27.034.2012    Koblenz möchte Koschinat und Köln wieder ärgern

TuS will bei der Fortuna im Südstadion an die zuletzt gezeigten Auswärtsleistungen anknüpfen – Im Hinspiel gab's ein 2:1

Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

Koblenz. Es war eigentlich (fast) wie immer in diesem Jahr: Die TuS Koblenz lieferte auswärts eine ordentliche Vorstellung ab, an einem 0:1 (0:1) im Rheinlandpokal-Viertelfinale bei Eintracht Trier kam die Elf von Trainer Michael Dämgen allerdings nicht vorbei. Ob es nun im Spielbetrieb der Fußball-Regionalliga West wieder Zählbares zu verbuchen gibt, wird die Partie am Sonntag um 14 Uhr bei Fortuna Köln zeigen.

Eine Leistungssteigerung im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Heimniederlagen war im Trierer Moselstadion unverkennbar, doch das Endergebnis und auch die fußballerische Darbietung mögen den zurzeit schlechten Eindruck nur bedingt verwischen. Das weiß auch Dämgen nur zu genau, obwohl er betont: „Die Moral war intakt. Gegen Bochum oder Düsseldorf hätten wir mit so einer Leistung sicher Punkte geholt.“ Haben sie aber nicht, das lag vornehmlich am Koblenzer Manko, das auch am Mittwochabend wieder offenkundig zutage trat. Die TuS lässt zwar kaum Chancen des Gegners zu, schießt zu oft aber selbst keine Tore. Auch im vierten Vergleich binnen eines Jahres gegen Trier gab es in dieser Hinsicht kein Erfolgserlebnis.

„Natürlich fehlt uns vorne was“, räumt Dämgen ein und ergänzt: „Wir haben mit Tokio Nakai halt nur einen Stürmer. Ich hätte gerne noch den Jan Hawel mit nach Trier geholt, doch der konnte leider nicht.“ Dass Tino Lagator die Probleme im Angriff zumindest im Ansatz lösen wird, ist mittlerweile vom Tisch. „Das Kapitel ist beendet“, sagte TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen, nachdem das dreimonatige Touristenvisum des Kroaten nun abgelaufen und er in die Heimat zurückgekehrt ist: „Er ist nicht der Stoßstürmer, den wir suchen, sondern eher so ein Spielertyp wie Thomas Klasen. Und so etwas brauchen wir nicht doppelt.“

Dämgen lässt die 90 Minuten im Moselstadion noch einmal Revue passieren: „Das Tor zum 0:1 hat uns nicht erschüttert, wir waren danach auf einem guten Weg. Trier hatte im Prinzip keine einzige Chance aus dem Spiel heraus.“ Wohl aber die TuS, aber Kerim Arslan und Thomas Klasen konnten ihre guten Gelegenheiten nicht nutzen. „Die Trierer Zuschauer haben den Schlusspfiff herbeigezittert“, schilderte Theisen die letzten Minuten der Koblenzer Pokalpräsenz. Der Gewinn dieses Wettbewerbs hätte einen sechsstelligen Betrag in die Kasse gespült. Damit hat Theisen aber nicht wirklich gerechnet: „Ganz ehrlich, das hat mich nur am Rande interessiert.“

So führt der Weg nun im Liga-Alltag am Sonntag ins Kölner Südstadion, wo Coach Uwe Koschinat auf Revanche für die im Hinspiel erlittene 1:2-Pleite sinnt. Vielleicht ist dann sogar wieder TuS-Verteidiger Johannes Göderz mit von der Partie, dessen Verletzung sich als harmloser herausstellte als zunächst befürchtet. Dämgen: „Er nimmt Schmerztabletten. Hoffen wir mal, dass das Ganze bis zum Wochenende weiter abklingt.“


Der Gegner unter der Lupe: Fortuna Köln

Köln. „Wir sind die Idioten der Liga.“ Mit diesen markigen Worten drückte Uwe Koschinat, Trainer von Fortuna Köln, am 26. November des vergangenen Jahres genau das aus, was wohl die meisten dachten. Soeben hatte seine Mannschaft nämlich mit 1:2 bei der TuS Koblenz verloren und dem Gegner somit den ersten Saisonsieg ermöglicht.

Keine Frage, dass der ehemalige Koblenzer Co-Trainer ein halbes Jahr später diese Scharte gerne auswetzen möchte, auch wenn er eindringlich warnt: „Wir dürfen und werden den Gegner nicht unterschätzen und am Tabellenplatz messen. Die TuS hat zuletzt gerade auswärts eine enorme Stabilität an den Tag gelegt.“ Und mit Blick auf seine Elf ergänzt er: „Der April ist bisher katastrophal verlaufen. Aber unsere beiden Heimspiele wollen wir jetzt noch gewinnen und am Ende 52 bis 55 Punkte auf dem Konto haben.“

Bei der jüngsten 1:2-Niederlage in Elversberg wirkten drei ehemalige Koblenzer der Vorsaison – Dieter Paucken, Lukas Nottbeck und Christian Pospischil – mit, Oliver Laux war wegen einer Gelbsperre nicht dabei. Koschinat: „Es ist tendenziell aber davon auszugehen, dass er gegen die TuS von Beginn an spielt.“ Das gilt sicherlich auch für Silvio Pagano, mit 15 Treffern der zielsicherste Kölner.

Die Wege von Koschinat und Koblenz trennen sich übrigens nach diesem Duell – zumindest vorläufig: Der 41-Jährige wird auch in der nächsten Saison mit der Fortuna in der Weststaffel der Regionalliga auf Punktejagd gehen, die TuS verschlägt's in die neu gebildete Südwest-Klasse.
bhm


SG Badem/Kyllburg/Gindorf - TuS Koblenz II (Sa., 17 Uhr):
Das Abstiegsgespenst endgültig verbannt hat die Koblenzer Reserve durch den späten 1:0-Sieg gegen Schweich, die ominösen 40 Punkte sind erreicht. „Nun können wir den Rest der Saison entspannter angehen. Das heißt aber nicht, dass wir eine Kaffeefahrt in die Eifel machen. Unser neues Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, da wäre es gut, wenn wir in Kyllburg etwas Zählbares holen würden“, sagt Trainer Markus Breitbach. Auf jeden Fall können die Koblenzer unbeschwert aufspielen. „Da fällt es einigen leichter“, bekennt Breitbach. Die Aufstellung der Regionalliga-Reserve bleibt noch offen, auf Tino Lagator, der nur ein dreimonatiges Touristenvisum besaß und in seine Heimat zurückkehrte, muss die TuS II verzichten, ebenso auf Michael Urwin, der in den nächsten Tagen in seine Heimat Australien fliegt und dort bleiben wird. „Aber unser Kader ist groß genug, nun müssen eben andere in die Bresche springen“, bedauert Breitbach zwar den Qualitätsverlust, sieht darin aber kein grundsätzliches Problem.
dag, wzi

Quelle Rhein-Zeitung 27.04.2012  http://rhein-zeitung.de