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30.04.2012 Koblenz lässt jetzt auch auswärts wieder Federn
TuS muss sich bei Fortuna Köln glatt mit 1:3 geschlagen geben – Klasen gelingt Treffer nach 71 Minuten
Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann
Köln. Das Hinspiel (2:1) und eine Testpartie in der Winterpause (3:2) hatte die TuS Koblenz in dieser Saison bereits gegen Fortuna Köln gewonnen, doch im dritten Vergleich drehte die Elf von Trainer Uwe Koschinat den Spieß humorlos um: Mit 3:1 (1:0) behielt der Tabellensiebte der Fußball-Regionalliga West im Duell mit dem Schlusslicht die Oberhand. TuS-Coach Michael Dämgen bilanzierte: „Nach dem guten Spiel in Trier hatten wir uns hier etwas ausgerechnet, doch der Sieg des Gegners ist verdient.“
Das sah auch Koschinat so: „Wir haben ein paarmal unsere Konter nicht sauber ausgespielt, sonst hätten wir Koblenz auch vier oder fünf einschenken können. Bis zum Stand von 3:0 sind wir aber zielstrebig und dominant aufgetreten.“ Er hatte seine Startelf im Vergleich zum jüngsten 1:2 in Elversberg aus verletzungsbedingten Gründen gleich auf vier Positionen geändert, unter anderem fehlte der angeschlagene Kapitän Mitja Schäfer. Der Ex-Koblenzer Oliver Laux musste zuletzt wegen der fünften Gelben Karte pausieren, war aber gegen die ehemaligen Kollegen von Beginn an mit dabei. Bei der TuS zählte Tobias Bauer nach längerer Abstinenz mal wieder zur Startformation, er spielte für Jung-Hun Kim und nahm die Position direkt hinter Sturmspitze Tokio Nakai ein. Thomas Klasen wechselte auf die linke Mittelfeldseite, Michael Stahl spielte wieder die „doppelte Sechs“ mit Mineiro im defensiven Bereich direkt vor der Abwehr.
Köln legte einen ähnlichen Blitzstart hin wie vor einem halben Jahr bei der 1:2-Hinspielniederlage. Damals war es Silvio Pagano, der nach knapp vier Minuten die Führung für die Fortuna erzielt hatte. Diesmal war es Steffen Moritz, der nicht einmal die Hälfte dieser Zeitspanne benötigte, um ins Schwarze zu treffen. Eine Freistoß-Hereingabe in den Strafraum verlängerte er mit dem Kopf zum 1:0 (2.), TuS-Keeper Kadir Yalcin stand bei dieser Aktion einen Tick zu weit vor seinem Gehäuse. Maurice Kühne wäre ein knappe Viertelstunde danach fast der zweite Treffer der Platzherren geglückt. Die Abwehr nebst Yalcin hatte der Mann mit der Nummer 28 bereits überlaufen, doch sein Schuss aus spitzem Winkel wurde in höchster Not vom Koblenzer Defensivstrategen Stefan Haben vor der Line gerade noch abgefangen (17.). Und die TuS? Sie war eigentlich wie immer um spielerische Linie bemüht, tauchte aber viel zu selten gefährlich in der gegnerischen Hälfte auf. Richtige Probleme hatte Fortuna-Schlussmann Dieter Paucken nur bei einem fulminanten Distanzschuss von Michael Stahl (45.).
13 Minuten waren nach Wiederanpfiff gespielt, als die Fortuna die Weichen auf Sieg stellte: Pagano entwischte TuS-Rechtsverteidiger Patrick Nonnenmann und passte dann den Ball in den Rücken der Abwehr, Fabian Montabell rauschte heran und traf mit präzisem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 2:0. „Da war es natürlich schwer, bei diesen drückenden Temperaturen noch einmal zurückzukommen“, ahnte Dämgen schon zu diesem Zeitpunkt, dass es mit dem erhofften Punktgewinn im Südstadion wohl nichts werden würde.
Und auch beim dritten Kölner Treffer gab die Koblenzer Hintermannschaft kein allzu gutes Bild ab. Nach einem simplen Steilpass durch die Mitte war Kapitän Angelo Barletta einfach zu langsam für Montabell, der allein vor Yalcin auftauchte und keine Mühe hatte, das 3:0 zu erzielen (67.). „Bis dahin hat der Gegner massiert hinter dem Ball gestanden, hat dann aber etwas die Defensive gelockert“, sah Koschinat den Grund für die folgende Trendwende. Schon vier Minuten nach dem dritten Kölner Erfolgserlebnis hatte auch die TuS mal Grund zum Jubel: Kerim Arslan schickte Thomas Klasen auf die Reise, der dann auch noch Paucken umkurvte und den Ball zur Ergebniskorrektur einschob. Sechs Minuten vor dem Ende sollte Jan Hawel, der noch einmal aushalf, für Schwung in der Offensive sorgen, was im Prinzip auch prima klappte: Klasen (88.) und Jura Gros (89.) hätten in aussichtsreicher Position das Resultat freundlicher gestalten können, doch Paucken hatte an diesem sonnigen Nachmittag etwas dagegen. Dämgen: „Mit ein wenig Glück kann es da auch auf einmal 3:3 stehen.“ Ob ein Unentschieden aber am Ende gerecht gewesen wäre, hätte die Koblenzer Verantwortlichen und den mitgereisten Anhang sicher kaum interessiert.
TuS II macht Sack nicht zu
Koblenz muss sich bei SG Badem trotz guter Chancen mit 1:1 zufrieden geben – Nur Albert Buhler trifft
Kyllburg. Mit dem Spiel zufrieden, mit dem Ergebnis nicht – so lautet das Fazit von Markus Breitbach, dem Trainer des Fußball-Rheinlandligisten TuS Koblenz II, nach dem 1:1 (1:0) bei der SG Badem/Kyllburg/Gindorf.
Die Koblenzer Regionalligareserve setzte von Beginn an Breitbachs Vorgaben um: Die Spieler nahmen die Zweikämpfe voll an und zeigten hohe Laufbereitschaft. Die logische Folge der Koblenzer Dominanz war das 1:0 durch Albert Buhler in der 32. Minute. Allerdings vergab kurz vor der Pause Edis Ramovic eine Großchance. Im zweiten Durchgang machte die TuS da weiter, wo sie die ersten 45 beendet hatte: meist vor dem gegnerischen Tor. Die Koblenzer erspielten sich einige Möglichkeiten, die beste Chance vergab der eingewechselte Ferhan Güngörmüs. Und diese Fahrlässigkeit sollte sich rächen, das bemängelte auch Breitbach: „Das war unser einziges Manko.“
Und so kam aus Breitbachs Sicht völlig überraschend der Ausgleich: In der 67. Minute nutzte Badem eine der wenigen Chancen, Christian Esch schoss aus der zweiten Reihe und traf zum 1:1. „Das hätte nicht sein müssen, eigentlich hätten wir die Partie klar für uns entscheiden müssen. Ansonsten war ich zufrieden“, sagte Breitbach. Der Übungsleiter muss sich allerdings tabellarisch keine Sorgen mehr nach unten machen: Nach dem schwachen Saisonstart steht die TuS mittlerweile felsenfest in der Mitte der Tabelle. sle
Koblenz: Birk, Naric, Matuwila, Klappert, Tan, Akwapay, Tillmanns (51. Güngörmüs), Buhler, Hadzic, Hawel, Ramovic (89. Bilgic).
Quelle Rhein-Zeitung 30.04.2012 http://rhein-zeitung.de
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