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24.11.2011 TuS Koblenz ärgert sich über den Spielabbruch
Zu viel Nebel bei Partie in Mülheim-Kärlich – Regionalligist führt durch Tor von Mineiro 1:0 – Stahl beherrscht sich nicht
Von unserem Mitarbeiter David Geisbüsch
Mülheim-Kärlich. Es sollte ein Fußballfest werden: 1200 Zuschauer wollten gestern Abend die Partie der vierten Runde um den Fußball-Rheinlandpokal zwischen dem Rheinlandligisten SG Mülheim-Kärlich und dem Regionalligisten TuS Koblenz verfolgen. Das Problem bei der Sache war schnell sichtbar – oder eben auch nicht: Bei dichtem Nebel sahen weder die Zuschauer noch die Protagonisten auf dem Rasen etwas vom munteren Treiben. Beim Stand von 1:0 für die TuS brach der Unparteiische Alex Müller aus Mendig nach Rücksprache mit seinen beiden Assistenten Markus Wozlawek und Armin Grauel die Begegnung ab.
Die Entscheidung war absolut nachvollziehbar – auch wenn beide Mannschaften anstandslos weitergespielt hätten. Nach 35 Minuten verdichtete sich der Nebel jedoch nochmals. Mülheims Schlussmann Michael Wall konnte den Koblenzer Schlussmann Kadir Yalcin gewiss nicht mehr erkennen. Selbst die Assistenten vermochten sich nicht mehr mit Fahnenzeichen zu verständigen. „Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar“, sagte auch Hans Christmann, Spielausschussvorsitzender des Fußballverbands Rheinland. „Ich war von Beginn an skeptisch, ob das gutgehen würde.“
Mülheims Sportlicher Leiter Wilfried Zils und auch TuS-Geschäftsführer Thomas Theisen waren schnell einsichtig. Ungehalten reagierten nur die TuS-Spieler, die den Abbruch nicht hinnehmen mochten. Vor allem Michael Stahl schlug über die Strenge und war vor der Schiedsrichterkabine nur von Sicherheitsleuten einzubremsen. „Wir sind vom Abbruch völlig überrascht worden. Ein andersfarbiger Ball hätte es doch schon getan. Das müssen wir zunächst einmal verdauen“, sagte TuS-Trainer Michael Dämgen. Mülheims Coach Marco Wagner sagte: „Es lag ja nicht an uns. Wir haben hier keine Nebelmaschinen aufgestellt. Wir lagen hinten, aber wir waren doch gut im Spiel.“
In der Tat. Zwar führte der Favorit durch einen Treffer von Mineiro mit 1:0 (20.), das war es aber auch, was die TuS anzubieten hatte. Spielerisch war Koblenz nicht in der Lage, den Rheinlandligisten auseinander zu nehmen. Im Gegenteil: Mülheims Steffen Pistono hätte postwendend den Ausgleich erzielen können – wenn nicht sogar müssen (22., 24.).
Auf einen neuen Termin mochten sich beide übrigens noch nicht einigen. „Lassen Sie uns das am Donnerstag besprechen“, bat Dämgen Christmann um Verständnis. Der willigte umgehend ein. Und so müssen die 1200 Zuschauer warten und dürfen sich ein anderes Mal auf ein Fußballfest in Mülheim-Kärlich freuen.
SG Mülheim-Kärlich: M. Wall, Berg, Theisen, Sasic, A. Wall, Wiersch, Knöll, Euler, Pistono, Yaslis, Dervishaj.
TuS Koblenz: Yalcin, Nonnenmann, Göderz, Gros, Mineiro, Nakai, Gentner, Arslan, Barletta, Stahl, Kim.
Quelle Rhein-Zeitung 24.1.2011 http://rhein-zeitung.de
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