30.01.2012        TuS freut sich über den hart erkämpften Punkt

 0:0 in Verl ist guter Auftakt für den Regionalligisten aus Koblenz – Schängel im Glück: Viermal Ball auf der Linie gerettet

Von unserem Mitarbeiter David Geisbüsch

Verl. Das war ein gelungener Start in die Rückrunde der Fußball-Regionalliga West: Den Punktgewinn beim 0:0 beim SC Verl hatte sich die TuS Koblenz redlich verdient – wenn auch in einigen Situation das Glück mit der Mannschaft des Koblenzer Trainers Michael Dämgen war. Denn viermal retteten die Schängel für ihren geschlagenen Torhüter Kadir Yalcin auf der Linie, zweimal half das Aluminium der TuS, im Ostwestfälischen einen Punkt einzuheimsen.

In der Hinrunde kam Koblenz auf fremdem Terrain bereits zweimal zu einem Teilerfolg, der gestrige Punkt entsprang aber aus einem offenen Schlagabtausch. Denn es war keineswegs so, dass sich die TuS nur auf die Defensive beschränkte und hinten einigelte. 400 Zuschauer im Stadion an der Poststraße – darunter 150 mitgereiste Schängel – mussten sich lange in Geduld üben, ehe die Begegnung bei Minustemperaturen Fahrt aufnahm. Zunächst kontrollierte Verl Ball und Gegner, zwingend wurde das Team des Verler Trainers Raimund Bertels aber nicht. Erst nach 21 Minuten: Nach einem Eckball kam Marko Kaminski frei zum Kopfball, der Koblenzer Jung-Hun Kim rettete in höchster Not auf der Linie. Sieben Minuten später setzte sich Jura Gros auf der Gegenseite in Szene. Seinen Schuss aus acht Metern beförderte der Verler Mario Bertram vor der Linie aus der Gefahrenzone (28.). Es war die beste Chance der TuS im ersten Durchgang.

Kurz vor der Pause versuchte sich Bertram vorn. Der trockene Drehschuss des Verteidigers klatschte an den TuS-Pfosten. Nicht nur Coach Dämgen musste da tief durchatmen: „In einigen Situationen haben wir sicherlich auch Glück gehabt – unbestritten.“

So richtig kurios wurde es aber erst im zweiten Durchgang: Eine Flanke von links fand Mathias Haeder, der frei zur Verler Führung einköpfen wollte, doch TuS-Eigengewächs Eike Mund war erneut auf der Torlinie zur Stelle und verhinderte den Einschlag (58.). Sein Rettungsversuch landete an der Latte, sprang zurück ins Feld, ehe Angelo Barletta den Nachschuss von David Lauretta erneut von der Linie kratzte. Eine Wahnsinns-Szene.

Danach aber befreite sich Koblenz, setzte immer wieder Nadelstiche in der Offensive und lauerte auf Konter. Einen hätte der sechs Minuten zuvor eingewechselte Thomas Klasen um ein Haar erfolgreich abgeschlossen (78.). Joker Klasen war ein belebendes Element im Spiel der TuS und wirbelte ein ums andere Mal die Verler Defensive auf. Verl gingen die Ideen aus. Trainer Bertels hatte sogar Verständnis für sein Team: „Es ist nicht immer so leicht. Wenn der Letzte zu einem kommt, dann verbuchst du nicht automatisch die Punkte. Und Koblenz hat sich den einen auch verdient.“ Der Teilerfolg geriet nur noch in einer letzten heiklen Situation in Gefahr. In der 89. Minute rettete Michael Stahl per Kopf zum vierten Mal auf der Linie. „Wir sind zufrieden, haben viel investiert und uns den Punkt hart erarbeitet. Das war ein guter Start für uns“, sagte Dämgen.

Ihren Spaß an der abwechslungsreichen Viertligapartie hatten übrigens auch die vier Ex-Schängel Benjamin Lense, Manuel Hornig, Johannes Rahn und Dennis Riemer, die sich auf der Tribüne als TuS-Fans outeten. Während Lense seine Karriere beendet hat, kicken die übrigen drei bei Arminia Bielefeld in der 3. Liga.


Koblenzer Fußballanhänger randalieren

Vor und während des Fußballspiels Verl - Koblenz ist es laut Polizeibericht zu Ausschreitungen gekommen. Vier Personen aus Koblenz wurden in Gewahrsam genommen. Bereits während der Anfahrt mit dem Zug kam es zu ersten Vorkommnissen auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof. Nachdem hier eine Person in Gewahrsam genommen werden sollte, leistete der Koblenzer Fußballanhänger erheblichen Widerstand. In Gütersloh wurden die Koblenzer Fußballanhänger von Polizeibeamten empfangen, die bei allen Personen Identitätsfeststellungen durchführten. Nach Ende des Spiels bestiegen die Koblenzer einen Shuttlebus. Bereits nach wenigen Metern musste der Bus gestoppt werden, da die Insassen die Dachluke herausgelöst hatten und anfingen, kleinere Papierfetzen zu entzünden. Kurze Zeit später musste der Bus erneut angehalten werden; einige Insassen hatten die Heckscheibe des Busses herausgebrochen. Erst mit Verstärkung aufseiten der Polizei konnte die Situation beruhigt werden.

Quelle Rhein-Zeitung 30.01.2012  http://rhein-zeitung.de