Testspiel bei den Sportfreunden Siegen mit 1:0 (1:0) gewonnen. Tokio Nakai war im Siegener Strafraum gefoult worden. Es war allerdings schwierig gestern Abend, auf dem gefrorenen Rasen gute Kombinationen zu spielen. Die 450 Zuschauer sahen keine weiteren Tore mehr und waren froh, sich im Anschluss an die Partie wieder aufwärmen zu können. In der zweiten Hälfte gab es noch einige gute Möglichkeiten für die TuS. David Sasse verpasste zweimal knapp: in der 49. Minute per Kopf, in der 73. Minute nach einem Konter. Siegen kam nur einmal gefährlich vors Koblenzer Tor, doch Kevin Birk, der 90 Minuten lang spielte, hielt seinen Kasten sauber. Derweil ist die Strafe für Sasse, der im Regionalligaspiel gegen Borussia Dortmund II die Rote Karte wegen groben Foulspiels gesehen hatte, vom Deutschen Fußball-Bund bestimmt worden: Der TuS-Angreifer ist zwei Spiele gesperrt worden und fehlt in den beiden Regionalligapartien gegen Fortuna Düsseldorf II und Fortuna Köln.
Die TuS Koblenz 1911 feiert 100. Geburtstag
In Neuendorf begann wechselvolle Geschichte des Traditionsvereins
Warum der Fußball-Boom ausgerechnet im Koblenzer Vorort Neuendorf so vehement ausbrach, das lässt sich 100 Jahre später nur schwer ergründen. Jedenfalls gründeten sich zwischen 1910 und 1912, als Deutschland noch einen Kaiser hatte, gleich drei Fußballklubs in dem beschaulichen Rheindorf; neben dem FC Concordia (1910) und dem FC Alemannia (1912) auch jener Fußballclub „Deutschland“, aus dem sich der FV Neuendorf und später die ruhmreiche Turn- und Sportvereinigung entwickelte. So richtig in Schwung kam der Neuendorfer Vorzeigeverein nach dem Ersten Weltkrieg und wurde in den 1920-er-Jahren zur „gelben Gefahr“ am Mittelrhein. Ja, tatsächlich, damals trugen die heutigen Blau-Schwarzen zur blauen Hose ein gelbes Trikot. Im Spielbetrieb der 1920er- und 1930er-Jahre, damals kamen die Gegner nicht aus Kaiserslautern, Saarbrücken oder Worms, sondern aus Köln, Bonn und Aachen, spielte der FV 1911 Neuendorf immer eine führende Rolle, gewann alljährlich den Meistertitel in der AKlasse, bis 1933 endlich der Aufstieg in die Gauliga gelang. In den Kriegsjahren 1943 und 1944 gelang sogar als Moselland-Meister die Teilnahme an den Ausscheidungsspielen zur Deutschen Meisterschaft, doch als Deutschland nach dem verlorenen Weltkrieg am Boden lag, da mussten auch die Fußballer wieder ganz von vorn anfangen. In Neuendorf sammelten sich die Kriegsheimkehrer, hungrig, ausgemergelt, aber tatkräftig, um ihren Anführer, den Vorkriegs-Nationalspieler Jupp Gauchel, richteten eigenhändig den Sportplatz am Rheinufer wieder her und erlernten die hohe Fußballkunst. Es sollte sich lohnen, denn für ihre viel bestaunten Tore an Rhein und Mosel, in Hunsrück und Westerwald, bei denen sie unbedarften Dorfmannschaften Tore am Fließband einschenkten, gab's zur Belohnung Handfestes: Brot und Speck, Kartoffeln, Wurst und Eier – die begehrte Ersatzwährung der Nachkriegsjahre. Noch vor dem Staat kam der Spielbetrieb der Fußballer in Gang. Und als Gauchels Team als Vizemeister des Südwestens (hinter dem 1. FC Kaiserslautern) sich 1948 für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizierte und in Dortmund auf den großen Hamburger SV traf, da fragten die HSV-Stars um „Old Erwin“ Seeler, die Dörfel-Brüder Friedo und Richard und Heinz Spundflasche verwundert: „Neuendorf? Wo liegt das eigentlich?“ Als die TuS nach 90 faszinierenden Minuten durch zwei Treffer von Köbes Miltz, der später sogar Nationalspieler wurde, mit 2:1 gewonnen hatte, da spottete keiner mehr. Auch wenn im Halbfinale der ständige Rivale 1. FC Kaiserslautern in Wuppertal mit 5:1 die Meisterschaftsräume der Neuendorfer unsanft beendete, so war der Mythos doch geboren. „Es war eine Mannschaft von perfekten Fußballspielern, die ihren Sport in – fast möchte man sagen – kunstvoller Art ausführten“, schwärmte ein Zeitzeuge. Noch zwei Mal, 1950 und 1956. durfte die TuS um die Meisterschaft mitspielen, scheiterte aber beide Male sang- und klanglos. Als der große Jupp Gauchel verbittert abtrat und mit ihm die goldene Generation der Kriegsheimkehrer, da begann der schleichende Niedergang der TuS Neuendorf. Vergeblich versuchte sich der Klub in den 60er-Jahren am Bundesliga-Aufstieg, dann wurde es immer düsterer um die ruhmreiche TuS. Als deren Mitglieder am 15. März 1982 schweren Herzens der Umbenennung in TuS Koblenz zustimmten, um dem darbenden Verein neue Horizonte zu erschließen, war die Talfahrt erst zur Hälfte bewältigt. Bis in die Viertklassigkeit stürzte der Traditionsklub ab und meldete sich erst Mitte der 90er- Jahre zurück – wenigstens in der Oberliga. Dann kam Milan Sasic, und mit dem kroatischen Trainer kam der wundersame Aufstieg der TuS, der den Verein in nur vier Jahren bis in die Zweite Bundesliga führte. Noch vor dem Ende der ersten Zweitligasaison musste Sasic bekanntlich gehen, doch unter der Ägide des Mittelrhein-Verlages, der der TuS finanziell, logistisch und personell unter die Arme griff, hielt sich der Koblenzer Klub vier Jahre lang im Profilager. Im Jubiläumsjahr ihres 100-jährigen Bestehens spielt die TuS, die am heutigen Samstagabend feiert, wieder viertklassig, sucht taumelnd ihre sportliche und wirtschaftliche Balance.

Zwei Elfmeter, zwei Rote Karten: Turbulente TuS-Pleite in Düsseldorf
Zwei Rote Karten, sieben Gelbe, zudem zwei Elfmeter: Das Spiel der Fußball-Regionalliga West im Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion vor nur offiziell 214 Zuschauern hatte es wahrlich in sich. Am Ende behielt die Reserve der Fortuna aufgrund der beiden verwandelten Strafstöße mit 2:0 (1:0) die Oberhand gegen TuS Koblenz, weil es die Schängel einfach nicht schafften, selbst aus besten Chancen endlich mal Kapital zu schlagen.
Binnen 120 Sekunden hätte die Gäste-Elf schon früh in Führung gehen können, ja müssen. Erst rettete Jerom Hazaimeh für den bereits geschlagenen Düsseldorfer Schlussmann Markus Krauss nach einem Mineiro-Kopfball auf der Linie (5.), nur wenig später setzte Nonnenmann den Ball nach einer Ecke mit dem obersten Körperteil an die Unterkante der Latte (6.). Und Klasen verpasste schließlich mit seinem Schuss nur knapp das Gehäuse der Platzherren (7.). „Da haben wir wirklich Glück gehabt“, gab Fortuna-Coach Goran Vucic nach dem Abpfiff auch ohne Umschweife zu. Das hatten die Düsseldorfer auch nach etwas mehr als einer halben Stunde: Erst übersah der Schiedsrichter ein Handspiel von Angreifer Marco Königs im Koblenzer Strafraum. Dann gab er Sekundenbruchteile später einen Foulelfmeter, weil der Mann mit der Nummer elf von TuS-Kapitän Angelo Barletta angeblich regelwidrig zu Fall gebracht worden war. Der Düsseldorfer Spielführer Bahadir Incilli nutzte die Chance zur schmeichelhaften Führung (32.). Fünf Minuten darauf erneut eine strittige Szene, als Krauss nach einer Handgreiflichkeit gegen Nonnenmann nur die Gelbe Karte sah. Die Rote Karte gegen den Fortuna-Kollegen Kai Schwertfeger nach Foulspiel gegen Klasen auf Höhe der Mittellinie war aber ein wenig überzogen (39.). Koblenz konnte die nummerische Überzahl nicht nutzen und war nach 65 Minuten auch nur noch zu zehnt auf dem Platz, weil Barletta an der Eckfahne außerhalb des Spielfeldes dem Düsseldorfer Jules Schwadorf recht unsanft die Hand ins Gesicht drückte (65.). Es war wohl die leicht verspätete Frustreaktion des TuS-Kapitäns auf die Situation, als seine Mannschaft eine Minute zuvor erst durch Klasen, dann durch Nakai und schließlich durch Jura Gros den Ball nicht im gegnerischen Tor unterbringen konnte. Zu allem Übel zeigte der Schiedsrichter erneut auf den Punkt im Koblenzer Strafraum, nachdem Mineiro den Ball nach einem versuchten Königs-Lupfer an die Hand bekommen hatte. Königs selbst nutzte die sich bietende Gelegenheit zu seinem achten Saisontreffer (69.). Mit zwei Wechseln – Kohki Kazama kam für Klasen, Hawel für Kerim Arslan – wollte Dämgen das Unwahrscheinliche doch noch möglich machen. Allerdings ohne Erfolg, am Ende musste die TuS die sechste Niederlage einstecken und wartet somit auch nach dem Tag des 100. Geburtstags weiter auf den ersten Punktsieg.

TuS Koblenz feiert Geburtstag mit Legenden
Wenn die Gegenwart wenig Erfreuliches zu bieten hat, dann rückt die ruhmreichere Vergangenheit in den Blickpunkt, gerade auch bei einer Jubiläumsfeier. Mit 250 geladenen Gästen feierte die TuS Koblenz ihren 100. Geburtstag, nur mäßig beeinträchtigt durch die nachmittägliche Niederlage der Regionalliga-Fußballer in Düsseldorf. Festredner wie Innenminister Roger Lewentz, Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig oder Fußballverbandspräsident Walter Desch erinnerten an die glanzvolle Tradition der TuS und beschworen eine erfolgreiche Zukunft. Ganz im Sinne des TuS-Präsidenten Werner Hecker, der sich für seinen Verein eine „mittel- und langfristige finanzielle Konsolidierung“ in einer „außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Situation“ wünscht. Trotz aller aktuellen Probleme stellte Hecker fest: „Wir können stolz sein auf diesen Verein, der für viele Menschen eine Herzensangelegenheit darstellt!“ Woher die enge Verbundenheit vieler Menschen mit „ihrer“ TuS herrührt, das wurde anschließend deutlich, als bekannte Gesichter der TuS im Gespräch mit Moderator Dirk Zimmer die jüngere und ältere Vergangenheit des Traditionsvereins lebendig werden ließen – TuS-Legenden wie Aufstiegstrainer Milan Sasic  oder Franz Mohrs, einer der Leistungsträger der großen TuS-Teams der 1950er-Jahre. Alle Redner bekundeten ihre Zuversicht, dass der eher tristen Gegenwart wieder eine strahlende Zukunft für die TuS folgen soll. Denn, so Sportbund-Präsident Fred Pretz, „TuS Koblenz hat gelernt, dass zum Erfolg auch Arbeit gehört“. So ordnete der SBR-Chef den sportlich und wirtschaftlich unbefriedigenden Ist-Zustand der TuS als „Durchgangsstation“ ein. Mitglieder und Freunde des Vereins hörten diese Worte gern und wollen sie noch lieber glauben. Dass Walter Desch im Namen des DFB eine Geldspende in Höhe von 500 Euro überbrachte, kann den Viertligisten indes nicht auf einen Schlag sanieren. Die Signale waren aber eindeutig: „TuS Koblenz, das heißt nicht nur Profifußball“, sagte Hecker, „wir wollen nachhaltig mit der Jugend und den Amateuren arbeiten und auch weiterhin ein fester Bestandteil des sportlichen und gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt sein.“
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TuS Koblenz ärgert sich über den Spielabbruch
aktuell-2011_12Zu viel Nebel bei Partie in Mülheim-Kärlich – Regionalligist führt durch Tor von Mineiro 1:0 – Stahl beherrscht sich nicht
Es sollte ein Fußballfest werden: 1200 Zuschauer wollten gestern Abend die Partie der vierten Runde um den Fußball-Rheinlandpokal zwischen dem Rheinlandligisten SG Mülheim-Kärlich und dem Regionalligisten TuS Koblenz verfolgen. Das Problem bei der Sache war schnell sichtbar – oder eben auch nicht: Bei dichtem Nebel sahen weder die Zuschauer noch die Protagonisten auf dem Rasen etwas vom munteren Treiben. Beim Stand von 1:0 für die TuS brach der Unparteiische Alex Müller aus Mendig nach Rücksprache mit seinen beiden Assistenten Markus Wozlawek und Armin Grauel die Begegnung ab. Die Entscheidung war absolut nachvollziehbar – auch wenn beide Mannschaften anstandslos weitergespielt hätten. Nach 35 Minuten verdichtete sich der Nebel jedoch nochmals. Mülheims Schlussmann Michael Wall konnte den Koblenzer Schlussmann Kadir Yalcin gewiss nicht mehr erkennen. Selbst die Assistenten vermochten sich nicht mehr mit Fahnenzeichen zu verständigen. „Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar“, sagte auch Hans Christmann, Spielausschussvorsitzender des Fußballverbands Rheinland. „Ich war von Beginn an skeptisch, ob das gutgehen würde.“ Mülheims Sportlicher Leiter Wilfried Zils und auch TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen waren schnell einsichtig. Ungehalten reagierten nur die TuS-Spieler, die den Abbruch nicht hinnehmen mochten. Vor allem Michael Stahl schlug über die Strenge und war vor der Schiedsrichterkabine nur von Sicherheitsleuten einzubremsen. „Wir sind vom Abbruch völlig überrascht worden. Ein andersfarbiger Ball hätte es doch schon getan. Das müssen wir zunächst einmal verdauen“, sagte TuS-Trainer Michael Dämgen. Mülheims Coach Marco Wagner sagte: „Es lag ja nicht an uns. Wir haben hier keine Nebelmaschinen aufgestellt. Wir lagen hinten, aber wir waren doch gut im Spiel.“ In der Tat. Zwar führte der Favorit durch einen Treffer von Mineiro mit 1:0 (20.), das war es aber auch, was die TuS anzubieten hatte. Spielerisch war Koblenz nicht in der Lage, den Rheinlandligisten auseinander zu nehmen. Im Gegenteil: Mülheims Steffen Pistono hätte postwendend den Ausgleich erzielen können – wenn nicht sogar müssen (22., 24.).

„Der TuS fehlt einfach nur das erste Erfolgserlebnis“
Der ehemalige Co-Trainer Uwe Koschinat kommt mit Fortuna Köln aufs Koblenzer Oberwerth
Ein wenig spielt die TuS Koblenz am Samstag um 14 Uhr im Fußball-Alltag auch gegen die eigene Vergangenheit der jüngeren Zeit: Mit Uwe Koschinat, seit Saisonbeginn Coach des Regionalligisten Fortuna Köln, kehrt nicht nur der langjährige Co-Trainer zurück aufs Oberwerth, der 40-Jährige hat mit Dieter Paucken, Oliver Laux, Lukas Nottbeck, Stefan Haben und Alassane Ouedraogo auch fünf ehemalige Kicker der Schängel im Schlepptau.

Herr Koschinat, sind Sie mit Ihrer ersten Aufgabe als Cheftrainer und dem in Köln bisher Erreichten voll und ganz zufrieden – und der neue Verein mit Ihnen auch?
Man kann auf jeden Fall ein positives Zwischenfazit ziehen. Der Verein ist auf operativer Ebene hervorragend organisiert. Das Stadion und die Trainingsmöglichkeiten sind optimal, ich habe hier also professionelle Strukturen vorgefunden. Wir hatten vor Saisonbeginn als Fernziel einen einstelligen Tabellenplatz angepeilt, aufgrund der Nachverpflichtungen sind wir da auch auf einem guten Weg. Gegen die unberechenbaren U23-Mannschaften der Liga haben wir achtmal gespielt, davon sechsmal auswärts, und kein einziges Mal verloren. Das war bei der Fortuna gegen solche Teams früher ganz anders. Der Verein ist – insgesamt gesehen – mit meiner Arbeit sicher zufrieden und hat mir durch den Drei-Jahres-Vertrag ja auch viel Vertrauen entgegengebracht.

Sie wohnen weiterhin in Koblenz, pendeln also die Strecke nach Köln fast täglich. Ist das eine erträgliche Zusatzbelastung?
Das geht schon. Ich fahre zunächst mit dem Zug nach Bonn, das ist auch eine gute Gelegenheit, in dieser Zeit eine ganze Menge Arbeit zu erledigen und einige Dinge in Ruhe zu durchdenken. Das ist angenehmer und nicht so stressig wie zum Beispiel auf der A61 im Stau zu stehen. Am Bahnhof in Bonn steht dann mein Auto, mit dem ich die restliche Strecke bewältige. Das habe ich schon in meiner damaligen Kölner Zeit so ähnlich gemacht, als ich 17 oder 18 war.

Sie waren am vergangenen Samstag zu Gast bei der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der TuS. Ist ein derartiger Anlass für Sie eine Herzensangelegenheit?
Koblenz ist die Stadt, in der ich lebe. Ich war – von einer anderthalbjährigen Unterbrechung mal abgesehen – 17 Jahre lang in verschiedenen Funktionen für die TuS tätig. Außerdem spielt mein Sohn hier Fußball, seit er aus dem Pampers-Alter heraus ist. Allein deswegen gibt es ja schon eine bestimmte Nähe zum Verein. Außerdem pflege ich enge Freundschaften mit vielen Menschen, die nach wie vor mit der TuS zu tun haben. So kenne ich beispielsweise Peter Auer schon seit meinem 20. Lebensjahr, bei ihm war ich auch Trauzeuge. Gerd Rörig habe ich in den Verein gebracht. Zu Doktor Blaumeiser und zu Lee Sicilia, der früher mein Jugendspieler war, gibt es auch eine emotionale Bindung. Das wäre ja blöd, wenn ich eine Zeitspanne, die fast mein halbes Leben umfasst, einfach wegradiere.

14 Punkte trennen Ihre Mannschaft derzeit vom kommenden Gegner. Und das nach nur 14 Spielen. Hätten Sie damit vor der Saison auch nur annähernd gerechnet?
Ich unterscheide das so nicht. Mit der Situation von TuS Koblenz habe ich mich nur noch am Rande beschäftigt, das muss ich ganz klar sagen. Meine ganze Konzentration galt und gilt meiner Arbeit in Köln. Dass in Koblenz keine großen Sprünge mehr möglich sind, ist aufgrund der finanziellen Situation eigentlich klar. Die Ausgangssituation beider Mannschaften war somit völlig verschieden. Für die Offensive benötigst du halt ein gewisses Budget, um Qualität verpflichten zu können. Dieses Budget steht der TuS in dieser Form eben nicht zur Verfügung.

Fünf Fortuna-Spielen ohne Sieg folgten sieben Partien ohne Niederlage. Wie erklären Sie sich diese Schwankungen?
Wir konnten den Kader vor Saisonbeginn nicht so ausrichten, wie wir uns das vorgestellt hatten. Anfangs haben wir die Südstadt euphorisiert mit dem 3:0 gegen Wuppertal und einem späten Ausgleich in Unterzahl gegen Kaiserslautern, dann sind wir Ende August von Lotte mit 6:0 überfahren worden. Das hat einen kleinen Bruch verursacht, wir haben dann noch gegen Trier und Wiedenbrück verloren. Das war ein erster Charaktertest für mich und die Mannschaft. Das Umfeld ist ruhig geblieben, das war sehr positiv. Aber wir sind nicht von unserer Linie abgegangen, haben strategisch weiter vernünftig gearbeitet und schließlich diese Krisensituation gemeinsam gemeistert. Mit dem Sieg gegen Idar-Oberstein sind wir dann wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Bis auf Ouedraogo, der noch kein Spiel absolviert hat, zählen die übrigen vier Ex-Koblenzer zu Ihrem Stammpersonal. Ist der Tabellenstand vor allem deren Verdienst?
Ich habe dem Verein gesagt, wenn wir Spieler aus der Dritten Liga und Koblenz verpflichten, dann sollen das auf jeden Fall erkennbare Verstärkungen sein. Sonst hätte ich sie auch nicht geholt. Ein Vorteil war natürlich, dass ich das Leistungspotenzial dieser Spieler sehr gut einschätzen konnte. Sie wurden auch sehr schnell zu Korsettstangen der neuen Fortuna.

Sie haben die TuS in dieser Saison einige Male beobachtet, waren am Mittwochabend aber nicht beim abgebrochenen Pokalspiel in Mülheim-Kärlich. Welchen Eindruck hat Koblenz bei Ihnen hinterlassen?
Es ist schwierig und gefährlich, das Leistungsvermögen einer Mannschaft nur am Tabellenstand abzulesen. Die Koblenzer Mannschaft ist auf jeden Fall gut organisiert und sehr diszipliniert gegen den Ball ausgerichtet. Sie hat viele enge Spiele abgeliefert, oft nur sehr knapp verloren und sensationell Punkte gegen Top-Teams der Liga geholt. Was einfach fehlt, ist nur das erste Erfolgserlebnis. Das lag in Bochum und gegen Idar-Oberstein ja schon im Bereich des Möglichen. Und gegen Dortmund – für mich die stärkste Mannschaft der Liga – hat die TuS 45 Minuten lang das Spiel beherrscht. Damit allein ist vor unserem kommenden Gegner schon genug gewarnt.

Wann gewinnt Koblenz denn das erste Regionalliga-Spiel? Vielleicht schon am Samstag?
Selbstverständlich wird die TuS in diesem Jahr noch Spiele gewinnen, davon bin ich fest überzeugt. Koblenz steht jetzt am Scheideweg. Am Anfang hat man auch die nicht ganz so erfolgreichen Spiele noch einigermaßen positiv beurteilt. Mittlerweile wird es unruhiger um die Mannschaft, weil der Fan auch irgendwann mal einen Sieg erwartet – ganz klar.

Wie lautet also Ihr Tipp fürs Spiel?
Ich hoffe auf einen Sieg von uns und werde die Mannschaft auch so einstellen, dass wir konzentriert auf die drei Punkte spielen.

Paucken-Patzer leitet die Trendwende ein
TuS Koblenz dreht die Partie gegen Fortuna Köln und beendet mit dem 2:1 die lange Negativserie
Jede Serie geht einmal zu Ende, folglich auch die negativ belastete der TuS Koblenz: Im 15. Spiel der Fußball-Regionalliga West gelang den Schängeln im Duell mit Fortuna Köln durch das 2:1 (0:1) der lang ersehnte erste Sieg. Exakt eine Woche nach der Feier zum 100. Geburtstag war's ein zwar spätes, aber doch sehr passendes Geschenk.
„Die TuS hat sich das heute auch ohne Einschränkung verdient“, gab ein bitter enttäuschter Kölner Trainer Uwe Koschinat an alter Wirkungsstätte auch ohne Umschweife zu. Saisonübergreifend war’s übrigens der erste Drei-Punkte-Pack nach zuvor 20 Spielen ohne Sieg, den letzten durften die Koblenzer Fans am 9. April beim 4:0 noch zu Drittliga-Zeiten gegen den FC Heidenheim beklatschen. Was Koschinat auch noch am Ende seiner Analyse sagte: „Wir sind die Idioten der Liga.“ Und damit brachte er wohl das auf den Punkt, was viele jetzt über die Fortuna denken oder sagen, wenn sie die Niederlage beim zuvor noch sieglosen Schlusslicht zur Kenntnis nehmen. TuS-Trainer Michael Dämgen gab sichtlich erleichtert zu Protokoll: „Wir haben uns kämpferisch und mit viel Leidenschaft den Sieg geholt. Das wird uns jetzt hoffentlich Auftrieb geben.“ Dabei hatte doch alles wieder gegen einen Koblenzer Erfolg gesprochen: Denn nach nicht einmal drei Minuten hatte der Kölner Silvio Pagano mit gütlicher Unterstützung der TuS schon das 0:1 erzielt. Der ihn attackierende Nonnenmann war auf dem rutschigen Untergrund gestolpert, Mund hatte den Pagano-Schuss noch unerreichbar für Keeper Kadir Yalcin abgefälscht. Die den Schängeln gesonnenen Zuschauer, die gerade erst ihre Plätze eingenommen hatten, wären da am liebsten schon wieder nach Hause gegangen. Doch Köln machte in der folgenden Spielzeit viel zu wenig aus der eigentlich recht komfortablen Situation. Eine ordentliche Kombination über mehrere Stationen führte schließlich nach der Pause zum Ausgleich: Der mittlerweile auf die rechte Seite gewechselte Thomas Klasen flankte den Ball auf den langen Pfosten des Fortuna-Gehäuses, Schlussmann Dieter Paucken segelte sträflich an der Hereingabe vorbei, Tokio Nakai musste nur noch den Kopf hinhalten (57.). Nur drei Minuten später hatten die TuS-Anhänger erneut den Torschrei auf den Lippen, doch der Schuss des Japaners sprang vom Innenpfosten wieder ins Feld zurück. Spätestens nach der Gelb-Roten Karte gegen den Kölner Linksverteidiger Dirk Caspers (72.) war aber irgendwie klar, dass an diesem Tag für die TuS etwas gehen könnte. Und drei Minuten danach r war es dann auch soweit: Der eingewechselte Jung-Hun Kim, der zuvor für frischen Wind in der Offensive gesorgt hatte, wurde im gegnerischen Strafraum von Daniel Bartsch unsanft zu Boden gerissen, der Schiedsrichter zögerte keinen Moment und zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Michael Stahl, der an diesem Nachmittag die Kapitänsbinde des gesperrten Angelo Barletta trug, trat an und vollstreckte eiskalt zur umjubelten Führung für die Platzherren (75.). „Da haben wir sicherlich auch ein wenig Glück gehabt“, bewertete Dämgen den durchaus umstrittenen Strafstoß. In der verbleibenden Viertelstunde ließen die Koblenzer Kicker hinten so gut wie nichts mehr anbrennen und hätten in der Nachspielzeit nach einem Konter über die beiden eingewechselten Jan Hawel und Kerim Arslan durch Letztgenannten fast sogar noch das 3:1 erzielt, Paucken war diesmal aber zur Stelle. Auf quälende sechs Minuten zog sich die ungewollte „Verlängerung“ auch deshalb, weil das Spiel nach einem Zusammenprall von Nonnenmann und dem Kölner Kevin Kruth (90.+2) eine ganze Weile unterbrochen war. Der Koblenzer brachte die Partie mit einem Brummschädel über die Runden, Kruth musste mit der Trage vom Platz befördert werden.

TuS Koblenz bekommt Geld aus Belgrad
Der „Kicker“ ist in der Regel gut informiert über alles, was sich so tut in der großen weiten Fußballwelt. So meldete das Fachblatt richtigerweise, dass der finanziell klamme Regionalligist TuS Koblenz sich in der vergangenen Woche über eine Überweisung aus Belgrad freuen durfte. Meister Partizan gab im letzten Moment dem Druck des Weltverbands Fifa nach und zahlte 180 000 Euro an die TuS. Die Summe war fällig geworden, weil die Serben den Ex-Koblenzer Marko Lomic im Sommer 2010 für 1,2 Millionen Ablöse an Dynamo Moskau verkauften; hätte Partizan seine Schuld gegenüber der TuS nicht beglichen, wäre der Klub mit empfindlichen Punktabzügen bestraft worden. Dass diese Summe, wenn sie denn rechtzeitig, sprich vor dem Sommer 2011, bezahlt worden wäre, der TuS die Lizenz für die Dritte Liga gesichert hätte, muss allerdings der Fantasie der „Kicker“-Experten entsprungen sein. Die offene Lücke im Lizenzantrag für die Dritte Liga war bekanntlich bedeutend größer. Und auch aktuell hilft das Geld aus Belgrad der TuS nur bedingt aus der klammen Lage; schließlich, so gibt ein Insider zu bedenken, muss ja erst mal der Anwalt bezahlt werden.

Dezember 2011

0:0 in Mainz - TuS holt das achte Unentschieden
Dem ersten Saisonsieg in der Fußball-Regionalliga West folgte zwar nicht direkt der zweite, doch mit dem 0:0 beim in der Summe überlegenen FSV Mainz 05 II darf die TuS Koblenz durchaus zufrieden sein. Das sah auch Trainer Michael Dämgen so, schließlich waren seine Schützlinge erstmals seit dem siebten Spieltag (0:0 beim 1. FC Kaiserslautern II) ohne Gegentor geblieben: „Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, das Ergebnis geht absolut in Ordnung.“
Koblenz begann mit der gleichen Elf wie beim 2:1 in der Vorwoche gegen Fortuna Köln, bekam zunächst aber überhaupt kein Bein auf den Boden. „Die ersten 20 Minuten gingen klar an Mainz, da hatten wir noch Probleme in der Zuordnung“, beschrieb Dämgen denn auch die schleppende Vorstellung seiner Schützlinge in dieser Phase.. Dabei musste sich die Defensive der TuS übrigens nicht um den Top-Torschützen der 05er, Eric Durm, kümmern, denn der war unter der Woche aus disziplinarischen Gründen vorübergehend aus dem Kader gestrichen worden. „Er kam zu spät zum Training und zur Teambesprechung“, begründete der Mainzer Coach Martin Schmidt diese Maßnahme. Dennoch begann dessen Mannschaft wie die Feuerwehr: Schon nach knapp 60 Sekunden musste sich TuS-Schlussmann Kadir Yalcin ganz lang machen, sonst hätte Deniz Yilmaz nach seinem Schuss jubelnd abdrehen können. Böse Erinnerungen wurden da wach ans Spiel gegen Köln, als die TuS nach der ersten nennenswerten Gelegenheit des Gegners schon hinten lag. Diesmal allerdings nicht. Mainz machte mächtig Druck, brauchte aber weitere 20 Minuten, um sich durch Luka Tankulic die nächste Chance zu erarbeiten – und wieder war Yalcin auf dem Posten. Ein erstes Lebenszeichen der Gäste gab es erst nach einer geschlagenen halben Stunde: Sturmspitze Tokio Nakai brachte zwar den Ball im Tor unter, stand dabei nach Meinung des Schiedsrichters aber im Abseits. Ein Nakai-Kopfball (40.) und ein Schuss von Thomas Gentner nach einem Freistoß aufs Mainzer Tor in der Nachspielzeit – mehr hatte Koblenz in der Offensive in den ersten 45 Minuten nicht zu bieten. Mainz machte es aber auch nicht besser, das galt im Prinzip für die komplette zweite Hälfte. Eine Yilmaz-Direktabnahme sollte Yalcin noch vor Probleme stellen (69.), ebenso eine Aktion des eingewechselten Shawn Parker (85.) – in der übrigen Zeit der Begegnung ließ die Koblenzer Defensive hinten nichts anbrennen. Die 05er hatten zwar gefühlte 65 Prozent Ballbesitz, hätten sich in den Schlussminuten aber auch nicht beschweren dürfen, wenn der TuS noch ein Tor gelungen wäre. Denn urplötzlich verspürten die Gäste den zweiten Wind, doch Michael Stahl – er verzog freistehend aus spitzem Winkel (88.) und köpfte nur knapp vorbei (90.+3) – vergab am Ende den möglichen Sieg. Doch das wäre dann vielleicht zu viel des Guten gewesen, auch wenn sich Coach Dämgen über die vergebenen Chancen in der Schlussphase ärgerte: „Da musst du auch einfach mal konzentriert abschließen. Dann hätte das Spiel komplett kippen können.“

TuS liegt schon nach 37 Minuten mit 0:3 hinten
Koblenz verliert deutlich beim SV Elversberg
Alle guten Vorsätze waren schnell über den Haufen geworfen: Aufgrund einer unterirdischen ersten Halbzeit verlor die TuS Koblenz gestern Abend das vorgezogene Spiel der Fußball-Regionalliga West vor nur 250 Zuschauern mit 0:3 (0:3) beim SV 07 Elversberg. „Das war mit Abstand unsere schlechteste Saisonleistung. Ich bin enttäuscht und hätte niemals damit gerechnet, dass wir nach den zuletzt guten Leistungen in Mainz und gegen Köln heute hier so einbrechen würden“, bewertete TuS-Trainer Michael Dämgen kurz nach dem Abpfiff die achte und zugleich höchste Saisonniederlage der Schängel. Er ließ im Prinzip mit der Formation beginnen, die vier Tage vorher noch mit einem 0:0 in Mainz vom Platz gegangen war – einzige Ausnahme: für den im Bruchweg-Stadion eingewechselten Jan Hawel spielte Tokio Nakai in der Spitze. Auf den Außenbahnen in der offensiven Dreier-Mittelfeldreihe durften sich somit Jung-Hun Kim auf der linken und Kerim Arslan auf der rechten Seite versuchen. Allerdings ohne den gewünschten Erfolg, denn das Spiel war schon verloren, da hatte es noch nicht einmal richtig begonnen. Nach einem Koblenzer Ballverlust steuerte Angelo Hauk alleine auf TuS-Schlussmann Kadir Yalcin zu und ließ ihm aus kurzer Distanz keine Abwehrmöglichkeit (8.). Und es sollte noch dicker kommen: In der 21. Minute erzielt Abedin Krasniqi per Kopf das 2:0 und traf danach mit dem Fuß nur den Pfosten (30.). Dämgen wechselte daraufhin den offensiver orientierten David Sasse für Kim ein und löste auch eine der beiden Sechser-Positionen auf, indem er Mike Urwin mehr nach vorne beorderte. Aber auch das half nicht – im Gegenteil: Hauk stellte mit seinem zweiten Treffer (37.) den desillusionierenden Halbzeitstand her. Nach dem Wechsel änderte sich am Ergebnis nichts mehr. Die TuS war zwar bemüht, mit zwei weiteren Wechseln für mehr Schwung im Angriffspiel zu sorgen, der Ehrentreffer blieb aber ein Wunschtraum. Elversberg hatte im zweiten Abschnitt sogar mehrmals die Gelegenheit, ein viertes Tor zu erzielen, doch diese Schmach blieb den Gästen erspart. Wenigstens war Koblenz nach der Pause vermehrt im Ballbesitz, doch die Bemühungen wirkten einfach zu unkoordiniert, während die SV mit einfachen Mitteln wiederholt für Gefahr sorgte. Bis zum Samstag muss sich die TuS und Coach Dämgen etwas einfallen lassen, sonst steht man wohl auch gegen den 1. FC Köln II am Ende mit leeren Händen da.

TuS löst die Handbremse erst nach dem 0:2
Drei Punkte für den Sieg, einer für ein Unentschieden – nur wer gewinnt, kommt in einer Fußballtabelle voran. Nach dem 2:2 (1:2) gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Köln – dem neunten Remis dieser Saison – macht TuS Koblenz einmal mehr die Erfahrung, dass mithalten allein nicht genügt, um den Keller der Regionalliga West zu verlassen.
So sehr den Koblenzer Trainer die Aufholjagd in der zweiten Halbzeit freute, „als wir endlich entschlossen in die Zweikämpfe gegangen sind“, so sehr ängstigte Dämgen, „wie wir die Kölner und den Ball in der Anfangsphase laufen ließen“. Mit dem 0:2 sei man nach einer halben Stunde gut bedient gewesen, schloss sich der Koblenzer Trainer seinem Kölner Kollegen an, der bemängelte, „dass wir ein 3:0 oder 4:0 versäumt haben.“ Dirk Lottner zeigte sich sehr enttäuscht: „Wir haben zwar so gut wie lange nicht mehr begonnen, dann aber den Gegner aufgebaut und uns selbst aus dem Rhythmus gebracht.“ Was der Spielverlauf belegt, denn zunächst schien die TuS angesichts des flotten Kölner Kombinationsflusses in Ehrfurcht zu erstarren und sich nach zwei Gegentreffern frühzeitig mit einer Niederlage abzufinden. Zeitlupenfußball hier, schnelle Aktionen dort – irgendwie erinnerten die Koblenzer Spieler an Schüler, die aus Versehen in eine zu hohe Klasse versetzt wurden und dort dem psychischen Druck nicht gewachsen sind. Kölns Spitze Mark-Alexander Uth hatte wenig Mühe, sein persönliches Torkonto von sieben auf neun zu schrauben (13. und 19.). Und die TuS konnte von Glück reden, dass ein Heber des bisherigen Topscorers Thiemo-Jerome Kialka zwar über Keeper Kadir Yalcin hinwegging, aber nur am Pfosten landete. „Nach der schwachen Vorstellung in Elversberg war die Verunsicherung sehr groß“, fasste Dämgen die erste halbe Stunde als Mischung aus Respekt und Angst zusammen. Dass die Gastgeber ins Spiel zurückfanden, verdankten sie Carlos Luciano da Silva, genannt Mineiro. Dem war zwar zunächst – wie einigen seiner Mitspieler auch – ein Ball versprungen, doch der Brasilianer setzte energisch nach und konnte von Berkan Karadeniz nur regelwidrig gestoppt werden. „Ein dummes Foul“, gestand Dämgen, „aber entscheidend war, wie sich Mineiro hier gezeigt hat.“ Anders gesagt: Mineiro versteckte sich in diesem Moment nicht, ging den geraden Weg und hatte Erfolg. Schiedsrichter Stein blieb jedenfalls keine andere Wahl, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, und Michael Stahl versenkte den Strafstoß im Kölner Netz (33.). „Danach haben einige endlich die Handbremse gelöst und ebenfalls den Weg nach vorne gesucht“, sah der Koblenzer Trainer plötzlich ein Team, das selbst die Initiative ergriff. Und nach 49 Minuten eine Belohnung verdient gehabt hätte, doch Jura Gros‘ Direktabnahme ließ nur die Latte des Kölner Tores krachend beben. Den Lohn der Mühe erntete schließlich Tokio Nakai, der nach präziser Flanke des eingewechselten Michael Urwin mit dem Kopf das 2:2 erzielte (74.). In der Schlussphase erlebten die versöhnten Koblenzer Fans einen offenen Schlagabtausch. Und mussten dann noch eine Schrecksekunde überstehen, als Patrick Nonnenmann erst einen Ball vertändelte, dann schwach abspielte, und schließlich – vielleicht im übereifrigen Versuch einer Wiedergutmachung – Kölns Torschützen Uth foulte. Für den Unparteiischen eine Rote Karte (76.), für Dämgen eine überzogene Entscheidung: „Gelb hätte es auch getan.“ Aber selbst in Unterzahl suchte die TuS den Sieg und hatte ihn durch Kapitän Angelo Barletta sogar auf dem Fuß. Was bei allem Respekt vor der Koblenzer Leistungssteigerung, die auch Lottner anerkannte, dem Spielverlauf jedoch nicht gerecht geworden wäre.

Mülheim glaubt an seine Chance
SG 2000 empfängt am Samstag im Rheinlandpokal den Regionalligisten TuS Koblenz
Mit einem echten Topspiel endet das Fußballjahr 2011: Am Samstag um 14 Uhr spielt der Regionalligist TuS Koblenz beim Rheinlandligisten SG Mülheim-Kärlich um den Einzug ins Achtelfinale um den Rheinlandpokal. Vor einem Monat wurde die Pokalpartie in der Pause beim Stand von 1:0 für die TuS wegen Nebels abgebrochen. 1400 Zuschauer verließen damals enttäuscht das Mülheimer Schul- und Sportzentrum. Eine ähnliche Kulisse erwartet Wilfried Zils, der Sportliche Leiter der SG 2000, auch am Samstag. Der Eintrittspreis wurde auf vier Euro heruntergestuft. Offen ist derweil lediglich noch, ob im Stadion oder auf dem benachbarten Kunstrasenplatz des Schul- und Sportzentrums angepfiffen wird. Für den Koblenzer Geschäftsführer Thomas Theisen ist es ein besonderes Spiel. Er wohnt in Mülheim-Kärlich und führte die SG als Trainer höchstpersönlich in die Rheinlandliga. Auch wenn er nach wie vor ehrenamtlich im Vorstand der SG tätig ist, hat er mittlerweile die Seiten gewechselt: „Ich wünsche mir einen netten Nachmittag vor einer stattlichen Kulisse mit einem Sieg für unsere TuS. Aber ich gebe zu, mehr Gedanken als üblich an dieses Spiel zu verschwenden.“ Für Theisen ist ein Weiterkommen dabei Pflicht: „Es geht nicht darum, Mülheim zu besiegen. Es geht darum, im Pokal zu überwintern. Mit fünf Siegen im Pokal könnten wir diese Saison absolut erfolgreich gestalten. Dessen sind sich bei der TuS alle bewusst.“ Bewusst locker gibt sich Theisen, denn er weiß um die Stärke des Gegners. Zwar führte sein Team beim ersten Vergleich zur Pause, verlor jedoch in der Saisonvorbereitungsphase ein Testspiel gegen Mülheim. „Jetzt sind wir eine andere Mannschaft. Der Liga-Sieg gegen den SC Fortuna Köln war ein Schlüsselerlebnis. Wir haben jetzt viel mehr Glauben an unsere eigene Stärke“, sagt Theisen. TuS-Trainer Michael Dämgen wird auf den verletzten Thomas Gentner verzichten müssen. Patrick Nonnenmann sah in der Liga zwar zuletzt die Rote Karte, ist im Pokal aber spielberechtigt. Ein Abwehrproblem hat die TuS also nicht. Anders sieht das bei Mülheim-Kärlich aus, wenn denn Kai Euler verletzt passen muss. Beim 0:1 im Rheinlandliga-Vergleich beim TuS Mayen zog sich der Abwehrchef eine Bänderverletzung zu. „Wir werden alles daransetzen, dass er spielen kann“, sagt Mülheims Trainer Marco Wagner. „Wir sind aber in jedem Fall nur ein krasser Außenseiter. Wir sollten es genießen und nichts anders machen als in der Liga.“ Dabei rechnet sich Wagner im stillen Kämmerlein durchaus etwas aus. „Die TuS hatte beim Nebelspiel zwar 70 Prozent Ballbesitz, wir aber hatten auch unsere klaren Chancen. Wir müssen einfach den Schwung von der Weihnachtsfeier mitnehmen. Da waren meine Jungs zuletzt nämlich in absoluter Topform“, schmunzelt Wagner.

Pokalspiel am Samstag gegen die SG Mülheim-Kärlich wird abgesagt
Sowohl der Rasen- als auch Kunstrasenplatz wurden als nicht bespielbar erklärt
Das am Samstagnachmittag angesetzte Rheinlandpokalspiel zwischen der SG 2000 Mülheim-Kärlich und der TuS Koblenz ist nach einer Platzbegehung durch die Verbandsgemeinde Weißenthurm und dem Verband kurzfristig abgesagt worden. Beide Sportplätze, sowohl der Rasen- als auch der Kunstrasenplatz, wurden als nicht bespielbar erklärt. Voraussichtlich soll das Pokalspiel nun im Februar 2012 ausgetragen werden.